Belfast

In Belfast war ich 2019 schon mal, und das auch relativ lang. Daher habe ich hier im Hasenblog auch schon ausführlich aus Belfast berichtet: Unter anderem hier, hier, hier, hier und hier. Und das war noch nicht alles: Da war auch noch die beeindruckende Tour durch West Belfast (Falls Road und Shankill Road, die im Mittelpunktdes Bürgerkrieges standen) und zum Milltown Cemetery.

Heute steht nur eine Tagestour nach Belfast auf dem Programm, bei zudem noch deutlich schlechterem Wetter; daher gibt’s nicht so viele Photos. Die meisten Motive hab ich nämlich schon im Archiv.

Der Reisehase fährt per Bus nach Belfast, der von Downpatrick etwa eine Stunde braucht und für Hin- und Rückfahrt bloß 8,70 Pfund kostet, also nach aktuellem Kurs ziemlich genau zehn Euro. Die Endstation ist der neue Bahnhof von Belfast: Grand Central Station ist erst 2024 eröffnet worden; den habe ich also noch nicht gesehen. Ich bin damals noch vom alten Bahnhof Great Victoria Street abgefahren. Der neue Bahnhof erinnert eher an einen Flughafen, der alte war dunkel, hatte aber den Charme, daß man quasi direkt aus dem Bahnhof in den berühmtesten Pub der Stadt, den Crown Liquor Saloon, fallen konnte.

Auch der neue Bahnhof (plus integriertem Busbahnhof) ist aber nah an der Innenstadt. Ich schlendere ohne festes Ziel herum, zum Beispiel zur Town Hall, auf der seit einigen Jahren kein Union Jack mehr weht.

Über den Lagan River führt eine Fußgängerbrücke, die nachts farbig angestrahlt wird (bzw. zumindest 2019 noch angestrahlt wurde).

Neben der Brücke steht ein großer, zehn Meter langer Fisch. Er heißt, nun ja, The Big Fish und ist ein sehr beliebtes Photo-Motiv.

Die Brücke führt zum anderen Lagan-Ufer, wo man nach kurzem Spaziergang zunächst zur Nomadic kommt, einem Schiff, das die White Star Line 1911 bei Harland & Wolf in Belfast bauen ließ. Nicht als Transatlantikliner, sondern als Zubringerschiff zu den großen Schiffen, die die White Star Line zeitgleich in Belfast bauen ließ: Die Olympic und die Titanic.

Die Nomadic ist heute das einzige erhaltene Schiff der White Star Line. Jedenfalls oberhalb der Wasseroberfläche. Was mit der Titanic passiert ist, sollte klar sein. Ihr Schwesterschiff Olympic fuhr 24 Jahre auf den Weltmeeren und wurde dann verschrottet. Das wäre vermutlich auch das ganz profane Schicksal der Titanic gewesen. Wenn der Eisberg nicht gewesen wäre, würde man sich heute wohl nicht mehr an die Titanic erinnern. Und es gäbe dieses Museum nicht.

Da ich dort schon drin war, der Eintritt nicht gerade preiswert ist und am heutigen Ostersamstag die Schlangen an den Kassen erheblich sind, belasse ich es bei einer Außenbesichtigung des Museums und der Docks von H&W, auf denen man die Position der Titanic und der Olympic während des Baus am Boden nachgezeichnet hat, inklusive der Deckaufbauten. Der Reisehase nimmt zur Sicherheit gleich mal in einem der Rettungsboote Platz.

Ein Viertel, das ich 2019 nicht gesehen hatte, ist der Süden Belfasts. Hier steht die Queen’s University mit einem monumentalen Hauptgebäude. In der Nähe ist auch das Ulster Museum, das gleich einen eigenen Beitrag erhalten wird.

Belfast ist berühmt für seine Murals, großflächige Wandgemälde, die vor allem in West Belfast sehr politisch sind. Es gibt die Murals aber auch in anderen Vierteln, zum Beispiel hier in der Donegall Street.

In der Sandy Row ehrt man George Best, den größten Fußballer, den Nordirland hervorgebracht hat. Es gibt in der Straße noch sehr viel mehr Murals, aber die Sandy Row ist fest in protestantisch-unionistischer Hand, und die zugehörigen Wandgemälde ehren bestenfalls Nordirland und manchmal die Queen, oft aber die unionistischen paramilitärischen Gruppierungen. Und da will mein Finger irgendwie den Auslöser nicht drücken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert