Deltawerk

1953 kam es bei einer schweren Sturmflut zu verheerenden Überschwemmungen in den südwestlichen Niederlanden; es gab fast 2.000 Todesopfer und große Zerstörungen. Der niederländische Staat beschloß daraufhin eine großangelegte Schutzmaßnahme: Das Deltawerk.

Durch Dämme zum Meer hin sollten die tief gelegenen Gebiete des Rhein-Maas-Deltas zukünftig vor solchen Katastrophen geschützt werden.

In den folgenden 40 Jahren entstanden in einer gigantischen Baumaßnahme zahlreiche Dämme und zwölf große Sperrwerke. Diese sind normalerweise geöffnet, damit die Binnengewässer nicht von den Gezeiten abgeschnitten werden und das Flußwasser ungehindert abfließen kann. Nur bei angedrohter Sturmflut werden die Sperren des Deltawerks geschlossen.

Das Oosterschelde-Sperrwerk besteht aus 62 Stahltoren, die etwa 40 Meter breit sind und jeweils etwa 500 Tonnen wiegen.

Heute, bei sonnigem Wetter, sind die Tore natürlich geöffnet (sie müssen ohnehin im Schnitt nur einmal pro Jahr geschlossen werden). Die Strömung der Gezeiten ist trotz des eigentlich ruhig wirkenden Meeres beeindruckend stark.

Aan Zee

Vandaag: Een Zeehaas.

Ich habe zwar im Vorfeld 25° Wassertemperatur angefordert, aber es sind dann doch nur 19° geworden. Die skandinavischen (= lübischen) Leserinnen werden jetzt zwar sagen: Boah. Voll warm. Ich bin aber nicht abgehärtet und bleibe also nur für knapp drei Minuten im Wasser. Bei 24° Lufttemperatur ist es aber auch so sehr angenehm, an einem schönen und laaaangen Sandstrand, zunächst am Brouwersdam, später dann auf Schouwen-Duiveland bei Renesse.

Auch wenn es auf den Bildern sehr einsam wirkt: Ich bin nicht allein an den Stränden um Renesse. Vor allem scheint mindestens halb NRW hier zu sein; da sind wohl noch Ferien.

Rotterdam: Kubuswoningen

Zu den architektonischen Highlights Rotterdams zählt zweifellos die würfelförmige Wohnanlage, die der Architekt Piet Blom entwarf und die 1984 über eine starkbefahrene Hauptstraße am Rand eines Hafenbeckens erbaut wurde.

Neben der Promenade unterhalb der Wohnungen ist auch einer der Kuben als Museum und Schauwohnung öffentlich zugänglich, die anderen sind bewohnt. Drei Etagen und etwa 100qm Wohnfläche bietet ein Kubus, sowie überraschenderweise tatsächlich flache Böden ohne Neigungen ;-).

Rotterdam (2)

Rhein, Maas und Schelde bilden das große Flußdelta aus zahlreichen Mündungsarmen. An einem davon, der Nieuwe Maas, liegt Rotterdam. Flußabwärts beginnt dann der Nieuwe Waterweg, an dem sich bis an die Küste bei Hoek van Holland der riesige Hafen erstreckt. Er ist nicht nur zentrale Anlaufstelle für Öltanker, sondern u.a. auch Einfallstor für den ganzen chinesischen Plastikmüll, der hier in Containern ankommt und dann über Europa verteilt wird.

Mit den vielen Hafenbecken und Kanälen ist Rotterdam – typisch holländisch – auch im Zentrum eine Stadt am und im Wasser. Dies alleine schon, weil die Stadt unter dem Meeresspiegel liegt und das Grundwasser zwei Meter hoch in den Straßen stehen würde, wenn man es nicht permanent abpumpte.

Mitten in der Stadt liegt auch das Maritiem Museum mit einem großen Museumshafen.

