Ofterdingen

Der fünfte Tag dieser Tour ist bereits wieder der Rückfahrtstag, an dem es aber noch ein paar Zwischenhalte gibt, zum Beispiel in Ofterdingen, das an der vielbefahrenen B27 (Abschnitt Stuttgart-Rottweil) liegt. Zumindest das eigentliche, sehr kleine Ortszentrum liegt aber nicht direkt an der Bundesstraße.

Vorher fährt der Reisehase aber noch bei Alb-Gold in Trochtelfingen vorbei. Zwar ist für Nudeln und Pasta eigentlich seit längerem Teigwaren Riesa der Hoflieferant des Reisehasen, aber die waren bis vor ein paar Jahren noch eine Tochter von Alb-Gold. Weshalb man in Riesa unter anderem auch die Schlauen Häschen kaufen konnte, Nudeln in Hasenform. Auf die hatte ich es eigentlich auch abgesehen beim Abstecher zum Werksverkauf bei Alb-Gold. Es gab sie aber nicht, und außerdem sind sie inzwischen in “Hoppel Hasen Pasta” umbenannt. Ganz mit leeren Pfoten fährt der Reisehase aber natürlich trotzdem nicht aus Trochtelfingen weg.

Mit der Pasta im Kofferraum geht es nach Ofterdingen, das etwa 20 Kilometer westlich schon im Vorland der Alb liegt. Hier fließt die Steinlach, ein kleinerer Neckar-Nebenfluß, über eine Kalksteinfläche. An einer Stelle im Flußbett kann man in einer Platte aus Kalkstein noch die Abdrücke von Ammoniten sehen, aus der Jura-Epoche stammend und beeindruckende 200 Millionen Jahre alt.

Ansonsten könnte man den Namen Ofterdingen aus der Literatur kennen: Von Novalis gibt es das Romanfragment “Heinrich von Ofterdingen” über einen allerdings nur in Sagen und Legenden dokumentierten Minnesänger, der am ebenfalls sagenhaften Sängerkrieg auf der Wartburg teilgenommen haben soll. Im Gegensatz zu anderen Minnesängern ist von Heinrich allerdings keine einzige Zeile überliefert, weshalb unklar ist, ob es ihn überhaupt gegeben hat. Richard Wagner hat die Heinrich-Sage um den Sängerkrieg später mit der Tannhäuser-Sage um den Venusberg verbunden, aber Heinrich von Ofterdingen nicht namentlich in seinen Tannhäuser aufgenommen. Auf dem Ofterdinger Kirchplatz steht seit 2008 ein Denkmal für Heinrich, der vermutlich, wenn es ihn denn gegeben hat, nur selten so einen Eimer (Blumentopf??) auf dem Kopf getragen haben dürfte.

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