Die Kleinstadt Grottau (Hrádek nad Nisou) liegt auf tschechischer Seite im Dreiländereck D-PL-CZ an der Lausitzer Neiße.

Die Kleinstadt Grottau (Hrádek nad Nisou) liegt auf tschechischer Seite im Dreiländereck D-PL-CZ an der Lausitzer Neiße.

Die größte Stadt in Nordböhmen ist mit knapp über 100.000 Einwohnern Reichenberg (Liberec). Die Namen klingen zwar sehr unterschiedlich, bedeuten aber das Gleiche, denn in der tschechischen Variante ist schlicht im Lauf der Zeit aus dem R im Anlaut ein L geworden und der Teil dahinter weggefallen. Von Reichen- ist also nur Li- übriggeblieben.

Am südlichen Rand des Isergebirges an der Quelle der Lausitzer Neiße liegt die Industriestadt Gablonz. Der Ort wurde ab dem 17. Jahrhundert für die Glasherstellung bekannt.

Von Hohenelbe geht die Fahrt heute wieder westwärts. Zunächst ins Isergebirge. Das ist ein Gebirgszug, der sich westlich an das Riesengebirge anschließt und nicht ganz so hoch ist, aber dennoch ebenfalls ein veritables Mittelgebirge darstellt. Die Straßen werden schmaler, die Ortschaften kleiner, die Wälder dichter und dunkler.

Trautenau liegt am südöstlichen Rand des Riesengebirges. Die Stadt mit knapp 30.000 Einwohnern hat eine gut erhaltene historische Innenstadt, die in beiden Weltkriegen von Zerstörungen verschont blieb.

Der Kammweg bleibt atemberaubend: Nach der Großen Sturmhaube (1424m) wird er wieder zum „normalen“ Weg und verläuft nicht mehr über nebeneinandergelegte flache Granitplatten. Er führt aber weiter an bemerkenswerten Felsformationen vorbei.

Weiter geht es auf dem Kammweg, und nach den Schneegruben jagt weiterhin ein Höhepunkt den nächsten. Wie die Veilchenspitze (siehe vorangegangenen Beitrag) besteht auch das Hohe Rad aus großen Felsblöcken. Der Gipfel ist mit 1509 Metern der höchste Berg des westlichen Riesengebirges.

Kurz nach der Elbquelle ist der Kammweg erreicht, ein Weg über die Höhen des Gebirges. Er führt entlang einer der ältesten Grenzen Mitteleuropas: Sie wurde schon 1526 von den Habsburgern festgelegt und blieb bis heute nahezu unverändert. Nur die Länder wechselten, waren mal Böhmen und Schlesien, mal Österreich-Ungarn und Preußen, mal Tschechoslowakei und preußische Provinz Schlesien. Heute verläuft hier die polnisch-tschechische Grenze.

Hier in diesem runden Becken, wenige hundert Meter vom Hauptkamm des Riesengebirges entfernt gelegen, beginnt auf einer recht kahlen Hochfläche der 1097 Kilometer lange Flußlauf der Elbe.

Das ist heute die Königsetappe dieser Tour. Eine lange Wanderung im Riesengebirge, mit vielen wirklich spektakulären Landschaften, Felsformationen und Ausblicken entlang der Strecke. Vorab die Rahmendaten: 25,6 Kilometer in 6:51 h (davon reine Gehzeit 4:47 h). Etwa 500 Höhenmeter bergauf und etwa 900 bergab. Das alles läßt sich unmöglich in einen einzigen Beitrag pressen. Es werden also deren fünf.