Neben Schiffen sind auch andere Gerätschaften mit Bezug zum Hafen und zur Seefahrt ausgestellt, unter anderem Kräne.

Fühlt sich auch hier wohl: Hafenhase.

Rotterdam

Nach dem hervorragenden hasigen Einstand nun aber zur Stadt selbst.

Rotterdam ist mit über 600.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Niederlande, besitzt den drittgrößten Hafen weltweit und ist ein kulturelles Zentrum und eine Handelsmetropole. Es gibt also viel zu sehen.

Das Zentrum allerdings hat wenig Ähnlichkeit mit Alkmaar oder Delft, und daran haben die Deutschen wesentlichen Anteil, denn im Mai 1940 zerstörte die Luftwaffe die Innenstadt vollständig. Ossip Zadkines “Die zerstörte Stadt” (1953) am Leuvehaven erinnert daran.

Aus den Ruinen entstand eine weitgehend neue Stadt, mit zahlreichen Hochhäusern.

Die gotische St-Laurenskerk wurde wieder aufgebaut.

Ebenfalls aus der Vorkriegszeit erhalten: Das Stadthuis von 1920:

Die quirlige Stadt präsentiert sich farbenfroh und ist vor allem auch ein Zentrum für hochklassige moderne Architektur.

Der 1937-42 erbaute Maastunnel hat eine eigene Röhre für Fußgänger.

Das Naturhistorische Museum:

Der neue, 2014 erbaute Hauptbahnhof (Centraal Station):

Und die riesige Markthalle, bei deren Bau man sowohl im Zeitplan als auch im geplanten Kostenrahmen blieb.

Demnächst mehr; das war noch lange nicht alles.

Jan Vermeer van Delft

In der Delfter Innenstadt schaut sie einen quasi überall an: Die junge Dame mit dem Perlenohrring. Es ist heute das wohl berühmteste Gemälde des Johannes (Jan) Vermeer, 1632 in Delft geboren und hier 1675 gestorben.

Umfangreich ist sein Werk nicht, gerade mal um die 30 Bilder sind erhalten. Aber diese wenigen Bilder machen Vermeer, über den als Person kaum etwas bekannt ist (es existiert z.B. kein Portrait), zu einem der größten Künstler.

Er war, wie andere Delfter Künstler (ten Borch, Steenwijk, Bramer sowie Carel Fabritius, der 1654 unter den Opfern der verheerenden Explosion des Pulvermagazins war), Mitglied der Lukasgilde, in deren Gebäude heute ein Vermeer-Museum eingerichtet ist (allerdings ohne Originalwerke).

Berühmt sind neben dem Mädchen mit dem Perlohrgehänge vor allem die Genreszenen wie die Magd mit der Milchkanne, die Spitzenklöpplerin oder die Malkunst. Von einem anderen Meisterwerk, der Ansicht von Delft, schwärmte auch Marcel Proust, der das Bild in seinem Werk “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” erwähnte, insbesondere ein gelbes Mauerstück mit Vordach – das es auf dem Bild gar nicht gibt.

Gemalt hat Vermeer diese Ansicht (seine einzige Stadtansicht) von der Hooikade aus, südlich der Innenstadt mit Blick über die hier zu einem Hafenbecken verbreiterte Schie. Der Blick von hier ist heute natürlich nicht mehr identisch.

Delft

Delft figure parmi les villes les plus importantes de la République des Pays-Bas pendant leur âge d’or au 17e s., comme ville résidentielle et métropole commerciale. Et c’est aussi une ville des faïences, tout comme Sarreguemines. ? 

Die Niederlande erlebten ihr “Goldenes Zeitalter” im 17. Jahrhundert. Unter Wilhelm von Oranien hatten die protestantischen Provinzen 1581 die Unabhängigkeit vom katholischen Spanien erkämpft. Als Handelsmacht kam die junge Republik zu großem Reichtum. Genau in dieser Zeit erlebte auch Delft einen Aufschwung. Wilhelm von Oranien residierte hier (und wurde 1584 im hiesigen Prinzenhof ermordet – die Einschußlöcher sind am Ort des Attentats noch zu sehen). Bestattet wurde er in der Nieuwe Kerk, die bis heute als Grablege des Hauses Oranien dient.

