Quakenbrück

Damit das Q auch endlich im Inhaltsverzeichnis auftaucht…

Die Stadt hat ihre Hauptstraße dem Namen entsprechend dekoriert. ?

Etymologisch hat der Stadtname aber wohl nichts mit Fröschen zu tun, und die Stadt liegt auch nicht an der Quake oder so (sondern an der Hase). Der Name läßt sich eventuell von einem Wort “kvac” herleiten, was etwa “zittern” bedeuten soll. Grau ist aber alle Theorie, und wahrscheinlich finden sich noch zehn weitere Deutungsversuche.

Grau ist auch der Europabrunnen auf dem Marktplatz.

Das Zentrum besteht im wesentlichen aus der obigen Hauptstraße und ein paar Nebenstraßen um den Markt und die schöne evangelische Sylvesterkirche. Die wird nachts seltsam dunkelrot angestrahlt.

Blickfang im Zentrum sind außerdem die zahlreichen Fachwerkhäuser.

Steinfeld (Oldb.)

Vom Artland aus etwas östlich liegt Steinfeld (Oldenburg). Hier gab es bis in die 70er Jahre noch eine Ziegelei; die ehemalige Tongrube hat sich mit Wasser gefüllt und ist heute der kleine Ziegeleiteich. An dessen Ufer erinnert der Kollergang, ein Mahlwerk zum Zerkleinern des Tons, noch daran.

Ziegelsteine bestimmen auch das eher moderne Ortszentrum um Rathausplatz und Pfarrkirche.

Aber jetzt erstmal ne Stärkung. Et oui, c’est la saison maintenant. ??

Nur beim Stadionnamen finden die Hasen hier keine Berücksichtigung. Aber der Verein heißt nun mal SV Falke Steinfeld und nicht SV Hase.

Artland

Das Artland ist ein Teil des Osnabrücker Landes, eine weitgehend flache Landschaft zwischen Osnabrück und Quakenbrück. Im Süden wird’s etwas hügeliger (aber wirklich nur etwas), mit der Ankumer Höhe, einem nördlichen Ausläufer des Teutoburger Waldes. 

In Ankum steht die für den kleinen Ort deutlich überdimensionierte Nikolauskirche, der sog. Artländer Dom.

Vorher war ich aber noch in Bramsche, einer Kleinstadt bei Osnabrück, die früher von der Textilindustrie lebte. 

Ein Textilmuseum ist in einer alten Fabrik am Fluß eingerichtet.

Der Fluß wird bei dieser Tour übrigens noch eine Hauptrolle spielen. Es ist nämlich die Hase. Ich werde zwar versuchen, nicht JEDES Wortspiel zu machen, aber… naja, mal sehen. Vielleicht jedes zweite. ? Das hier ist jedenfalls – trotz der nicht-hasigen Fauna im Vordergrund – der Hasesee in Bramsche:

Ich arbeite natürlich auch weiter an der Vervollständigung meiner Klosterliste. Die Zisterzienser waren nämlich auch hier in der Gegend, und zwar in Bersenbrück. Das Nonnenkloster wurde 1231 von den Herren von Ravensburg gestiftet – als Sühne für eine Freveltat, wie eine Infotafel erläutert. Klingt nach einem geplanten Regelbruch, bei dem die Klostergründung gleich schon mit eingeplant war. Also quasi ein taktisches Foul im Match gegen die Tecklenburger… 

Geblieben ist jedenfalls eine sehr hübsche Anlage aus Kloster- und Pfarrkirche und Teilen der Klostergebäude, die direkt am Ufer der Hase liegt.

Alors, faut que je cherche en France une rivière qui s’appelle Lapin ou Lièvre. Ça existe ?? ? À Essen (Oldenburg), il y a même le Stade Lapin. ?

Next please…

Au suivant svp…

Wieder unterwegs, dieses Mal in eine Region, die ich noch nicht kenne, die aber schon länger auf der Wunschliste steht. Mal schauen, was es da so gibt.

Laut Wikipedia gilt für den Tourismus im Emsland: “Die „Marke Emsland“ rangierte 2009 auf Länderebene (Niedersachsen) (…) im oberen Mittelfeld.”

Seit ich das gelesen habe, frage ich mich, ob das so gehässig gemeint ist wie es klingt…  und was sich da im unteren Mittelfeld findet.

