Salers und Rückfahrt

Von Aurillac aus ist die Rückfahrt ins Saarland etwa 800 Kilometer lang. Einmal volltanken und dann durchfahren. Der Weg ist ähnlich lang wie die Hinfahrt nach Saint-Flour, aber Aurillac liegt weit abseits aller Autobahnen, und so finden die ersten hundert Kilometer der Rückfahrt auf Landstraßen statt. Man kommt dann zwar langsamer voran, kann aber unterwegs nochmal halten und ein paar Orte besichtigen. Zum Beispiel Salers.

Diese Ecke des Cantal ist extrem dünn besiedelt. Salers dient als regionales Zentrum, mit einigen kleineren Geschäften in der historischen Altstadt, und als touristischer Anlaufpunkt mit einer gut erhaltenen historischen Altstadt. Und das alles bei gerade mal 300 Einwohnern.

Am südlichen Rand der Altstadt liegt die Place de Barrouze mit einer großen Aussichtsterrasse mit Blick auf die Berge und Täler des Cantal, hier zum Beispiel in Richtung Pas de Peyrol und Puy Mary, die sich aber hinter den bewaldeten Hügeln verstecken.

In Salers findet der Reisehase dann auch endlich mal wieder einen Hasen. Die sind auf dieser Reise irgendwie viel zu selten aufgetaucht.

Weiter nördlich liegt Mauriac, das mit seinen 3.500 Einwohnern deutlich größer und städtischer ist. Hauptsehenswürdigkeit ist die Kirche Notre-Dame-des-Miracles, eine der großen romanischen Kirchen der Auvergne.

Noch weiter nördlich ist in Bort-les-Orgues fast schon die Autobahn erreicht. Das kleine Städtchen an der Dordogne, das schon zum Département Corrèze gehört, also zum Limousin und nicht zur Auvergne, ist auch einen Halt wert, zum einen wegen der namensgebenden „Orgues“, der Kalksteinfelsen über dem Flußtal…

…zum anderen wegen der Harmonie, die das Ortsbild bietet.

Na, das war jetzt unfair. Bort-les-Orgues ist nämlich durchaus hübsch, zum Beispiel hier an der Pfarrkirche Saint-Germain.

Und dann geht’s ab auf die Autobahn und mit einem Zwischenhalt im südlichen Burgund, kurz vor Chalon-sur-Saône, zurück ins Saarland.

Der Reisehase hatte sehr schönes Wetter, weil sich der September wieder einmal als sehr stabil erwiesen hat (in Aurillac ist es der Monat mit den geringsten Niederschlagsmengen). Er hat viel gesehen (und viel geschrieben) und neben einigen lokalen Spezialitäten auch fast 4.000 Photos mitgebracht – und einige gute Ideen, diese Photos in Buchprojekte umzuwandeln. Manche kulinarische Spezialität mußte er nicht mitbringen, weil sie noch von der letzten Reise in die Region im Regal steht. Zum Beispiel den Salers Gentiane, einen Enzianlikör. Der schmeckt sehr intensiv und sehr bitter, und beim ersten Versuch findet man ihn ziemlich furchtbar. Aber wenn man sich drauf einläßt und ihm eine zweite Chance gibt, mag man ihn. Santé!

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