Nesselsdorf (Kopřivnice)

Die Tagesetappe ist die erste von dreien, die mich ein Stück nach Westen bringen. Sie verläuft in einem großen Bogen um Ostrau herum, das ich dieses Mal auslasse, weil ich dort vor ein paar Jahren schon war (damals per Zug von Wien aus). Über das Kuhländchen (siehe vorangegangenen Beitrag) geht es durch die Oderberge in Richtung Troppau an der polnisch-tschechischen Grenze. Ostrau hat fast 300.000 Einwohner, der dicht besiedelte Ballungsraum um die Stadt knapp eine Million Einwohner. Und selbst jenseits der von Kohle und Stahl geprägten Industrieregion, im angrenzenden Kuhländchen zum Beispiel (was nun wirklich nicht mehr nach Schwerindustrie klingt), liegen weitere industriell geprägte Städte. Zum Beispiel Nesselsdorf / Kopřivnice.

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Im Kuhländchen

Südwestlich von Ostrau liegt, schon recht tief in Mähren und ziemlich weit weg von Schlesien, das Kuhländchen. Das klingt nach Abgeschiedenheit und Idyll, mehr noch als das Hultschiner Ländchen, wo wir letztens ja waren. Hier führte aber auch schon im Mittelalter eine wichtige Handelsstraße hindurch, und Nový Jičín (Neutitschein), mit 23.000 Einwohnern die größte Stadt im Kuhländchen, war schon im frühen 19. Jahrhundert ein wichtiger Standort der Textilindustrie.

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Wisła

In den nördlichen Ausläufern der Beskiden, etwa 20 Straßenkilometer von der Grenze (und vom Dreiländereck PL-CZ-SVK entfernt) liegt Wisła, ein Erholungsort, der vor allem als Wintersportort viele Besucher anzieht. An diesem Juni-Samstag ist also nicht gerade die Hauptsaison, aber es ist dennoch viel los in der geschäftigen Hauptstraße durch Wisła, die auf weiten Strecken Fußgängerzone ist und in der man alle möglichen Dinge kaufen kann, die sich wie überall, wo es etwas touristischer wird, irgendwo im Bereich zwischen mäßig sinnvoll und komplett unnütz ansiedeln lassen.

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Freistadt (Karviná)

Freistadt war früher mal eine Bezirkshauptstadt in Österreichisch-Schlesien. Heute ist Fryštát nur noch ein Stadtteil, und zwar von Karviná, einer Stadt, die schon zum industriell geprägten Ballungsraum um Ostrau gehört und sich als Industriestadt so weit ausgedehnt hat, daß sie das deutlich ältere Freistadt aufgefressen hat. Freistadt bildet nun so etwas wie den historischen Stadtkern von Karviná. Es gibt einen schönen Hauptplatz, der drüben in Polen ganz bestimmt Rynek heißen würde, hier aber nach dem tschechischen Politiker Jan Masaryk benannt ist. Der wurde 1948 von den Kommunisten ermordet, die das als Selbstmord inszenierten. Leute aus dem Fenster zu werfen hat ja eine lange Tradition in Tschechien…

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