Hier in diesem runden Becken, wenige hundert Meter vom Hauptkamm des Riesengebirges entfernt gelegen, beginnt auf einer recht kahlen Hochfläche der 1097 Kilometer lange Flußlauf der Elbe.

Hier in diesem runden Becken, wenige hundert Meter vom Hauptkamm des Riesengebirges entfernt gelegen, beginnt auf einer recht kahlen Hochfläche der 1097 Kilometer lange Flußlauf der Elbe.

Das ist heute die Königsetappe dieser Tour. Eine lange Wanderung im Riesengebirge, mit vielen wirklich spektakulären Landschaften, Felsformationen und Ausblicken entlang der Strecke. Vorab die Rahmendaten: 25,6 Kilometer in 6:51 h (davon reine Gehzeit 4:47 h). Etwa 500 Höhenmeter bergauf und etwa 900 bergab. Das alles läßt sich unmöglich in einen einzigen Beitrag pressen. Es werden also deren fünf.

Der kleine Ort liegt mitten im Riesengebirge und ist vor allem das touristische Zentrum auf tschechischer Seite. Hotels, Gaststätten und Geschäfte dominieren.

Das Riesengebirge ist das polnisch-tschechische Grenzgebirge, das sich von Jakobsthal (Jakuszyce) im Westen bis Liebau und Trautenau (Lubawka / Trutnov) im Osten erstreckt. Nach Westen schließt sich das Isergebirge an, nach Osten das Rehorngebirge. Alle Gebirgszüge gehören zu den Sudeten. Von Süden kommend sieht man die böhmische Seite des Gebirges, die nicht ganz so steil abfällt wie die nördliche Seite in Richtung Schlesien.

Jičín, dessen deutscher Name Gitschin lautet, war im 17. Jahrhundert kurzzeitig Residenz eines unabhängigen Territoriums namens Herzogtum Friedland, benannt nach einer Kleinstadt zwischen Zittau und Reichenberg (Liberec), heute direkt im deutsch-tschechisch-polnischen Dreiländereck gelegen. Dazu aber in ein paar Tagen mehr. Das Herzogtum hatte hier im nördlichen Böhmen Albrecht von Waldstein, genannt Wallenstein, aus der Taufe gehoben. Es existierte aber nur einige Jahre, im wesentlichen von 1621 bis zur Ermordung Wallensteins im Jahr 1634.

Mlada Boleslav (Jungbunzlau) ist heute eine etwa 45.000 Einwohner zählende Industriestadt, die fast ausschließlich von einem einzigen Unternehmen geprägt wird: Škoda baut hier Autos, Motoren und Getriebe und hat hier neben seinem Stammwerk auch die Hauptverwaltung. Auf dem riesigen Werksgelände hat das Unternehmen in einer ehemaligen Werkshalle ein Museum eingerichtet. Hier werden in drei Abteilungen die Werksgeschichte, die Škoda-Fahrzeuge und technische Aspekte präsentiert.

Die Stadt, auf Deutsch Jungbunzlau, liegt im Tal der Iser (Jizera) bzw. auf einem Hügel oberhalb des Flusses. Die Burg (rechts) und die Stadtbefestigungen wurden auf einen Felsrücken über dem Flußtal gesetzt.

Münchengrätz heißt auf Tschechisch Mnichovo Hradiště. Der Name kommt von einem benachbarten Zisterzienserkloster, das baulich nur noch in Resten existiert; auf dem Gelände ist heute eine Brauerei. Das Kloster hieß Hradischt (Hradiště) und liegt heute im Ort Klášter Hradiště nad Jizerou. Und da weiß man dann auch, wo die Redewendung „Das sind für mich alles böhmische Dörfer“ herkommt. Und warum ich hier tendenziell eher die deutschen Namen verwende.

Von Tetschen, das für drei Tage der Hotel-Standort war, geht die Tour nun deutlich süd- und ostwärts. Das erste Teilstück von Tetschen nach Böhmisch Leipa war eigentlich mit 30 Kilometern geplant; wegen einer baustellenbedingten Streckensperrung wurden es ein paar mehr. Und das auf teils recht abenteuerlichen schmalen Landstraßen. Der arme Volvo und der arme Reisehase sind jedenfalls kräftig durchgeschüttelt worden. Aber der Volvo ist ja stabil, und der Hase erholt sich erstmal im schön angelegten Klostergarten von Böhmisch Leipa.

Tetschen liegt in einem Talkessel der Elbe am südlichen Rand der Böhmischen Schweiz, also der Fortsetzung der Sächsischen Schweiz auf tschechischer Seite. Im Gegensatz zu Aussig liegt Tetschen aber tatsächlich am Fluß und bietet auch eine Uferpromenade unterhalb des Schlosses.
