Klagenfurt

Drittligafußball in einem EM-Stadion sieht so aus:

Austria Klagenfurt wurde vor einigen Jahren von Politik und Wirtschaft als Kärntner Prestige-Projekt entdeckt und nach einer Fusion mit dem Villacher SV als “FC Kärnten” 2001 in die erste Liga gehievt. Das Kunstprodukt FCK war aber ziemlich schnell am Ende, und es entstand ein neuer SK Austria. In Ö macht man sowas häufiger mal.

Immerhin genügten die paar Bundesligajahre des FC Kärnten, um Klagenfurt als EM-Spielort zur EM 2008 durchzusetzen – unter kräftiger Mithilfe des damaligen Kärntner Landeschefs Jörg Haider, und vielleicht war genau das auch die wesentliche Begründung für das FC-Kärnten-Projekt. Jedenfalls erhielt Klagenfurt dann 2006-07, also schon nach dem Ableben des FCK, ein neues knapp 100 Millionen Euro teures Stadion für 32.000 Zuschauer.

Das steht nun am südlichen Stadtrand am Uni-Gelände. Zum Regionalligaspiel der Austria gegen den TSV Hartberg kommen 420 Besucher.

Eibiswald – Lavamünd

Von Eibiswald kann man per Bundesstraße parallel zur österreichisch-slowenischen Grenze durch die südliche Koralpe fahren. Die Gegend ist sehr dünn besiedelt, es gibt wenige Dörfer, dafür viel Wald, und auf der Bundesstraße bin ich fast allein. Wer will da auch schon hin; der einzige nennenswerte Ort auf 40 Kilometern Strecke ist Soboth. Und dort leben 300 Menschen.

Die Straßenverbindung erhielt Soboth übrigens erst 1937.

Ungefähr an der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten liegt der Stausee Soboth. Wie man sieht, ist das Wetter heute nicht ganz so prächtig wie die letzten Tage.

Mit der Stille ist es dann aber in Lavamünd schlagartig vorbei. Der eigentlich recht hübsch an der Drau gelegene Ort ist arg vom Schwerlastverkehr geplagt, der sich durch die Hauptstraße wälzt. Lavamünd ist ein Kreuzungspunkt: Von hier führen Straßen nach Wolfsberg, Klagenfurt, Bleiburg, Graz und ins slowenische Dravograd.

Hödlmoser auf dem Fußballplatz

“(…) 

schon in der nächsten szene wird der aktive roskam von einem fürchterlichen fußtritt getroffen, so daß seine spielfähigkeit stark gemindert wird. 

roskam liegt unproduktiv am boden. 

eine einbuße muß befürchtet werden. 

nach dem fohnsdorfer publikumsprotest, der sich bis in das spielfeld hinein erstreckt, wird der fußtreter ausgeschlossen. 

am rand des spielfelds wird er von funktionären zusammengeschlagen. 

(…)” 

(Gruber, Aus dem Leben Hödlmosers, Kap. Die steirische Fußballgeschichte / Regieanweisung zu Hödlmosers Traum)

  

Du foot aussi, bien sûr. 

Am 1. Mai, beim Nachtragsspiel in Eisenerz, zwei Täler nördlich von Fohnsdorf, bleibt alles friedlich, so daß man neben dem 6:0 des heimischen WSV auch die schöne Aussicht genießen kann.

Thal bei Graz

Der kleine Ort Thal liegt etwas westlich von Graz im Grazer Bergland und besteht hauptsächlich aus einigen verstreut liegenden Siedlungen und Höfen. Einige Sehenswürdigkeiten hat Thal dennoch zu bieten: Die Pfarrkirche St. Jakob ist ein Werk von Prof. Ernst Fuchs (vgl. Bärnbach, Mosesbrunnen), der – wie Hundertwasser in Bärnbach – einen bestehenden Bau, die kleine Friedhofskirche, umgestaltete.

Fuchs entwarf auch den Erweiterungsbau für die Kirche, dessen Innenraum durchaus farbenfroh geworden ist:

Unbedingt sehenswert!

Und es gibt in Thal das Geburtshaus des berühmten Sohnes des Ortes. Als Bronzestatue steht er im Vorgarten des zum Museum umgewidmeten Hauses: Arnold Schwarzenegger.

Edelschrott

…hat ein wenig Pech mit seinem Ortsnamen (en français: on pourrait traduire le nom du village plus ou moins avec “ferraille noble”). 

