Hoyerswerda und Wittichenau

Die heutige Tagesetappe geht in die nördliche Oberlausitz. Wir sind hier tief im sorbischen Gebiet, und zwar in dessen katholischem Teil.

Das ist auf den Straßen von Wittichenau (sorbisch: Kulow) zu sehen. Hier wird Fronleichnam sehr intensiv und traditionell mit großen Prozessionen gefeiert. Den Tag habe ich knapp verpaßt, aber die Innenstadt von Wittichenau ist noch mit Birkenästen geschmückt.

Auf dem Marktplatz, wo unter anderem das Rathaus und die Adler-Apotheke stehen,…

…begegnet man diesem Herrn, einem bekannten Namen in der Region und weit darüber hinaus.

Krabat ist nicht nur eine Sage, sondern Hauptfigur eines ganzen Sagenkreises, in dem sich mehrere uralte Erzählungen vermischt haben. Zum Beispiel auch die vom Schwarzen Müller, die Otfried Preußler in seinem großartigen Roman verarbeitet hat und in dem er sich auf Krabats Zeit als Müllerbursche in Schwarzkollm konzentriert. Es gibt historische Vorbilder für die Figur des Krabat, vor allem den Obristen Johann Schadowitz, der im 17. Jahrhundert in Wittichenau lebte und daher heute neben der Krabatsäule sitzt.

Im nahegelegenen Hoyerswerda / Wojerecy, wo ich vor fünf Jahren zuletzt war (mehr zur Stadt im anderen Beitrag), trifft man nicht auf Raben, sondern auf andere Tiere.

Der Kerl badet im Wassergraben um das Schloß Hoyerswerda, um das herum der Zoo der Stadt angelegt ist. In den Bärengraben kann man von einer Brücke hinuntersehen; man hat also zum Glück ausreichend viel Abstand zu diesen Viechern, denen ich in freier Wildbahn lieber nicht begegnen möchte.

Beim Rundgang durch die Stadt kommt man natürlich zum Marktplatz mit dem Rathaus, wo ich den Ratskeller zur Einkehr empfehlen kann. Und auch in Hoyerswerda begegnet man Krabat/Schadowitz, wobei das Denkmal hier etwas eigenwillig angestrichen wurde.

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