Dat mut glücken

Der dänische König Christian IV. ließ ab 1617 an der Unterelbe eine Festungsstadt errichten, die er Glückstadt nannte, denn: “Dat schall glücken, dat mut glücken, und dan schall se ok Glücksburg heten”. Geplant war die neue Stadt sowohl als Residenz als auch als Konkurrenz zu Hamburg und Altona.

Entstanden ist eine typische neuzeitliche Fürstenstadt, mit großem zentralem Marktplatz, von dem geradlinig die Straßen ausgehen. Als Saarlouiser fühle ich mich da natürlich an die Vauban’schen Festungsstädte erinnert.

Glückstadt aber war auch Hafenstadt und besitzt den Stadthafen noch heute, auch wenn der eher beschaulich als geschäftig daherkommt.

Der Plan, Hamburg Konkurrenz zu machen, ging bekanntlich nicht auf. Aber was bleibt, ist eine sehenswerte Kleinstadt, die schön in den Elbmarschen liegt.

O Fortuna

…so beginnen Carl Orffs “Carmina Burana”. Wenn die Stadt schon Glückstadt heißt, bleibt dem Fußballverein ja quasi nicht anderes übrig, als sich den Namen Fortuna zu geben.

Die Fortuna spielt auf einem schönen Gelände in den Elbmarschen direkt hinterm Deich.

Gegen Büsum allerdings scheint Fortuna gerade keine Zeit zu haben, denn die Glücksburger verlieren 2:4. O Fortuna. 

Elbphilharmonie 

Im Januar eröffnet, hat sich die Elbphilharmonie sofort zum Besuchermagneten entwickelt.

Das gilt sowohl für die Konzerte, die auf Monate hinaus ausverkauft sind, als auch für die Besichtigung der Aussichtsterrasse. Der Andrang ist immens. Aber es lohnt sich, denn architektonisch ist ihnen da ein großer Wurf gelungen. Ok, es war etwas teurer als gedacht, aber wichtig ist ja bekanntlich, was hinten rauskommt.

Die Aussicht über Hafen und Speicherstadt ist schon was Besonderes. 

Allen gefällt das.

Stade

Von Buxtehude aus sind’s nur 20 Bahnminuten bis Stade (allerdings nur hin – zurück waren’s dank einer Betriebsstörung dann 60). Die Stadt kommt ohne Hase und Igel aus und hat dann auch noch das Pech, für ein inzwischen abgewickeltes und rückgebautes Kernkraftwerk bekannt zu sein. Unfair wäre es, die Stadt darauf zu reduzieren, denn die von den Flußarmen der schiffbar gemachten Schwinge umgebene Altstadt ist richtig hübsch.

Stade ist eine alte Hansestadt, was man an den alten Kontoren, den innerstädtischen Häfen, Straßennamen wie Salzstraße und überhaupt einer gewissen Ähnlichkeit mit Lüneburg erkennen kann. Und auch die kulinarische Komponente ist präsent.

Buxtehude

Ick bün al dor.

Buxtehude, hübsche Kleinstadt südwestlich von Hamburg, war Austragungsort eines bedeutenden Ereignisses, dem heute ein Denkmal gesetzt ist:

Hier fand nämlich der Wettlauf von Hase und Igel statt. Die Überlieferung in der Grimm’schen Form zweifle ich allerdings an, denn da ist der Hase als ziemlich arroganter und ein wenig doofer Geselle geschildert, was natürlich nicht der Realität entsprechen kann. Der Reisehase glaubt diese Version jedenfalls nicht. Und die Igel sind ja auch nicht ganz fair.

In der Stadt kann man Hase und Igel dennoch an allen Ecken und Enden finden.

Ganz meine Stadt also. Und auch sonst lohnt die Altstadt einen Besuch. Hier das Rathaus.

Meck Meck

Unplanmäßiger Halt in Gelnhausen. Weil, laut Durchsage, die Strecke von Ziegen belegt ist, die erst verscheucht werden müssen. ?

Update: Die 15 ziegenbedingten Verspätungsminuten sind zwischenzeitlich aufgeholt. Ankunft in Hamburg à point. Bahn gut. 

Konstanz

Im Französischen heißt der Bodensee “Lac de Constance”, ist also nach der Stadt am Ausfluß des Rheins aus dem Obersee benannt. Diese wiederum hat ihren Namen vom römischen Kaiser Constantius.

Die schöne Altstadt von Konstanz liegt südlich des Rheins direkt an der Schweizer Grenze und bietet eine Menge an alten Häusern, teilweise noch mit Fassadenmalereien aus der Renaissancezeit.

1414-18 fand in diesem Gebäude (und im Münster) das Konstanzer Konzil statt.

Im Zuge dessen wurde unter anderem Papst Martin V. gewählt (die einzige Papstwahl nördlich der Alpen) sowie dem tschechischen Reformator Jan Hus der Prozeß gemacht (nicht der einzige Prozeß dieser Art nördlich der Alpen). Hus wurde in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Was während des Konzils Hochkonjunktur hatte, war die Prostitution. Daran erinnert seit 1993 die Imperia am Hafen.

Die Figur dreht sich in vier Minuten um die eigene Achse und trägt auf ihren Händen einen nackten weltlichen Herrn und einen ebensowenig bekleideten Kleriker (die Figuren werden allgemein als Kaiser und Papst gedeutet). Daß die Figur heftig umstritten war, wundert daher nicht. Heute ist sie vielbesuchtes Photomotiv.

Mit der Gesamtsituation auch bei Nebel zufrieden: Der Reisehase.