Steirisches Vulkanland

Die Bezeichnung Vulkanland für die südöstliche Steiermark ist noch nicht alt und zudem eine Marketing-Erfindung zur Förderung des Tourismus. Vulkane gab’s hier allerdings tatsächlich mal, und zwar im Miozän (bin zu faul, nachzuschauen, wann das war, aber es scheint schon etwas länger her zu sein).

Die Vulkankegel und Basaltfelsen ragen aus der ansonsten eher flachen Landschaft heraus, manchmal auch sehr prägnant wie hier in Riegersburg:

Auf den vulkanischen Ursprung weisen auch die vielen Thermen und Bäder hin  die es in der Region gibt: Bad Waltersdorf, Bad Gleichenberg, Bad Blumau… In letzterem steht die von Fr. Hundertwasser designte Therme. Unverkennbar:

Etwas südlich liegt Fürstenfeld, eventuell  dem einen oder anderen noch bekannt von dem 80er-Jahre-Hit gleichen Namens, mit dem eine Band namens STS damals sogar in den bundesdeutschen Charts auftauchte (“I brauch koa große Wöld / I wui hoam no Füastnföld”). Kennt das noch jemand?

Direkt östlich beginnt schon das Burgenland, und die ungarische Grenze ist auch nur noch zehn Kilometer entfernt. Das Burgenland ist ja auch nichts anderes als Deutsch-Westungarn, also die ungarischen Territorien, die nach dem Ersten Weltkrieg zu Österreich kamen. Die Orte hier sind reine Straßendörfer, deren Häuser entlang der oft mehrere Kilometer langen Hauptstraße liegen, wie z.B. in Deutsch Kaltenbrunn.

Steirische Spezialitäten II

Es gibt ja noch mehr hier.

Bei Riegersburg produziert Josef Zotter seit einigen Jahren Schokolade. Für eine recht ansehnliche Summe kann man einen Rundgang durch die Produktion kaufen, darf dann alleine den “Genußweg” gehen und bekommt vor allem einen Löffel mit, den man überall drunterhalten darf, wo Schokolade rauskommt. Und das ist viel. Ein Fest. Et un paradis aux fans du chocolat (j’y connais au moins une). ? Nebenbei erfährt man auch etwas über Kakaoverarbeitung und Schokoladenherstellung.

[Das ist übrigens kein Werbe-Posting, für das ich Geld bekäme (gibt’s ja häufiger mal in Reiseblogs). Im Gegenteil: Ich gebe welches aus.]

Ein paar Orte weiter positioniert sich Söchau als Kräuterdorf. Im Zentrum ist ein schöner Kräutergarten angelegt, der etwas größer ist als meiner zuhause (wo zudem große Teile des Bestandes den Winter nicht überlebt haben).

Und heute Abend gibt’s mein klassisches französisches Abendessen: Baguette, Käse, Rotwein. Mit Bärlauchkäse und einem steirischen Zweigelt aus Leutschach. Santé. 

Steirische Spezialitäten 

Gerade im Umland von Deutschlandsberg, auch Schilcher Land genannt, werden neben Wein und Obst vor allem Kürbisse angebaut. Deren Kerne werden dann in den zahlreichen Ölmühlen zu Kernöl verarbeitet, wie hier in Herbersdorf bei Stainz.

Und hier ist das Kernöl in Aktion zu bewundern: Zu gefüllter Hähnchenbrust und Bärlauchpüree. Je grüner übrigens das Öl, desto besser die Auswahl der Kürbiskerne.

Ein paar Dörfer weiter  in St. Nikolai im Sausal, gibt es mit der Distillerie Wöhrl inzwischen auch einen Whiskyproduzenten. Traditionelle Obstbrände sind aber auch im Angebot.

Und natürlich wird viel Weinbau betrieben. Überhaupt kann man hier an gefühlt jedem dritten Haus direkt beim Erzeuger kaufen.

Weinberge bei Sankt Nikolai im Sausal:

Und weiter östlich bei Klöch, das als Traminer-Hochburg bekannt ist.

Bad Radkersburg

Die Stadt liegt im äußersten Südosten am Ufer der Mur, die hier noch die Staatsgrenze bildet. Über eine Brücke ist es mit dem slowenischen Gornja Radgona verbunden, wo das Schloß Ober-Radkersburg auf einem Felsen über der Mur steht (Fluß -> Schloß: 284 Stufen).

Am Grenzposten Gornja Radgona kam es übrigens 1991 zu Gefechten im slowenischen Unabhängigkeitskrieg, bei denen es auch zivile Opfer gab. Hieran erinnert ein Denkmal kurz hinter der Brücke. Heute kann man einfach zu Fuß über die Brücke und zurück spazieren. Vive l’Europe!

Der Rundgang durch Radkersburg lohnt sich. Es ist eine planmäßige Gründung des späten 13. Jahrhunderts und heute eine wirklich sehenswerte kleine Stadt, mit teilweise erhaltenen Festungsanlagen, einem langgestreckten Hauptplatz und schönen Häuserzeilen in den Straßen drumherum.

