Saarburg

Oh, que la Sarre est belle. ❤ 

Sie ist einfach sehr schön. Besonders hier in Saarburg. Ich lasse mal Bilder sprechen.

Auch die kleine Innenstadt Saarburgs, die sich auf beiden Seiten des Leukbaches erstreckt, ist sehr hübsch. 

Mitten in der Stadt gibt es einen Wasserfall. Die Leuk fällt hier in einer Kaskade etwa 18 Meter hinunter und mündet wenig später in die Saar. Der kleine Fluß wurde im 13. Jahrhundert auf kurfürstlichen Befehl umgeleitet und fließt seitdem mitten durch die Stadt und treibt die Mühlen an.

Wie schön! Ich kriege mich gar nicht mehr ein… Ok, es ist quasi perfektes Photo-Wetter heute (das ist dieses September-Licht, das ich so mag), aber Saarburg ist auch bei Nieselregen äußerst sehenswert. Begeistert: Lapin Sarrois.

Klause Kastel

In Kastel-Staadt liegt auf einem hohen Fels etwa 200 Meter über dem Saartal und dem Ort Serrig die Klause Kastel. 

Hier gab es schon Heiligtümer der Kelten und Römer; später bauten Kreuzfahrer eine Kapelle in die Buntsandsteinfelsen.

Die heutige Kapelle ist ein Entwurf des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel und stammt aus dem Jahr 1833. Der preußische König ließ sie zu Ehren König Johanns von Böhmen errichten, der 1346 im Hundertjährigen Krieg in der Schlacht von Crécy gefallen war. Dessen Gebeine hatten bis zur Französischen Revolution im Luxemburger Neumünster gelegen und kamen dann in den Besitz der Familie Boch, die sie – kein Witz – in einer Mansardenkammer in Mettlach versteckte. 1838 wurden sie an den preußischen König übergeben und feierlich in der neuen Klausenkapelle bestattet. 1945 zog König Johann dann ein letztes Mal um: Die Luxemburger holten ihn, der auch Herr der Grafschaft Luxemburg gewesen war, zurück und bestatteten ihn in der dortigen Kathedrale. In Kastel blieb eine leere Grabkapelle.

Diese bietet aber immer noch einen wunderschönen Blick ins Tal der Saar, die sich hier einen Weg durch das Hochplateau gegraben hat und nun den Saargau (links im Bild) vom Hunsrück (rechts) trennt.

Haargenau so habe ich mir auch immer die Rautenklause vorgestellt, den Hauptort der Handlung in Ernst Jüngers “Auf den Marmorklippen”.

Ich weiß aber nicht, ob Ernst Jünger jemals hier war. Ein anderer Schriftsteller ersten Ranges lebte jedenfalls vier Jahre in Kastel-Staadt: Arno Schmidt schrieb hier unter anderem “Brand’s Haide” und “Aus dem Leben eines Fauns”. Könnte man im Nachgang dieser Reise auch mal wieder auf die Leseliste nehmen.

Direkt neben der Klause steht die alte Johanneskirche, zwischen den für den Saargau so typischen Streuobstwiesen und einem Ehrenfriedhof.

Konz und das untere Saartal

Bei Konz mündet die Saar nach 245 Kilometern in die Mosel. Die letzten Meter sind eher unspektakulär und verlaufen unter einer Straßenbrücke.

Auch der Rest von Konz ist nicht gerade von überragender Schönheit. Immerhin ist der Marktplatz mit dem Rathaus und einer großen Brunnenanlage recht ansehnlich gestaltet, bietet aber vor allem Fußfetischisten etwas fürs Auge.

Dabei ist Konz schon 1700 Jahre alt: Etwa um 300 n.Chr. erbauten die Römer hier unweit von Trier eine Kaiservilla und nannten sie Contionacum. Kaiser Valentinian I. regierte zeitweise von hier. Von der Palastanlage haben sich aber nur spärliche Reste erhalten.

Über dem Areal wurde 1959 die von Hermann Baur entworfene neue Pfarrkirche errichtet und dabei ein Großteil der römischen Mauerreste zerstört.

Südlich von Konz ist das Saartal ein Weinanbaugebiet, das heute offiziell zum Gebiet Mosel gehört, weil der traditionelle Name Mosel-Saar-Ruwer angeblich zu sperrig fürs Marketing war. Es sind aber trotzdem Saarweine, die hier in Wiltingen, Kanzem oder Ayl angebaut werden, keine Moselweine. Und es sind richtig gute Weine.

In Wiltingen, einem dieser Winzerdörfer an der Saar, hatten meine Eltern einen Winzer aufgetrieben, der hervorragende Weißweine produzierte. Das wäre jetzt eine absolute Hasenblog-Empfehlung, aber leider hat sich der Winzer vor ein paar Jahren zur Ruhe gesetzt.

Impressionen aus Wiltingen:

Igel

Jetzt wird’s nicht stachelig, sondern römisch.

Igel liegt am linken Moselufer gegenüber von Konz und am Stadtrand von Trier. 

Von der kleinen gotischen Pfarrkirche St. Dionysius oberhalb eines hübschen Terrassengartens blickt man auf Igel und das Moseltal. Im Hintergrund links liegt Konz, wo die Saar in die Mosel mündet.

Noch immer finde ich es schade, daß die Gemeinde Igel keine Partnerschaft mit dem französischen Ort Hérisson unterhält. 

Der Ortsname Igel leitet sich aber (natürlich) nicht vom Tier ab, sondern kommt aus dem Lateinischen und bezieht sich auf die Igeler Säule: Ursprung ist entweder Aquila (Adler), der die Spitze des Monuments bildet, oder Agullia (Obelisk), ein Wort, das im Französischen als aiguille (Nadel) weiterlebt.

Mitten im Ort steht die namensgebende Säule, ein UNESCO-Kulturerbe, das eigentlich gar keine Säule ist, sondern ein Grabmonument. Es stammt aus der Zeit um 250 und erinnert an die Familie Secundinius, wohlhabende Bürger und Tuchhändler im nahen Augusta Treverorum.

Es ist das größte römische Grabmonument nördlich der Alpen, das noch an seinem Originalstandort steht. Per Photo kaum abzubilden, weil zu klein und zu weit oben; daher hier von einer Reproduktion: Auf einem der Friese findet sich auch ein Hase (2.v.r.).

Beeindruckt: Reisehase in Igel:

Kyll

Hiermit ist das Reisejahr 2017 eröffnet. Die Anfahrt führt durch die Eifel, die hier im Tal der Kyll gerade nicht sehr winterlich ist. Kyllburg (oben), Malburg (unten).

In Prüm steht die Reichsabtei, in der Kaiser Lothar I. (nicht Lothar M.), Enkel Karls des Großen, das Reich auf seine Söhne aufteilte. Ludwig erhielt Italien, Karl die Provence und Burgund. Das Gebiet, das sein Sohn Lothar II. erhielt, wurde Lotharingien genannt- das heutige Lothringen, la Lorraine.