Der Waldrapp

…ist der einzige in Europa heimische Ibisvogel. Momentan laufen Versuche, den im 17. Jahrhundert in freier Wildbahn ausgerotteten Vogel wieder auszuwildern. Die Schwierigkeit besteht darin, daß man den Viechern erst wieder beibringen muß, im Winter in den Süden zu fliegen und im Frühjahr in die Brutgebiete nördlich der Alpen zurückzukehren. Das versucht man, indem man mit Ultraleichtflugzeugen vorwegfliegt. Etwa 500 Tiere leben schon wieder in freier Wildbahn. In Kuchl im Tennengau ist ein Brutgebiet eingerichtet. Infos zu diesem interessanten Projekt: www.waldrapp.eu.
In der Volière am Georgenberg sind aktuell etwa zehn Vögel. Außerhalb hat sich leider keiner blicken lassen.

Den Waldrapp wird nicht jeder schön finden. Und ein Singvogel ist er schon gleich gar nicht (er gluckst eher und klingt irgendwie wie eine Mischung aus tropfendem Wasserhahn und Schluckauf). Aber mir gefällt er gut, mit seinem an den Flügeln rot und grün schimmernden Gefieder. (Das Bild ist nicht besonders; der Zoom der Handykamera ist nicht gut, und dann noch durchs Netz… Aber ich werde demnächst noch zwei Profis nach Kuchl schicken, da kommen dann bessere Bilder raus 😉 )

In Tennengau und Pongau

Der Tennengau ist eine Landschaft südlich von Salzburg. Die Salzach fließt hier in einem weiten Tal durch Hochgebirgsmassive wie Tennengebirge und Hagengebirge, die den Tennengau nach Süden vom Pongau trennen.

In Hallein, einer alten Salzbergbaustadt, lebte und arbeitete Franz Xaver Gruber, der Komponist des schönsten Weihnachtsliedes überhaupt. Stille Nacht heilige Nacht wurde 1818 in Oberndorf erstmals gespielt. In Hallein steht das Gruberhaus mit Museum, das leider momentan geschlossen ist. Vor dem Haus befindet sich das Grab Grubers.

Tenneck ist ein kleiner Ort, der sich um eine alte Eisenhütte entwickelte. Ein Eisenwerk gibt es noch heute.

Bischofshofen ist vor allem bekannt für seine große Skisprungschanze, auf der jedes Jahr am Dreikönigstag das Abschlußspringen der Vierschanzentournee ausgetragen wird. Die Naturschanze ist benannt nach dem 1952 mit 26 Jahren tödlich verunglückten Skispringer Paul Außerleitner. Der Aufsprunghang ist unfaßbar steil; das kommt am Fernseher (und hier im Photo) überhaupt nicht richtig rüber. Die seitliche Treppe hochzugehen ist eher Klettern als Treppensteigen.

Pfarrwerfen ist ein kleiner Ort im nördlichen Pongau, hübsch gelegen am Hang oberhalb der Salzach, mit lustigem Namen und eigener Autobahnauffahrt.

Den Namen hat der Ort von der Burg Hohenwerfen.

Hinterkaifeck

Vielleicht sollte man eine Tour nicht mit einer Ausstellung über einen Sechsfachmord beginnen. Vielleicht paßt das aber auch ganz gut zu einer Österreich-Tour, denn den Bewohnern wird ja ein gewisser Hang zum Morbiden nachgesagt.

Hinterkaifeck war ein Einödhof in Niederbayern , in dem 1922 alle sechs Bewohner erschlagen wurden, darunter auch Kinder im Alter von 7 und 2. Weil der Mord viel Aufsehen erregte, es zahlreiche gruselige Details gab und weil das Geschehen immer geheimnisvoll blieb und nie aufgeklärt werden konnte, zählt der Fall bis heute zu den spektakulärsten Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte.


Vor ein paar Jahren wurde eine Dokumentation über Hinterkaifeck produziert. Wer starke Nerven hat, kann mal auf die Suche gehen und sich die anschauen. Aber: Dagegen sind alle Horrorschocker Kinderkram, weil bloß Fiktion…  Das war schon sehr grausig. ? Wer tiefer ins Thema einsteigen will: Es gibt auch Webseiten zum Thema.