Als 1654 das städtische Pulvermagazin explodierte, wurde fast die gesamte Altstadt zerstört. Das heutige Stadtbild mit seinem Geschäfts- und Bürgerhäusern, den Kontoren und Speichern stammt daher fast ausschließlich aus dem späten 17. Jahrhundert. Beim Spaziergang durch die Gassen und entlang der Grachten erhält man so ein gutes Bild einer Handelsstadt des “Goldenen Zeitalters”.

Berühmt ist die Stadt aber weniger für den Käse als vielmehr für die Fayencen mit ihren legendären blau-weißen Dekoren. Die kann man heute noch kaufen, auch am zentralen Großen Platz, wo die Andenkenläden allerdings bisweilen ein eher fragwürdiges Sortiment anbieten.

Selbst die Wandmalereien in der Altstadt zitieren das Delfter Blau:

Und im Park des Prinzenhofs nimmt man auf blau-weißen kachelverzierten Sitzbänken Platz.

Der größte Sohn der Stadt muß natürlich auch erwähnt werden, aber dem widme ich gleich noch einen eigenen Beitrag.

Schoorlse Duine

Westlich von Alkmaar liegt eine Dünen- und Heidelandschaft, die sich bis zum Meer bei Bergen aan Zee erstreckt.

(Niederländisch: Zee = Meer, aber Meer = See). Klingt komisch, aber im Deutschen heißt’s ja auch Seefahrt und Seemann, und es gibt das Steinhuder Meer, das definitiv ein See ist.

Aber ich schweife ab. Die Heide ist mit schönen Wander- und Radwegen erschlossen, und die Wanderung bei Bergen lohnt sich aktuell ganz besonders, denn das Heidekraut blüht und sorgt für tolle Farbspiele in der sandigen Dünenlandschaft. Und da sagen Bilder mehr als Worte.

Schon wieder begeistert: Der Heidehase.

Alkmaar

Das etwa 40 Kilometer nördlich von Amsterdam gelegene Alkmaar schreibt “Prachtstadt” über seine Ortsschilder. Und tatsächlich ist es eine ausgesprochen hübsche, typisch holländische Stadt. “Holländisch” ist jetzt das korrekte Adjektiv, denn hier befindet man sich im eigentlichen Holland, genauer in der Provinz Noord-Holland.

Ein paar Impressionen: Die Stadtwaage (Waag):

Stenenbrug:

Molen van Piet: Die Windmühle aus dem 18. Jh. dient noch immer als Getreidemühle und hat sich zum Wahrzeichen der Stadt entwickelt.

Überregional bekannt istﹰAlkmaar für seinen jeden Freitag stattfindenden Käsemarkt; heute ist aber Samstag, also nix mit dem größten Käsemarkt des Landes. Schade. Die Innenstadt ist aber trotzdem sehr belebt, und schöne Cafés und Restaurants gibt’s ohne Ende.

Die Altstadt mit ihren alten Backsteinhäusern und Speichergebäuden ist von einem Ring von Kanälen umgeben und von Grachten durchzogen. Der Vergleich mit Amsterdam drängt sich also auf. Allerdings ist Alkmaar natürlich wesentlich kleiner; dafür gibt’s aber auch deutlich weniger gammelige Ecken.

Die Grote Kerk (Sint Laurens) hatte ich ja schon erwähnt; sie bietet nicht nur ein hübsches Café im südlichen Querschiff, sondern überhaupt einen sehr sehenswerten Innenraum.

Einen modernen Akzent in der Altstadt setzen die neue Bibliothek und das Theater.

Zeer mooi. Dat vind ik erg leuk.