Auch in Malahide (Mullach Íde) war ich vor zwei Jahren schon, aber natürlich lohnt sich trotzdem ein erneuter Rundgang durch den Ort, der nördlich von Dublin an der irischen Ostküste liegt. Als wichtigste Sehenswürdigkeit gilt das Schloß.

Es wurde bis vor 50 Jahren von der Familie Talbot bewohnt, sieben Jahrhunderte lang, außer zwischen 1649 und 1660, als Oliver Cromwell es den Talbots wegnahm und einem treuen Gefolgsmann übergab. Cromwells starb 1658 (an Malaria, die er sich ausgerechnet dort geholt hatte, wo er so viel Verwüstung und Tod verursacht hatte: In Irland. Karma is a bitch!), und danach ging es seinen Anhängern an den Kragen: Der Gefolgsmann namens Miles Corbet wurde aufgehängt, ausgeweidet und gevierteilt (in der Reihenfolge, andersrum wäre das Aufhängen nämlich schwierig geworden), und die Talbots konnten wieder einziehen.

1975 verkaufte eine Nachfahrin das Schloß dann, aus finanziellen Gründen und nicht ganz freiwillig, an den irischen Staat. Heute kann man es im Rahmen von Führungen besichtigen. Der gut einen Quadratkilometer große Schloßpark ist frei zugänglich. Neben dem Schloß steht noch die Ruine einer alten Kirche.

Das Ortszentrum ist klein, bietet aber alles, was man so braucht: Geschäfte. Und Pubs. Belebt ist vor allem die New Street, die nicht permanent, aber zumindest in Teilzeit Fußgängerzone ist.

Sie mündet in die Malahide Road, die Hauptstraße, durch die die Buslinien verlaufen und an der auch der Bahnhof liegt.

Dessen Bahnhofsgebäude, das im Original noch von 1851 ist (aber später umgebaut wurde), ist ganz besonders hübsch.

Am Hafen, heute eher für Freizeit als für Fischerei, ist ein Neubauviertel entstanden.



Im nächsten Bild kann man ganz links am Bildrand einen Seehund eher erahnen als sehen. Ihr müßt mir’s halt glauben. Wobei, vielleicht war’s auch gar kein Seehund, sondern der irische Cousin von Nessie. Bin bei Meeresfauna nicht so firm.