Eines von nur fünf existierenden Photos vom Tatort.


Und aktuell gibt es nun die Austellung im Turm Triva in Ingolstadt, mit Dokumenten und Rekonstruktionen. Spannend.

 

Résumé: Je commence mon tour avec une expo sur un assasinat multiple, un cas de 1922 toujours très fameux en Allemagne. Ben, c’est pas un sujet trop mignon ptet comme départ en vacances, mais d’autre part c’est approprié car les Autrichiens ont une certaine affiction au choses morbides… Et le tour ne va pas continuer comme ça, j’promets. ?

Ö

Die Österreich-Tour im Frühjahr hat sich inzwischen etabliert, weshalb das hier als Ö6 zählt. Bei teilweise nochmal 20cm Neuschnee diese Woche ist die Bezeichnung “Frühjahr” allerdings nicht unbedingt angebracht.

Aber egal. Auf in die Steiermark, Ich spendiere 18 Reisetage.

Der Plan beinhaltet unter anderem eine Großstadt (Graz – sonst gibt’s da keine; dafür jede Menge Dörfer), markante Architektur, einige Wanderungen (die nur im äußersten Notfall abgekürzt werden), sechs Zisterzienserklöster, ein bißchen Fußball und zahlreiche regionale Spezialitäten, die nach und nach im Reisegepäck landen und den Kofferraum vollmachen werden.
So jedenfalls der gut gefüllte Reiseplan, in dem allerdings kein Neuschnee vorgesehen war. :-/  Die eine oder andere Wanderung oberhalb von 1500m muß ich wohl tieferlegen. 

Alors: En marche!

Edinburgh

Obwohl es weniger Einwohner hat als Glasgow, wirkt Edinburgh größer und hauptstädtischer.

Neben der Altstadt auf dem Felsrücken entlang der Royal Mile hat die Stadt noch ein weiteres Zentrum, die im 19. Jh. nördlich der Altstadt auf schachbrettartigem Muster angelegte Altstadt mit zahlreichen repräsentativen Bauten und breiten Boulevards. 

Einen schönen Blick auf die Altstadt hat man – auch – vom Nelson Monument auf dem Calton Hill.

Und hier noch ein paar Eindrücke aus der Stadt. Am unteren Ende der Royal Mile steht das 2004 erbaute schottische Parlament.

Direkt gegenüber steht das alte Abbey Sanctuary.

Und dann nähert die Tour sich auch schon wieder ihrem Ende. “Beannachd leat” sagt der Reisehase.

Culinaria

Immer wieder gut: Essen und trinken im Pub.  Zum Beispiel hier in Edinburgh.

Schottische Spezialität ist u.a. der Lachs, hier als Chili Salmon zu Kartoffelpüree.

Und natürlich kann ich nicht nach Schottland fahren, ohne wenigstens einmal Haggis zu essen, bzw. “Haggis, Neeps and Tatties”.

Sehr gut. ? Bon appétit!

Leith

Leith ist der Edinburgher Hafen. Hier liegt unter anderem auch die königliche Yacht Britannia, die ich aufgrund meines nur spärlich ausgeprägten Royalismus aber nur von weitem anschaue (man könnte sie auch besichtigen).

Drumherum herrscht Trubel in Form einer Shopping Mall mit Riesenrad. 

Deutlich geruhsamer geht es an den eigentlichen Hafenanlagen zu.

Außerdem gibt es noch einen kleinen Stadthafen.

Irvin Welshs Roman “Trainspotting” spielt in Leith; der Stadtteil ist heute aber offensichtlich nicht mehr nur das heruntergekommene Hafenviertel, das es wohl in den 90ern noch war.

Die schottische Band The Proclaimers besingt den Stadtteil in “Sunshine on Leith”, was sich der hier angesiedelte Hibernian F.C. als Vereinslied gesichert hat. Der 1875 gegründete Club (die “Hibs” sind also dreizehn Jahre älter als der älteste deutsche Fußballverein) spielt hier an der Easter Road – aber leider nicht heute.

Hibernian hat seine Wurzeln ebenso wie Celtic in der irischstämmigen Arbeiterschaft.