Jägerndorf (Krnov)

Jägerndorf (Krnov) war neben Troppau (Opava) das städtische Zentrum von Österreichisch-Schlesien, diesem eigenartigen Landstrich, der alles war, was die Österreicher nach den verlorenen Schlesischen Kriegen gegen Preußen von ihrer ehemaligen Provinz Schlesien behalten durften: Ein kleiner, schmaler Streifen Land entlang der Grenze, mit kaum mehr als ein paar Kleinstädten, während das wirtschaftliche Leben Schlesiens sich ab 1742 im nun preußischen Teil abspielte, also zwischen Görlitz, Liegnitz, Breslau und Gleiwitz. Maria Theresia, österreichische Kaiserin, klagte denn auch, man habe ihr „den Garten genommen und nur den Zaun gelassen“.

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Nesselsdorf (Kopřivnice)

Die Tagesetappe ist die erste von dreien, die mich ein Stück nach Westen bringen. Sie verläuft in einem großen Bogen um Ostrau herum, das ich dieses Mal auslasse, weil ich dort vor ein paar Jahren schon war (damals per Zug von Wien aus). Über das Kuhländchen (siehe vorangegangenen Beitrag) geht es durch die Oderberge in Richtung Troppau an der polnisch-tschechischen Grenze. Ostrau hat fast 300.000 Einwohner, der dicht besiedelte Ballungsraum um die Stadt knapp eine Million Einwohner. Und selbst jenseits der von Kohle und Stahl geprägten Industrieregion, im angrenzenden Kuhländchen zum Beispiel (was nun wirklich nicht mehr nach Schwerindustrie klingt), liegen weitere industriell geprägte Städte. Zum Beispiel Nesselsdorf / Kopřivnice.

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Im Kuhländchen

Südwestlich von Ostrau liegt, schon recht tief in Mähren und ziemlich weit weg von Schlesien, das Kuhländchen. Das klingt nach Abgeschiedenheit und Idyll, mehr noch als das Hultschiner Ländchen, wo wir letztens ja waren. Hier führte aber auch schon im Mittelalter eine wichtige Handelsstraße hindurch, und Nový Jičín (Neutitschein), mit 23.000 Einwohnern die größte Stadt im Kuhländchen, war schon im frühen 19. Jahrhundert ein wichtiger Standort der Textilindustrie.

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