Während Beuthen und Tarnowitz Städte mit längerer Geschichte sind, ist Zabrze eine sehr junge Stadt und eine typische Industriestadt hier im Revier.

Einen Ort namens Sadbre oder Cunzendorf gab es schon in der Zeit um 1300, aber das war nur ein kleines Bauerndorf. Als Gemeinde entstand Zabrze erst 1905; da waren in der Umgebung schon einige Bergwerke entstanden, unter anderem die Guidogrube, die nach ihrem Besitzer benannt wurde: Guido Henckel von Donnersmarck (1830-1916) war Reichsfürst und Industrieller, besaß außer der Guidogrube noch eine größere Anzahl weiterer Betriebe und zählte zu den reichsten Männern seiner Zeit. Die Guidogrube ist heute Besucherbergwerk und einer der meistbesuchten Ankerpunkte der Route Industriekultur hier im Oberschlesischen Revier.

Aber erstmal mußte ich dem Kollegen gleichen Namens ein Bild vom Stadtteil-Schild schicken.

Ein Bergmann darf dann auf dem Wandgemälde namens “Moje miasto” (“meine Stadt”) natürlich nicht fehlen. Ein Fußballer auch nicht; Górnik war ja schon das Thema.

Dem Mann mit dem Herzen in der Hand hat man in Zabrze noch ein anderes Denkmal gesetzt: Zbigniew Religa führte 1985 die erste erfolgreiche Herztransplantation in Polen durch.

Und auch Horst Eckert wurde in Zabrze geboren. Er schrieb zahlreiche Bücher, die weltweit erfolgreich waren, auch und gerade in Deutschland. Ob man ihm in Panama ein Denkmal aufgestellt hat, weiß ich nicht.

Und weil hier noch ein Tier fehlt, obwohl Janosch ja auch einen Hasen im Repertoire hätte (“Kleiner Hase Baldrian”), setzt sich der Reisehase mal zu Tigerente & Co.

Zabrze hieß von 1915 bis 1945 Hindenburg O.S., zu Ehren des Generalfeldmarschalls. Vermutlich war Zabrze für deutsche Zungen einfach zu schwierig. Der Ort war 1915 bloß eine Landgemeinde und hatte noch nicht einmal die Stadtrechte (die kamen erst 1922, als direkt östlich der Stadt die neue Grenze zum polnischen Teil Oberschlesiens verlief). Dabei zählte das aus mehreren Bergarbeitersiedlungen und ein paar älteren Dörfern zusammengewachsene Hindenburg schon damals immerhin 70.000 Einwohner. Heute sind es mehr als doppelt so viel, wobei es aber auch 21 teils recht große Stadtteile gibt. Das Zentrum der Stadt ist daher gar nicht so groß.

Es ist auch nicht flächendeckend schön, bietet aber immerhin einige Häuserzeilen und Bauten aus der Gründerzeit.



Und natürlich haben auch spätere Epochen zum Stadtbild beigetragen.

Sehenswert sind auch manche Kirchenbauten, vor allem die aus Holz errichtete Kirche St. Hedwig im Stadtteil Zaborze (mit o!). Sie ist jünger als sie vielleicht aussieht: Sie stammt von 1928-29.

Fast aus der gleichen Zeit ist auch dieser Bau: Die Josefskirche ist ein Entwurf von Dominikus Böhm, der in den 20er und 30er Jahren zahlreiche bedeutende Kirchenbauten in ganz Deutschland entwarf – und nach dem Krieg auch im Saarland tätig war (St. Wendelin in Dirmingen, Liebfrauen in Püttlingen).
