Vor kurzem stand das Dreikaisereck bei Myslowitz auf dem Tourenprogramm, nun folgt ein Dreiländereck, und zwar eines, das noch existiert und nicht nur ein historischer Punkt ist. In den Schlesischen Beskiden treffen Polen, Tschechien und die Slowakei aufeinander.
Teschen ist eine sehr hübsche Stadt, die noch heute ein gewisses Flair aus den Zeiten der Habsburgermonarchie vermittelt und zu den schönsten Städten auf der diesjährigen Schlesien-Tour zählt.
Freistadt war früher mal eine Bezirkshauptstadt in Österreichisch-Schlesien. Heute ist Fryštát nur noch ein Stadtteil, und zwar von Karviná, einer Stadt, die schon zum industriell geprägten Ballungsraum um Ostrau gehört und sich als Industriestadt so weit ausgedehnt hat, daß sie das deutlich ältere Freistadt aufgefressen hat. Freistadt bildet nun so etwas wie den historischen Stadtkern von Karviná. Es gibt einen schönen Hauptplatz, der drüben in Polen ganz bestimmt Rynek heißen würde, hier aber nach dem tschechischen Politiker Jan Masaryk benannt ist. Der wurde 1948 von den Kommunisten ermordet, die das als Selbstmord inszenierten. Leute aus dem Fenster zu werfen hat ja eine lange Tradition in Tschechien…
Vom Hultschiner Ländchen geht die Tour ostwärts zum nächsten Hotel, das auf tschechischer Seite der Grenze in Petrovice liegt. Fährt man vom tschechischen Hultschin auf kürzestem Weg nach Petrovice, führt die Strecke ein Stück durch Polen, ehe man bei Annaberg / Chałupki wieder die Grenze überquert und nach Oderberg (Bohumín) kommt. Annaberg (PL) und Oderberg (CZ) liegen direkt gegenüber auf beiden Seiten der Oder, die hier ein paar Kilometer die Grenze bildet.
Die Gegend um Hultschin, eine tschechische Kleinstadt zwischen Troppau und Ostrau, ist ein hübsches Hügelland, das von der Oppa durchflossen wird. Die Landschaft wurde vor hundert Jahren Hultschiner Ländchen genannt, was genau so idyllisch und beschaulich klingt, wie es hier damals wohl war und eigentlich heute noch mindestens stellenweise ist.
Als Nachbereitung zur Mai-Tour im vergangenen Jahr entlang der tschechischen Nordgrenze durch das böhmische Erzgebirge, Nordböhmen und das Riesengebirge kommt hier das 21. Reisehasen-Album.
Noch einmal macht der Reisehase einen Abstecher über die Grenze nach Tschechien. Von Oybin und Jonsdorf ist es ja nicht weit. Auf der anderen Seite liegen die beiden Städte Warnsdorf (Varnsdorf) und Rumburg (Rumburk) nur einen Steinwurf von der Grenze.
Die Kleinstadt Friedland (vollständiger tschechischer Name: Frýdlant v Čechách) liegt in den westlichen Ausläufern des Isergebirges an der Wittig (Smědá).
Südlich von Marklissa beginnt das Isergebirge, und es ist wieder einmal Zeit für eine Wanderung: Von Neustadt an der Tafelfichte zur Tafelfichte. Rahmendaten: 12,7 km in 2:41 h. 644 Höhenmeter.