Stans

Über die Gleichung Unterwalden = Obwalden + Nidwalden habe ich ja schon im Artikel zu Sarnen, dem Obwaldner Hauptort, geschrieben. Hier kommt nun der Hauptort Nidwaldens: Stans liegt nur etwa 15 Kilometer von Sarnen entfernt; die beiden Halbkantone sind nicht gerade riesig, was ihre Flächen angeht (490 bzw. 276 qkm). Und auch Stans mit seinen gut 8.000 Einwohnern geht nicht gerade als Großstadt durch.

Im Gegenteil: Stans hat mehr noch als Sarnen seinen dörflichen Charakter behalten. Das sieht man vor allem am Ortszentrum, das durch den Dorfplatz gebildet wird (Bild oben). Hier stehen alte Holzhäuser und Gasthöfe sowie die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Manches ist aber auch deutlich repräsentativer geworden.

Das Wahrzeichen des Ortes ist aber kein Gebäude, sondern ein Berg: Das Stanserhorn ist zwar “nur” 1897m hoch, aber dennoch ein sehr markanter Berg, der schon von weitem zu sehen ist und der von seinem Gipfel eine weite Aussicht bietet (was der Reisehase aber nur gelesen hat, weil er nicht oben war).

Auf den Berg fährt seit 1893 die Stanserhorn-Bahn, eine Standseilbahn, die aufgrund der großen Streckenlänge ursprünglich in drei Sektionen aufgeteilt war. Die beiden oberen Sektionen wurden 1975 durch eine Luftseilbahn ersetzt (die seit ein paar Jahren als “Cabrio” fährt, also mit oben offenen Gondeln oder Kabinen oder Wagen oder wie immer das bei dieser Bahn heißt). Im Badischen würde man wohl “Wägen” sagen. Und DAS ist mal auf jeden Fall falsch.

Am Rathausplatz in Stans steht die Skulptur “Das Mädchen und der Tod” von Rolf Brem, eine zeitgenössische Vanitas-Darstellung.

Noch deutlich expliziter ist das danebenstehende Winkelried-Denkmal, das an Arnold Winkelried erinnert, der sich in der Schlacht von Sempach (1386) geopfert haben soll, um damit den eidgenössischen Sieg zu ermöglichen. Warum der Bildhauer Ferdinand Schlöth hier mal so richtig mit dem Morgenstern draufhauen läßt (so ähnlich wie Milan Peschel im Tatort “Weil sie böse sind”, 2010 war das, als die Tatorte noch gut waren), bleibt etwas unklar. Vermutlich, um die klassische Dreiecksform der Figurengruppe zu unterstreichen. Oder einfach nur aus purer Freude an ungehemmten Gewaltdarstellungen. Ganz unrealistisch ist es ja auch nicht, weil solche Waffen in Sempach ganz bestimmt im Einsatz waren.

Dem Herren Winkelried wird der Reisehase später auf dieser Tour nochmal begegnen. Den Namen können wir uns also schon mal merken. 😉

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