Brüx (Most)

Die Innenstadt von Brüx, auf Tschechisch Most (was “Brücke” bedeutet), besteht ausschließlich aus Neubauten, zumeist vielstöckige Wohnhäuser und größere Plattenbauten. Ein historische Zentrum existiert nicht. Nicht mehr. Dafür ist ausnahmsweise mal nicht der Zweite Weltkrieg verantwortlich, sondern der Braunkohle-Tagebau. Die Stadt wurde von 1967 bis 1982 schlicht weggebaggert. Falls jemand den Film “Die Brücke von Remagen” gesehen hat: Der wurde hier gedreht, und die Filmleute durften einige der zum Abbruch vorgesehenen Gebäude für die Filmaufnahmen sprengen. Ein paar wenige alte Gebäude haben sich erhalten, weil sie nicht in der Tagebauzone standen. Nur ein einziges Bauwerk aus dem Abrißgebiet hielt man für erhaltenswert: Die Kirche Maria Himmelfahrt.

Dafür scheute man keinen Aufwand: Die Kirche wurde 1975 um 840 Meter versetzt. Im Ganzen. Der etwa 12.000 Tonnen schwere Bau erhielt ein Stahlkorsett, wurde ohne Fundamente und Turm auf Schienen gesetzt und verschoben. Erstaunlich, daß so etwas möglich ist. Die Kirche wurde anschließend umfassend restauriert und steht nun wieder in voller Pracht da – allerdings nun etwas verloren auf einer Wiese abseits der neuen Stadtmitte in der Gegend herum und blickt auf das neue Stadtzentrum, das ungefähr so aussieht:

Fernab von den Tagebauen, nämlich oben auf dem Berg, steht außerdem die Burg Landeswarte. Die Burg ist aber a) schon sehr weit weg vom Zentrum und b) in der Form, in der sie dasteht, erst 1906 errichtet worden, wenn auch auf den Ruinen einer mittelalterlichen Burg.

Und als Beifang gibt’s auf diesem Bild noch etwas Straßenbahn-Romantik.

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