Das Riesengebirge

Das Riesengebirge ist das polnisch-tschechische Grenzgebirge, das sich von Jakobsthal (Jakuszyce) im Westen bis Liebau und Trautenau (Lubawka / Trutnov) im Osten erstreckt. Nach Westen schließt sich das Isergebirge an, nach Osten das Rehorngebirge. Alle Gebirgszüge gehören zu den Sudeten. Von Süden kommend sieht man die böhmische Seite des Gebirges, die nicht ganz so steil abfällt wie die nördliche Seite in Richtung Schlesien.

Am Wegesrand stakst der Storch durch die Wiesen. Ok, das sehe ich quasi jeden Tag vor der eigenen Haustür, aber hübsch anzuschauen ist es trotzdem.

Auf Tschechisch heißt das Gebirge Krkonoše. Fast gleichlautend, nämlich Krakonoš, lautet auch der Name seines berühmtesten Bewohners: Rübezahl, der Herr der Berge. Er ist in allen Orten des Riesengebirges anzutreffen, meist dargestellt als älterer Mann mit langem weißem Bart, weshalb man ihn heute recht leicht mit Gandalf verwechseln kann.

Um den Herrn der Berge (Rübezahl soll man ihn im Riesengebirge nicht nennen, weil er sonst böse wird, und das wollen wir ja schließlich nicht) ranken sich zahllose Sagen und Erzählungen, die wohl schon im Mittelalter als Volksmärchen entstanden und 1662-65 durch Johannes Praetorius aufgezeichnet wurden. Johann Musäus brachte in seinem Buch mit Volksmärchen (1783) dem bei Praetorius noch ziemlich ungehobelten Berggeist dann wenigstens stellenweise auch Manieren bei. Mehr zumindest als manchen Touristen, die, während ich den Text hier schreibe, barfuß im Frühstücksraum des Hotels herumlaufen. Würg.

Das Hotel ist in Hohenelbe (Vrchlabí) am südlichen Fuß des Gebirges, über das es hier ein eigenes Museum gibt.

Hohenelbe ist der Standort des Reisehasen für die kommenden drei Tage. Das wird nicht reichen, um das so vielseitige Riesengebirge wirklich erschöpfend zu bereisen, aber für einen ersten Eindruck sollte es passen. Hohenelbe, an der noch jungen Elbe gelegen, besitzt ein großes Renaissanceschloß, einst Sitz der Grafen Czernin-Morzin…

…und ein ebenfalls aus der Renaissancezeit stammendes Rathaus.

Und in den Beiträgen der nächsten Tage wird sich dann alles ums Riesengebirge drehen.

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