Es ist aber ein hübscher kleiner Ort mit schöner Kirche im Zentrum, schön gelegen im Weststeirischen Bergland.

Wenigstens kann man den Namen nutzen, um am Ortseingang die Gäste mit einem Reim zu begrüßen.

Graz

Die Steirische Hauptstadt und die zweitgrößte Stadt Österreichs. Das merkt man sofort am Verkehr, der hier herrscht. Ich vermute ja, die suchen alle einen Parkplatz, der nicht 3-4 Euro kostet… in Zentrumsnähe. Fährt man weit nach draußen, zahlt man nur noch 1,20€ die Stunde, um dann am Rand einer Industriebrache zu parken. 

Nun ja. Das Zentrum jedenfalls, wenn man’s denn mal erreicht hat, ist wirklich hübsch. Zum Beispiel am Hauptplatz:

Von dort führt eine Treppenanlage hinauf zum Uhrturm auf dem Schloßberg:

Von oben hat man natürlich einen schönen Blick auf die Innenstadt:

Links im Bild ist übrigens (ganz in Schwarz) das neue Kunsthaus zu sehen, aus Anlaß des Kulturhauptstadtjahres 2003 errichtet.

Die Mur-Insel ist eine schwimmende Brücke, die ebenfalls 2003 installiert wurde (und anschließend wieder entfernt werden sollte, dann aber doch erhalten blieb).

Bärnbach

Die Kirche St. Barbara in Bärnbach stammt unverkennbar von Friedensreich Hundertwasser, der 1987 die zuvor recht schlichte Dorfkirche im eigenen Stil umgestaltete.

Mit der 1992 von Robert Zeppl-Sperl gestalteten Hauptschule und dem Mosesbrunnen von Ernst Fuchs besitzt der Ort gleich noch zwei weitere von zeitgenössischen Künstlern geschaffene Wahrzeichen.

Stift Rein

Das Stift Rein bei Graz ist das älteste durchgehend aktive Zisterzienserkloster weltweit. 1128 als Tochterkloster von Ebrach in Franken gegründet, war es das 38. Kloster des Zisterzienserordens.

Die heutige Anlage stammt allerdings nicht mehr aus dem 12. Jh., sondern aus der Barockzeit. Beeindruckend ist die Klosterkirche (die allerdings nicht gerade den stengen Baurichtlinien des Ordensgründers Bernhard von Clairvaux und dessen Forderung nach Schlichtheit entspricht).

Ins Murtal

Wechsel der Szenerie: Über den 1274m hohen Triebener Tauernpaß geht es durch die Niederen Tauern nach Süden ins Tal der Mur. Der Ort an der Paßhöhe in den Niederen Tauern heißt kurioserweise Hohentauern.

In der weiten und flachen Ebene der Mur hat sich viel Industrie angesiedelt und ist ein größerer Ballungsraum entstanden. Die Städte dort (Judenburg, Spielberg, Zeltweg, Knittelfeld…) sind meist architektonisch weniger spannend: Zeltweg hat einen Flugplatz, auf dem früher auch Formel-1-Rennen ausgetragen wurden und ein kleines Zentrum mit Pfarrkirche.

Spielberg, wo sich die aktuelle Formel-1-Rennstrecke befindet, die ich aus Gründen aber links liegen lasse, ist nur eine Ansammlung von Weilern mit einer in den 90ern erbauten Marktpassage als “neue Mitte”.

Sehenswert ist Fohnsdorf, wo bis 1978 noch Kohle abgebaut wurde und sich heute ein Bergbaumuseum am 45m hohen Fördergerüst befindet.

Auch in der Literatur hat Fohnsdorf seinen Platz gefunden, nämlich mit dem satirischen Roman “Aus dem Leben Hödlmosers” von Reinhard P. Gruber. Ist als Reiselektüre natürlich im Gepäck. Empfehlung vom Reisehasen (wenn man mit der durchgängigen Kleinschreibung Grubers zurechtkommt).

Ennstal

Na? Noch nicht genug von den Landschaftsphotos? Hier sind noch ein paar aus dem faszinierend schönen Ennstal. ?

   

Heute geht’s weiter in Richtung Süden, von Liezen über Judenburg nach Deutschlandsberg. 

Der Grimming von Irdning aus:

Dachstein von Schladming aus (auch für den Stadionphoto-Blog verwendbar):

Nochmal Dachstein:

In der Ramsau:

Kummerbrücke im Gesäuse:

Landschaft um die Wallfahrtskirche Frauenberg:

Bei Aigen im Ennstal: