Den Fußballteil zu Zabrze lagere ich mal in einen eigenen Beitrag aus; das wird sonst zu lang. Wie schon erwähnt, zählen die Clubs aus dem Oberschlesischen Revier zu den erfolgreichsten im polnischen Fußball. Górnik Zabrze gehört auf jeden Fall dazu: 14 mal polnischer Meister, siebenmal Pokalsieger. Seit 1988 ist aber kein Meistertitel mehr dazugekommen. Immerhin gelang dieses Jahr der Pokalsieg. Die Spielstätte heißt Ernst-Pohl-Stadion, bzw. Stadion Miejski w Zabrzu im. Ernesta Pohla.

Ernst Pohl war deutschstämmig, spielte aber von 1955 bis 1965 für die polnische Nationalmannschaft und in dieser Zeit auch für Górnik. Das Stadion trägt seit 2004 seinen Namen. Errichtet wurde es ursprünglich 1934 und trug da keinen schönen Namen. 2011-16 wurde es komplett umgebaut. Dabei erhielt es die eigenwillige und etwas arg dunkel geratene Außenhülle.

Górnik, das die Bergbautradition schon im Namen trägt, war auch international erfolgreich, vor allem 1969/70: Im Europapokal der Pokalsieger erreichte der Club das Finale, das in Wien knapp mit 1:2 gegen Manchester City verloren ging. Daran erinnert man mit einem Wandgemälde unter einer Brücke im Zentrum von Zabrze.

Der deutsche Vorkriegs-Verein, Preußen Hindenburg, stammte ursprünglich aus dem Nachbarort und späteren Stadtteil Zaborze. Er hatte seine Heimat im Süden der Stadt, nahe der Guidogrube. Dort lag der Preußenplatz im Steinhoff-Park, benannt nach dem Direktor der örtlichen Grube Königin Luise. Der Park existiert noch und heißt heute Pilecki-Park. Man kann aber noch Spuren aus der Vorkriegszeit finden.

Der Preußenplatz existiert nicht mehr als Fußballplatz, ist aber noch eine Lichtung im Wald des Parkgeländes, ein von einer Mauer umgebenes Oval.
