Fährt man aus der Industrieregion um Differdange und Käerjeng (Kerschen) nach Norden, wird es sehr schnell sehr ländlich. Aus dem dicht besiedelten Ballungsraum wird recht abrupt eine dünn besiedelte Gegend mit kleinen Dörfern, die in Flußtälern zwischen bewaldeten Bergen liegen. Zum Beispiel Useldange mit seiner Burg, die der Reisehase hier präsentiert.
Westlich von Niederkorn liegt der Titelberg mit den Ruinen eines keltischen Oppidums, das auch einen Besuch wert wäre. Aber dafür reichte die Zeit nicht mehr. Daher konzentriert sich der Reisehase erstmal auf Fond-de-Gras in einem Tal am Fuß des Titelbergs.
Niederkorn (oder Nidderkuer auf Luxemburgisch) ist ein Stadtteil von Differdange und ebenfalls von der Eisen- und Stahlindustrie geprägt. Der Arbeiterstadtteil liegt am Rand des Eisenerz-Tagebaugebietes Giele Botter, das heute ein großes Naturschutzgebiet ist. Der Ort selbst bietet keine großartigen Sehenswürdigkeiten; an der zentralen Kreuzung steht das Schulgebäude.
Wie fast alle luxemburgischen Städte hat Differdange drei Namen: Neben der französischen Version aus dem Beitragstitel gibt es auch eine deutsche (Differdingen) und eine luxemburgische (Déifferdeng). So einfach ist es nicht immer: Troisvierges ist Ulflingen ist Ëlwen. Hier in Differdange dominiert aber eindeutig das Französische. Die Stadt ist, neben Esch-sur-Alzette und Dudelange, eines der Zentren des luxemburgischen Industriereviers und die drittgrößte Stadt des Landes. Daß Differdange aber schon vor der Industrialisierung bestand, zeigt der alte Ortskern um das Alte Stadthaus mit neuem Anbau, heute als Kulturzentrum genutzt.
Belval war einer der größten eisenverarbeitenden Standorte der Region; das Hüttenwerk wurde 1911 errichtet, und zwar von der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. Die Ruhrgebiets-Unternehmen investierten damals viel in Luxemburg; Stinnes war zum Beispiel am Hüttenwerk in Differdange beteiligt.
Die erste kleine Reise des neuen Jahres führt den Reisehasen ins benachbarte (und etwas corona-entspanntere) Ausland: Nach Luxemburg, in den Süden des kleinen Großherzogtums, das aber eigentlich gar nicht so klein ist, sondern sogar größer als das Saarland! Ok, nur 15 Quadratkilometer, aber immerhin. Große Vielfalt gibt es sowieso: Der Norden ist sehr ländlich, der Süden eine traditionelle Industrieregion. Hier liegt auch Esch an der Alzette, auch Esch-Uelzecht, meist aber Esch-sur-Alzette genannt. Die zweitgrößte Stadt Luxemburgs wird dieses Jahr die europäische Kulturhauptstadt. Wer allerdings hauptsächlich wegen des Stadtbildes nach Esch fährt, wird womöglich enttäuscht sein. Esch ist eher ein Reiseziel für Fortgeschrittene. So sieht es nämlich nicht überall aus:
Die Steiermark, um das gleich mal eingangs klarzustellen, ist ein wunderbares Reiseziel. Bei Reinhard P. Gruber klingt das dann so: “die landschaftsidentifikation ist nur dann günstig, wenn eine günstige landschaft vorhanden ist, z.b. eine herrliche. die steiermark ist eine überaus günstige landschaft” (Aus dem Leben Mödlmosers, Excurs über die Voraussetzungen der Herrlichkeit).
In Norddeutschland hat die Reisehasen-Albumreihe schon länger nicht mehr Station gemacht, und zwar seit Band 2 (Schleswig-Holstein/Hamburg). Daher wird es nun Zeit, im Norden mal wieder vorbeizuschauen. Genauer: Im Süden des Nordens, im südlichen Niedersachsen (Harz, Weserbergland und Braunschweiger Land).