Das Industrierevier im zentralen Morvan hat zwei größere städtische Zentren: Le Creusot im Norden und Montceau-les-Mines im Süden. Montceau ist etwas kleiner (ca. 16.000 Einwohner), liegt am Canal du Centre und hat hier als besondere Attraktion eine stählerne Klappbrücke.
Das Burgund im allgemeinen und die Bergregion des Morvan im speziellen ist ja eine recht dünn besiedelte und sehr ländliche Gegend. Was man hier nicht unbedingt erwartet, ist ein größerer industriell geprägter Ballungsraum. Aber: Um Montceau-les-Mines und Le Creusot gibt es Steinkohle-Vorkommen, und so siedelten sich hier Gruben, Stahlwerke und Industriebetriebe an.
Östlich der Saône liegt auch noch burgundisches Territorium, auch wenn sich die Landschaft hier deutlich wandelt: Es ist nun eine flache, weite Ebene, die von der Saône gebildet wurde. Die Gegend heißt Bresse Bourguignonne, und sie setzt sich als eigentliche Bresse vor allem in der Nachbarregion Franche-Comté fort. Von dort kommen die berühmten Bresse-Hühner.
Zwischen Chalon-sur-Saône und Châlons-sur-Marne gibt es ja feine Unterschiede, auch in der Schreibweise. Da man die beiden Städte vermutlich häufiger verwechselt hat, wurde die Stadt an der Marne 1997 in Châlons-en-Champagne umbenannt. Die korrekte Schreibweise von Ch(a/â)lon(s) kann man sich so merken: Chalon-sur-Saône braucht kein Zirkumflex auf dem a und kein s am Ende – die beiden Zeichen bietet ja schon das Wort Saône.
Mit dem Mâconnais bin ich nach der Etappe gestern noch längst nicht fertig, und so führt die nächste Tagestour gleich wieder in die Region, aber dieses Mal in eine andere Ecke. Die Landschaft ist aber ähnlich: Sanft gewellt, mit ein paar markanteren Höhenzügen im Hintergrund. Viel Wald, viele Wiesen und Weiden.
Von der Klosterkirche in Cluny steht ja, wie wir vor ein paar Beiträgen gesehen haben, nicht mehr allzu viel. Einen Eindruck davon, wie Cluny III ausgesehen haben dürfte, kann man aber in Paray-le-Monial bekommen. Die dortige Basilika gilt als “kleine Schwester” von Cluny.
Das Burgund ist nicht nur die Wiege des Zisterzienserordens, sondern auch von Cluny, einem Kloster, das die europäische Kulturgeschichte mitgeprägt hat. Die Abtei wurde 910 gegründet und stand an der Spitze einer Gemeinschaft, die in der Spitze mehr als 1200 Klöster umfaßte. Das bedeutendste Tochterkloster in Deutschland war Hirsau im Nordschwarzwald. Von Cluny ging eine großangelegte Reform des klösterlichen Lebens aus, aber die Prachtentfaltung der Cluniazenser führte bald zu einer weiteren Reformbewegung: Die Zisterzienser, vor allem in Person von Bernhard von Clairvaux, positionierten sich explizit als Gegenentwurf zu Cluny.