Bei Myslowitz treffen die Weiße und die Schwarze Przemsa zusammen und bilden die (Vereinigte) Przemsa, die weiter südlich in die Weichsel mündet und mit dieser dann in Richtung Ostsee fließt. Die Schwarze Przemsa war lange Zeit Grenzfluß, ab 1742 zum Beispiel zwischen dem preußischen Schlesien und dem österreichischen Galizien.

Nach den drei polnischen Teilungen im 18. Jahrhundert und dem Wiener Kongreß 1815 wurde auch die Weiße Przemsa zur Grenzlinie: Zwischen Kongreßpolen, das zum Russischen Reich gehörte, und Galizien, also Österreich. Ab 1871, mit der Gründung des Deutschen Reiches, wurde das Dreiländereck zum Drei-Kaiser-Eck und damit zu einer touristischen Attraktion.

Vorne im Bild ist Rußland, von links kommt die Weiße Przemsa, von rechts die Schwarze Przemsa. Links hinten ist Österreich, und rechts hinter dem Fluß ist Deutschland. So jedenfalls die Situation ab 1871, die 1922 mit der Abspaltung Ost-Oberschlesiens endete. Da hatten die drei Kaiser aber ohnehin alle schon abdanken müssen. Heute gehören das Gebiet vollständig zu Polen. Keine Grenze mehr, außer der Stadtgrenze Myslowitz-Sosnowitz. Von einem Parkplatz in Sosnowitz kann man etwa einen Kilometer lang an der Weißen Przemsa entlanggehen und kommt dann zum ehemaligen Dreiländereck, wo heute ein kleiner Park mit einem Gedenkstein angelegt ist.

Man sieht das historische Dreiländereck auch auf alten Postkarten, hier zum Beispiel auf einer Rekonstruktion auf einer Infotafel in Myslowitz, aus entgegengesetzter Blickrichtung. Den Zeppelin hätte man allerdings auch mit den damaligen technischen Möglichkeiten deutlich weniger brachial ins Bild reinmontieren können.

Gedenkstein (und Reisehase) stehen ungefähr dort, wo auf der Postkarte das R von Rußland steht. Ich bin ja schon ganz froh, daß sich die Grenzen verlagert haben, denn auf russischem Boden möchte man aktuell nun mal nicht gern stehen.
Hier noch ein Blick auf die Weiße Przemsa:
