Azay-le-Rideau

Das kleine Städtchen an der Indre besitzt ein wunderschönes Renaissanceschloß, in das ich mich schon beim ersten Besuch vor 20 Jahren verliebt hatte. Leider ist die Hauptsaison inzwischen vorbei und die Öffnungszeiten sind etwas eingeschränkt.

Also muß heute ein Blick von außen reichen, auch wenn die Parkfassade die eigentliche Schauseite ist. Aber auch die Hofseite ist ja sehr hübsch:

Die Kirche des Ortes stammt zumindest teilweise aus dem 11. Jh., vor allem die Fassade. Hier ist ein Stein zu sehen, auf dem ein Hase von zwei Hunden gejagt wird.

Es ist etwas unscharf (das Handy-Zoom stößt ob der Entfernung an seine Grenzen), aber man sieht deutlich, daß der Hase natürlich entkommen kann!

Und dann stehe ich gleich nochmal vor verschlossenen Türen. Es gäbe eine Ausstellung über die Shadoks in der ehemaligen Markthalle. Im Ort ist das nicht zu übersehen.

In der Markthalle sind aber alle Lichter aus und alle Türen zu. Schade.

Und wer sich jetzt fragt: Shadoks? Hä?

Die Zeichentrickserie mit den ziemlich bekloppten, aber niedlichen vogelartigen Wesen wurde 1968-73 vom französischen Fernsehen produziert und lief auch im deuschen Fernsehen; die Älteren (also mein Jahrgang) werden’s vielleicht noch von damals kennen. Ansonsten hat das unvermeidliche Youtube natürlich Beispiele en masse.

Fin

So, das war meine Tour de France 2016. Sie war 3.359 Kilometer lang und sehr gut.

Ich wäre gerne noch geblieben, weshalb sich meine momentane Gefühlslage recht gut mit dem Bild eines Kapitells in der Kirche von Neuvy-Saint-Sépulchre visualisieren läßt.

Der Reisehase erzählt derweil den Kumpels von der Tour, was ich dann in den nächsten Tagen auch gerne mache. Gerne auch bei Käse und Rotwein.

Merci à tous, à bientôt
Le lapin voyageur

Rongy

Nochmal Ingenieurskunst: Aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammt die Schleusentreppe von Rongy. Hier wurde der Canal de Briare quasi über einen Berg hinübergeführt.
Die Anlage aus dem Jahr 1642 besteht aus sieben direkt aufeinanderfolgenden Schleusen. Zur Einweihung wurde Kardinal Richelieu persönlich über den Berg gefahren.

Seit 1887 nimmt der Kanal eine andere Trasse und umgeht den Berg; seitdem ist die Schleusentreppe nicht mehr in Gebrauch. Der Ort heißt aber trotzdem bis heute Rongy-les-Sept-Écluses.

Briare

Das ist die Kanalbrücke von Briare. Hier wird der Canal de Briare (bzw. genauer der Loire-Seitenkanal), über die hier schon mächtig breite Loire geführt. Dementsprechend lang ist dann auch die Brücke, die 1896 eröffnet wurde (der Canal de Briare, der die Loire mit der Seine verbindet, ist 250 Jahre älter). 

Man kann auf beiden Seiten der Brücke auf den Bürgersteigen gehen, sollte nur nicht dem Impuls nachgeben, mal eben auf den anderen Bürgersteig zu wechseln…

Cher

Noch ein Rückblick auf die gestrige Tour: Der Cher bei Saint-Florent-sur-Cher.

Außerdem möchte ich noch meiner Befriedigung Ausdruck verleihen, daß ich die Nacht nicht in einer Seilbahngondel über dem Mont-Blanc-Gletscher verbringen mußte, sondern den Kaninchen vor meinem Hotelzimmer hier in Bourges zuschauen konnte. 😉

Noirlac

So sieht es aus, wenn sich, im Gegensatz zu Aubignac gestern, die Klosteranlage vollständig erhalten hat:

Noirlac südlich von Bourges, Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut, ist ein nahezu perfektes Beispiel für die Architektur der Zisterzienser und kann daher vielleicht ansatzweise die Faszination erklären, die für mich von den Klosteranlagen des Ordens ausgeht. Allein in der Klosterkirche könnte ich Tage verbringen. <3

Und dann noch diese Allee im Klostergarten… Undundund. Großartig.

Épineuil: Le grand Meaulnes

Und wo ich gerade bei Meisterwerken bin: Der 1913 erschienene Roman “Le grand Meaulnes”, eines meiner Lieblingsbücher, ist definitiv eines. Die wunderbare, ebenso geheimnisvolle wie bezaubernde Erzählung um die Liebe zwischen Meaulnes und Yvonne de Galais spielt eindeutig im Tal des Cher in der Gegend um Épineuil-le-Fleuriel, auch wenn der Autor Alain-Fournier die Ortsangaben verschlüsselt hat.
In Épineuil steht noch die Schule, in die Alain-Fournier gegangen ist (heute Museum) und die der Ort ist, an dem weite Teile der Romanhandlung spielen.
“Le Grand Meaulnes” war sein einziger Roman: Im September 1914 ist Alain-Fournier mit 27 Jahren an der Maas gefallen.

Jedenfalls: Leseempfehlung!