Am südlichen Rand des Isergebirges an der Quelle der Lausitzer Neiße liegt die Industriestadt Gablonz. Der Ort wurde ab dem 17. Jahrhundert für die Glasherstellung bekannt.

Am südlichen Rand des Isergebirges an der Quelle der Lausitzer Neiße liegt die Industriestadt Gablonz. Der Ort wurde ab dem 17. Jahrhundert für die Glasherstellung bekannt.

Von Hohenelbe geht die Fahrt heute wieder westwärts. Zunächst ins Isergebirge. Das ist ein Gebirgszug, der sich westlich an das Riesengebirge anschließt und nicht ganz so hoch ist, aber dennoch ebenfalls ein veritables Mittelgebirge darstellt. Die Straßen werden schmaler, die Ortschaften kleiner, die Wälder dichter und dunkler.

Von Hirschberg aus verläuft entlang der Kamienna das Hirschberger Tal stetig aufwärts ins Riesengebirge hinein. Es ist auf allen Seiten von Gebirgszügen umgeben. Im 19. Jahrhundert war das Tal besonders beim preußischen Hochadel beliebt (Schlesien war ja seit dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 preußisch). Man errichtete zahlreiche prachtvolle Schlösser, die der Reisehase heute allerdings nicht besucht, weil die Zeit fehlt auf dieser recht langen Tagesetappe. Aber die Fahrt dient ja ohnehin erst einmal nur dem Kennenlernen des Riesengebirges, und eine Rückkehr ist ohnehin schon in Planung. Erster Haltepunkt im Hirschberger Tal ist Bad Warmbrunn.

Hirschberg ist die polnische Metropole des Riesengebirges. In der nicht übermäßig dicht besiedelten Region genügen dafür knapp 80.000 Einwohner. Die Stadt mit ihrem sehr schönen historischen Zentrum ist unbedingt einen Besuch wert.

Von Trautenau führt eine Landstraße hinüber nach Polen. Grenzkontrollen gibt es hier natürlich nicht mehr, Europa sei dank. Die erste Stadt jenseits der Grenze ist Liebau in Schlesien (Lubawka).

Trautenau liegt am südöstlichen Rand des Riesengebirges. Die Stadt mit knapp 30.000 Einwohnern hat eine gut erhaltene historische Innenstadt, die in beiden Weltkriegen von Zerstörungen verschont blieb.

Der Kammweg bleibt atemberaubend: Nach der Großen Sturmhaube (1424m) wird er wieder zum “normalen” Weg und verläuft nicht mehr über nebeneinandergelegte flache Granitplatten. Er führt aber weiter an bemerkenswerten Felsformationen vorbei.

Weiter geht es auf dem Kammweg, und nach den Schneegruben jagt weiterhin ein Höhepunkt den nächsten. Wie die Veilchenspitze (siehe vorangegangenen Beitrag) besteht auch das Hohe Rad aus großen Felsblöcken. Der Gipfel ist mit 1509 Metern der höchste Berg des westlichen Riesengebirges.

Kurz nach der Elbquelle ist der Kammweg erreicht, ein Weg über die Höhen des Gebirges. Er führt entlang einer der ältesten Grenzen Mitteleuropas: Sie wurde schon 1526 von den Habsburgern festgelegt und blieb bis heute nahezu unverändert. Nur die Länder wechselten, waren mal Böhmen und Schlesien, mal Österreich-Ungarn und Preußen, mal Tschechoslowakei und preußische Provinz Schlesien. Heute verläuft hier die polnisch-tschechische Grenze.

Hier in diesem runden Becken, wenige hundert Meter vom Hauptkamm des Riesengebirges entfernt gelegen, beginnt auf einer recht kahlen Hochfläche der 1097 Kilometer lange Flußlauf der Elbe.
