Schloß Lichtenstein

1826 schrieb Wilhelm Hauff den historischen Roman “Lichtenstein”, in dem die weibliche Hauptperson Marie von Lichtenstein in einem Schloß in der Gegend von Reutlingen wohnt.

An der Honauer Steige, dem Albaufstieg zwischen Reutlingen und Engstingen, lagen im Mittelalter tatsächlich die Burgen Alt-Lichtenstein und (Neu-)Lichtenstein. Die waren aber zu Hauffs Zeiten schon verfallen; an der Stelle von Lichtenstein stand ein Forsthaus. Die Mauerreste von Alt-Lichtenstein kann man heute besichtigen.

Wer hierher kommt, kommt aber wegen des Schlosses Lichtenstein, das erst ein paar Jahre nach Hauffs Roman an der Stelle des Forsthauses und auf den Mauerresten der alten Burg errichtet wurde. Lichtenstein ist ein Märchenschloß, ähnlich wie das jüngere Neuschwanstein, und ebenso ein perfektes Beispiel für die Burgenromantik im 19. Jahrhundert.

Besonders hübsch ist das Schloß von der Talseite und von unten aus dem Echaztal heraus, zum Beispiel von Honau, weil man von dort schön sehen kann, wie das Schloß auf die Felsen am Albtrauf gesetzt wurde. In Honau war ich heute nicht, aber vor ein paar Jahren im Winter. Allerdings ist das Bild leider etwas arg blaustichig geraten.

Während die aktuellen Bilder, wie ich finde, einen gewissen Grünstich haben. Ich muß mich mal mit der Feinjustierung der Kamera beschäftigen. Aber nicht jetzt. Das hier ist die “Rückseite” des Schlosses, also die talabgewandte Seite und eigentlich somit die Vorderseite, weil sich hier der Eingang befindet. Da wirkt Lichtenstein etwas wuchtig und massiv und nicht so leicht und elegant. Die Talseite ist definitiv die Schokoladenseite des Schlosses.

Wilhelm Hauff, der mit seinem Roman die Inspiration für den Schloßbau lieferte, hat man ein Denkmal errichtet.

Von diesem Aussichtspunkt am Hauff-Denkmal sieht man nicht nur in Richtung Schloß, sondern auch hinunter ins Tal auf die Gemeinde Lichtenstein mit den Ortsteilen Honau (vorne) und Unterhausen (in der Bildmitte). Talabwärts folgen dann Pfullingen und Reutlingen, und in der Bildmitte im Hintergrund sieht man die Achalm, den pyramidenförmigen “Hausberg” von Reutlingen.

Die Honauer Steige ist als Albaufstieg nicht ganz so bekannt wie die Geislinger Steige, aber auch sie war und ist ein wichtiger Verkehrsweg, heute nur noch für den Straßenverkehr, früher auch für die Eisenbahn. Die Bahnstrecke Reutlingen-Engstingen wurde 1893 eröffnet, hatte eine mächtige Steigung von beinahe 10% und daher einen Zahnstangenabschnitt. Ab 1962 fuhren hier spezielle Schienenbusse (VT 97) mit Zahnradantrieb, die zwischen Lichtenstein und Honau im Höllentempo von 10 km/h fuhren, weshalb die Stillegung der Strecke nur eine Frage der Zeit war. 1980 war es soweit; die Trasse ist heute Radweg.

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