Ich bin ja aber eigentlich nie auf der Suche nach einem Label oder einer Marke, sondern lasse mich gerne von einer Landschaft überraschen, die ich noch nicht kenne. Es wird aber wohl wieder Moore geben; thematisch wird es also ein guter Anschluß an die Oberschwaben-Tour.

Morgen geht’s richtig los; erster planmäßiger Halt ist dann Bramsche. Heute Abend bin ich aber schon mal gemütlich und staufrei bis Dortmund gefahren.

Oberschwaben

Nun bin ich nach drei Reisetagen schon wieder zurück. Immerhin ohne Erfrierungen! Aber dafür mit einem Stapel schöner Photos und einigen Orten, die einen weiteren Besuch lohnen. Dazu gehört dann übrigens auch der Gasthof zum Hasen in Renhardsweiler, den ich sehr empfehlen kann. ?

Hier noch, bunt gemischt, ein paar weitere Impressionen aus einer sehr schönen Landschaft:

Zisterzienserkloster Heiligkreuztal:

Prämonstratenserkloster Bad Schussenried. Die barockisierte Klosterkirche des bedeutenden Reichsstiftes ist heute Pfarrkirche.

Die Wallfahrtskirche Steinhausen, erbaut und ausgestattet von Dominikus Zimmermann, ist ein weiterer Höhepunkt der Barockstraße.

Als Kontrast: Die Klosterkirche des Zisterzienserinnenklosters Baindt:

Abendstimmung bei Renhardsweiler:

Et ben oui, j’admets que j’ai loupé la chocolaterie à Biberach. Mais: C’est pas trop loin, et la ville vaut bien une deuxième visite. ET: Aprés le retour, on a trouvé ça:

Die Qual der Wahl. ??

Zwiefalten

Jetzt wird’s nochmal barock. Und wie!

Die Oberschwäbische Barockstraße hate ich ja schon erwähnt. Dazu gehört, als einer ihrer Höhepunkte, Zwiefalten mit seiner großartigen Benediktinerabtei.

Die ursprüngliche romanische Kirche des 1089 gegründeten Klosters wurde 1739 abgebrochen und bis 1765 durch einen Neubau ersetzt: Es ist ein Fest für Barock-Fans, denn Baumeister Johann Michael Fischer schuf einen der größten Kirchenräume Deutschlands – und eines der beeindruckendsten barocken Gesamtkunstwerke.

Impressionné: Le Lapin Baroque.

Bad Buchau und der Federsee

Bad Buchau ist ein kleines Kurstädtchen mit Schloß und klassizistischer Kirche im Zentrum. 

Es liegt am Federsee, der Teil eines großen Sumpfgebietes ähnlich dem nicht weit entfernten Wurzacher Ried ist. Als Vogelschutzgebiet ist der See heute Europa-Reservat und UNESCO-Welterbe.

Vom Federseemuseum und dem Naturschutzzentrum am Ortsrand führt ein 1,4km langer Steg durch den Schilfgürtel zum offenen Wasser des Sees; ansonsten ist das streng geschützte Gebiet mit seinen zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten in weiten Abschnitten nicht zugänglich. Der Steg führt auch zu Aussichtsplattformen, was die mitlesenden Vogelbeobachter gerne als Reiseempfehlung verstehen dürfen.

Weil es heute nochmal fünf Grad kälter geworden ist (-11°) und der Ostwind hier in der flachen Uferzone ungebremst durchpfeifen kann und es auch gnadenlos macht, halte ich mich nur so lange auf, daß ich keine Finger durch Erfrierungen verliere (Handy-Photos gehen ja nur ohne Handschuhe…).

Der Federsee kommt jedenfalls mal auf die Liste für eine Tour im Sommer, wenn man die Schönheit der Landschaft etwas länger genießen kann und sich nicht wie Scott oder (besser) Amundsen fühlt.

Ravensburg

Von Weingarten sind es nur knapp vier Kilometer bis Ravensburg. Das würde ich normalerweise auch wandern – aber nicht bei diesen sibirischen äußeren Bedingungen… Auch wenn sich zum Nachmittag die Sonne durchsetzt: Es lebe die Sitzheizung!

Oberhalb der Stadt steht auf hohem Felsen die Veitsburg, bzw. die Vorburg derselben; der einzige Rest, der von dieser mittelalterlichen Burg übrig ist. 