An der Mur

Zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg bildet die Mur den Grenzfluß zwischen Österreich und Slowenien. Die Landschaft wird, wenn man von Spielfeld aus ostwärts fährt, immer flacher, ganz anders als weiter westlich in den Weingebieten. Und auch die Dörfer haben schon ein deutlich anderes Aussehen, zum Beispiel Mureck:

Die Mur selbst ist hier schon recht breit und hat vor allem hohes Tempo, auch wenn es auf dem Bildern eher idyllisch wirkt.

Bei Mureck kann man durch die Auwälder am Murufer wandern. Hier steht auch die alte Schiffmühle in der Mur, ein seltenes Baudenkmal.

Bad Radkersburg wollte ich eigentlich auch hier beschreiben, aber das war so hübsch, das kriegt einen eigenen Beitrag.

Deutschlandsberg

Des Reisehasen Residenz für fünf Tage: Burg und Hotel Deutschlandsberg (betont übrigens auf der zweiten Silbe, denn es gibt – im heutigen Slowenien – auch noch ein Windisch-Landsberg, das heute Podčetrtek heißt).

Die Burg Landsberg entstand im 12. Jahrhundert, gehörte zunächst zum Einflußbereich der Salzburger Erzbischöfe und war lange Zeit deren Zentrum in der Weststeiermark. 1820 kam sie in den Besitz des Fürstentums Liechtenstein und 1932 schließlich zur Stadt Deutschlandsberg. 

Schöne Aussichten zudem von hier oben.

Und eine exzellente Küche. Beispielbild:

Ben, pas de chocolat, c’est vrai, mais quand même… On ne pouvrait pas dire “non”, eh? ?

Monsieur le Lapin se sent parfaitement à l’aise comme seigneur de château. ?

Heute allerdings geht’s weiter: Nach Feldbach an der Raab.

Südsteirische Weinstraße

Ganz im Süden der Steiermark, westlich des Murtals, liegt die südsteirische Weinstraße eine von offiziell acht Weinstraßen der Steiermark. Das hügelige Land rund um Leutschach und Gamlitz bietet viele Aussichtspunkte.

Aus der Region (im weiteren Sinne jedenfalls, nämlich aus Hitzendorf westlich von Graz) stammt übrigens auch Dr. Fritz Zweigelt, der in den 20er Jahren die Rebsorten St. Laurent und Blaufränkisch kreuzte und somit die heute verbreitetste Rotweinsorte Österreichs schuf.

Auf dem Eorykogel steht die “größte Weintraube der Erde” (laut Guinness-Buch), ein fünf Meter hohes Kunstwerk aus Glas und Stahl:

Charakteristisch für die Gegend ist der (regional auch die) Klapotetz, ein großes hölzernes Gestell, das mit seinem Geklapper die Vögel von den Weintrauben fernhalten soll. Dazu wird per Windkraft (ja, es gibt auch Windräder, die die Landschaft NICHT zerstören!) eine Welle mit Klöppeln angetrieben. Traditionell werden die Klappern aber erst im Spätsommer angeworfen; derzeit stehen sie nur dekorativ rum.

Zum Abschluß der heutigen Tour gibt’s wieder mal ein richtig gutes Abendessen, im Gasthof Hasewend in Eibiswald. Von Gault Millau und Slow Food empfohlen, gibt aber natürlich vor allem der Name den Ausschlag. ?

Eine gute Wahl. Saiblingsfilet für den Reisehasen. ??

Maribor

Zu KuK-Zeiten hieß die Stadt Marburg an der Drau, heute ist sie als Maribor die zweitgrößte Stadt Sloweniens.


Wie eine Großstadt wirkt Maribor trotz seiner gut 110.000 Einwohner nicht; am Sonntagmittag sind das überschaubare, aber hübsche Zentrum um den Hauptplatz (oben) und die Promenade an der Drau eher ein wenig verschlafen. Und das eine oder andere Gebäude harrt noch der Restaurierung.

Hier noch ein paar Impressionen:

Sausal

Das Sausal ist eine hügelige Landschaft zwischen dem Murtal und der Koralpe, ohne größere Orte, aber mit fruchtbaren Böden, die sich hervorragend eignen für den Anbau von Wein, Obst, Kürbissen etc.

Einen guten Überblick hat man vom Aussichtsturmauf dem Demmerkogel:

Nett ist auch Gleinstätten, mit einem Ensemble aus Renaissanceschloß und Pfarrkirche sowie dem hutförmigen Haus der Musik:

Im Park von Gleinstätten stehen verschiedene Skulpturen.

Da darf dann auch der Photograph mal aufs Bild, allerdings eher kubistisch als naturalistisch.

Etwas unentschieden wirkt der Ortsname von Großklein: Ja watt denn nu?

Und der Nachbarort von Großklein heißt wie? Genau.

Koralpe

Wanderwetter. Wandertag!

Die Koralpe ist ein Gebirgszug zwischen dem Lavanttal in Kärnten und dem Murtal in der Steiermark. Die Grenze verläuft über den Höhenrücken, der am Großen Speikkogel mit 2140m seine größte Höhe erreicht.

Die Wanderstrecke: Bärental – Loskogel (1790m) – Seespitz (2066m) – Großes Kar – Grillitschhütte. 16,83km in 3:56h. Ca. 800hm.

Loskogel:

Steinmandl:

Blick in Richtung Westen (Lavanttal):

Auf dem Höhenrücken:

Blick vom Seespitz:

Seespitz-Gipfel:

Großer Speikkogel:

Grillitschhütte: