“Denkst Du des Schlosses noch auf stiller Höh?”

So beginnt das Gedicht “Heimat” von Joseph von Eichendorff. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, daß der große romantische Dichter dabei die Burg Tost im Sinn hatte, denn diese gehörte von 1791 bis 1797 seinem Vater Adolf Freiherr von Eichendorff. Der noch sehr junge Joseph war wohl häufiger in Tost und ließ sich von der großen Burg vermutlich inspirieren.


Und welcher Dichter war noch hier? Er natürlich.

Mit dem Satz über Schlesien hat er aber wieder mal recht, der Herr Goethe. Auch wenn das mit dem “zehnfach interessant” auf den wieder mal sehr gepflegten, aber nun auch nicht überragend schönen Ringplatz des kleinen Städtchens Tost vielleicht nicht unbedingt zutrifft.

In der Nähe liegt Himmelwitz, und damit dürfte ich, wenn ich nichts übersehen habe, die Liste der schlesischen Zisterzienserklöster nun vollständig haben. Ob Goethe oder Eichendorff hier waren, weiß ich nicht (ich finde gerade keinen Beleg), aber der Reisehase, der war jedenfalls dort. Für eine Gedenktafel wird das wohl nicht reichen, aber trotzdem: Himmelwitz, von dem vor allem noch die große Klosterkirche steht, ist einen Besuch wert.

Und hier schaffe ich es sogar mal, die Kirche von innen zu sehen. Das ist in Polen nicht ganz so einfach. Nicht etwa, weil sie wie die Evangelischen ihre Kirchen immer zusperren, sondern weil fast immer Messen stattfinden, zu allen Wochentagen und Tageszeiten, Mittwoch 15 Uhr, Montagmorgen halb elf, ganz egal.