Burgherren waren die Welfen, die im 11. Jh. die Stadt Ravenspurc gründeten und ja auch das nahe Kloster Weingarten unterhielten. Vom Burgfelsen hat man einen schönen Blick auf die Stadt mit ihren vielen Türmen.

Besonders prägnant ist der schlanke hohe Turm der Stadtbefestigung, der wegen seiner Form den Namen “Mehlsack” erhielt.

In der Altstadt, in deren Gassen am heutigen Samstag Markttag ist, …

…findet man auch das schön gemachte Spielemuseum von Ravensburger, mit Ausstellungsstücken aus der Firmengeschichte und natürlich ganz viel zum Spielen. In der Hall of Fame der Firma…

…darf natürlich auch das schöne “Fang den Hut” nict fehlen: Mit seinem unverkennbar vom Bauhaus inspirierten Design ist es ein seit 1927 produzierter Klassiker (den ich natürlich auch zu Hause im Schrank habe).

Die Altstadt hat aber noch weitere sehenswerte Ecken:

Obertor:

Rathaus:

Waaghaus (altes Kaufhaus und Stadtwaage):

Marktstraße:

Geht seinen Weg: Reisehase.

Weingarten

Weingarten ist zweifellos einer der Höhepunkte der Oberschwäbischen Barockstraße. Der Ort am Stadtrand von Ravensburg wird überragt von der Benediktinerabtei, dem reichsten und berühmtesten Kloster Oberschwabens. Die Klosterkirche gehört zu den größten Barockkirchen Süddeutschlands. 

Das Kloster besaß eine aus Mantua importierte (und natürlich ganz bestimmt total echte) Reliquie des Heiligen Blutes, was Weingarten auch zu einem wichtigen Wallfahrtsort machte. Der riesige barocke Neubau der Klosterkirche wurde in der erstaunlich kurzen Zeit von nur acht Jahren errichtet (1717-25). Grüße nach BERlin… ?

Das Innere ist vollendeter Barock, mit allerdings sehr schlichten Mittelschiffpfeilern. Prunkstücke der Ausstattung sind die große Gabler-Orgel (6.600 Pfeifen), die Kanzel, …

…die Deckenfresken von Cosmas Damian Asam…

…und die große Vierungskuppel.

Das Kloster gilt als Stammsitz der Welfen, die es zu ihrer Familiengrablege bestimmten. Das erkennt man spätestens in einem der Innenhöfe, wo eine Kopie des Braunschweiger Löwen steht. Das Original steht in der Welfenresidenz Braunschweig vor der Burg Dankwarderode.

Daß Weingarten eine durchaus reiche Abtei war, läßt sich aber nicht nur an der Architektur ablesen. Im Fruchtkasten zum Beispiel, einem hübschen Renaissancebau, lagerten in besten Zeiten etwa 1,1 Millionen Liter Wein. Das reicht ja mal für ein paar kalte Wintertage…

Wurzacher Ried

Ob es wirklich eine gute Idee ist, bei Minustemperaturen und eisigem Ostwind eine zwölf Kilometer lange Wanderung durch ein Moor zu machen?

Ja!!

Das Wurzacher Ried, eines der größten Hochmoore Mitteleuropas, ist nämlich auch an einem eiskalten Februartag von beeindruckender Schönheit.

Das Ried entstand, als sich nach der Eiszeit hier das Schmelzwasser der Gletscher sammelte und die sich bildenden Seen später teilweise verlandeten. Im 19. Jh. intensivierte man den Torfabbau, so daß wieder größere Wasserflächen entstanden, wie hier der Riedsee.

Informationen zum inzwischen eingestellten Torfabbau liefern zahlreiche Tafeln entlang des Weges, der auf Holzbohlen durch die feuchten Sümpfe führt. Und auch diverse Hilfsmittel sind ausgestellt.

Seit 2004 ist die gesamte Moorlandschaft unter Schutz gestellt.

Andere Teile des Ried sind trockenere Heidelandschaften, die mit Schnee und Eis ihren eigenen Reiz haben. Und bisweilen fühlt man sich fast in ein Bild von Bob Ross versetzt. Just brushing…

Vielleicht komme ich um des Kontrastes willen im Spätsommer nochmal. Dann ist das Ried mit Sicherheit farbenfroher. Fast ganz in Schwarz-Weiß ist die Landschaft aber ebenfalls grandios. Hier noch ein paar Impressionen aus dem Moor und von der Wanderung:

Très content: Lapin de la Tourbière.