Lützen

Die Schlacht von Lützen im Jahr 1632 war militärisch gesehen eigentlich  weitgehend folgenlos. Und dennoch markierte sie einen Wendepunkt im Dreißigjährigen Krieg. 1630 hatte der schwedische König Gustav II. Adolf auf protestantischer Seite in den Krieg eingegriffen und war mit seinen Truppen quer durchs Reich marschiert (bis nach Memmingen hinunter). Nach anfänglich großen Erfolgen griff er im November 1632 bei Lützen die von Wallenstein befehligten kaiserlichen Truppen an. Gustav Adolf wurde im Verlauf der Schlacht tödlich verwundet. Details bitte bei Schiller nachlesen (ok, der steigt in seinem “Wallenstein” erst 1633 ein. Egal).

Der schwedische König ist daher heute in Lützen allgegenwärtig. Es gibt eine Gustav-Adolf-Straße und das Gustav-Adolf-Gymnasium. Er ziert auch das Rathaus der Kleinstadt.

Und an der Stelle, an der er starb, ist heute eine Gedenkstätte mit kleiner Kapelle.

Außer Gustav Adolf starben übrigens auch etwa 8.000 bis 10.000 Soldaten…

Naumburg

Naumburg liegt am Zusammenfluß von Saale und Unstrut und ist dank der Türme des Doms schon von weitem zu sehen.

Der Dom St. Peter und Paul ist eines der Hauptwerke der deutschen Spätromanik. Bilder gibt’s nur von außen; man leistet sich auch hier den Spaß, eine Photo-Erlaubnis “für private Zwecke” für zwei Euro extra zu verkaufen; ein Angebot, das ich ja grundsätzlich nicht annehme. Der Innenraum bietet natürlich Einiges, was hier nun nicht in Bildern wiedergegeben ist: Den farbig gefaßten Lettner am Westchor, den Ostchor, die Krypta, drei Kirchenfenster von Neo Rauch… Und natürlich die großartigen Stifterfiguren aus der Zeit um 1250, vor allem die aus dem Kreuzworträtsel bekannte Uta. 

Sie lebte in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts, stammte aus Ballenstedt am Harz (wo ich im dortigen Schloß schon übernachtet habe) und war mit Markgraf Ekkehard verheiratet (der von der Eckartsburg in Eckartsberga).

Aber auch von außen ist der Dom beeindruckend. Wie Bamberg hat er einen West- und einen Ostchor, daher auch die vielen Türme.

Hübsch ist auch die Naumburger Innenstadt, die sich um den Marktplatz mit Stadtkirche St. Wenzel und  Rathaus gruppiert…

…und mit ihren zahlreichen Cafés sehr einladend wirkt.

An der Stadtmauer steht das Haus, in dem Friedrich Nietzsches Mutter lebte, die ihn hier von 1890 bis 1897 pflegte, als er bereits geschäftsunfähig und schwerkrank war (laut Tafel am Haus “wohnte (er) hier zum Besuche seiner Mutter”…). 

Pforta

Mitteldeutschland ist eine Gegend mit zahlreichen Klosterstandorten, denn die Zisterzienser waren wesentliche Akteure in der Besiedlung der ostelbischen Gebiete. Heute habe ich Kapellendorf, Eckartsberga-Marienthal, Klosterhäseler und Langendorf abhaken können. Und immer, wenn dieses Zeichen auftaucht, kann man sicher sein: Es wird schön werden. 

Dieses Exemplar findet sich in Pforta. Das Kloster bei Naumburg gehörte zu den wichtigsten Klöstern der Region. Es gründete fünf Tochterklöster, eines davon war Dünamünde (Daugavgrīva) bei Riga. Pforta wurde schon 1540 aufgelöst: Die Gegend wurde in der Reformationszeit sehr schnell protestantisch; Luther war nicht weit. 

Pforta wurde in eine sächsische Fürstenschule umgewandelt, später in ein Internat, und erhielt den Namen Schulpforta. Zu den Schülern gehörte  auch Friedrich Nietzsche. Ein Internat ist Pforta noch immer, mit Schwerpunkten auf Sprachen und Kulturwissenschaften.

Herausragend ist die gotische Klosterkirche aus dem 14. Jh., eine im Inneren echte klassische Zisterzienserkirche. Wenn man hier im Mittelschiff steht und den großartigen Raumeindruck genießt, kann man meine Faszination für diese Klosterbauten der Zisterzienser vielleicht nachvollziehen.

Mit ihrem Westturm und den Verzierungen verstößt die Kirche allerdings gegen den Bauprinzipien des Ordens. Es sei ihr gestattet.

Direkt anschließend liegt der Kreuzgang, allerdings nicht mehr original mittelalterlich.

Auf dem Klosterareal gibt es noch weitere Bauten aus den unterschiedlichsten Stilepochen und Zeiten. Der Bau links im Bild stammt noch aus der Klosterzeit; die ursprüngliche Funktion ist nicht bekannt. Später jedenfalls diente er als Schweinestall.

Ouverture: 1806

Tschaikowskis “Ouverture 1812” behandelte den russischen Sieg über Napoleons Armee. Hier, wo ich diese Kurztour eröffne, fand das große Ereignis schon 1806 statt.

In diesem Jahr nämlich errang die französische Armee bei Jena und Auerstedt in den Koalitionskriegen einen entscheidenden Sieg über eine vereinigte Preußisch-Sächsische Armee, deren Befehlshaber Herzog Karl von Braunschweig-Lüneburg  tödlich verwundet wurde. Wer als Sieger aus diesen Schlachten (es waren mehrere) hervorging, sieht man auch in Paris, wo es in bester Lage, an der Place de l’Étoile, eine Avenue d’Iéna gibt…

Für Preußen war diese Niederlage eine historische Zäsur: Scharnhorst und Gneisenau reformierten anschließend die Armee, und unter den von Freiherr vom Stein angestoßenen Reformen wandelte sich das Land zu einem (damals) modernen Staat, inclusive Aufhebung der Leibeigenschaft der Bauern. 

Auerstedt ist ein kleines Dorf nördlich von Jena, am Fuß des Gebirgszugs der Finne. Hier steht ein Schlößchen, das 1806 als preußisches Hauptquartier diente.

Etwas nordwestlich liegt Eckartsberga mit der Ruine der Eckartsburg. 

Dort kann man auf den Turm hinauf und blickt dann über das Schlachtfeld bei Auerstedt.

Außerdem sieht man von oben sehr schön, wie Eckartsberga am Rand des Finne-Höhenzuges liegt, der hier in die landwirtschaftlich genutzten Ebenen übergeht.

Im Burgturm sind einige Fundstücke vom Schlachtfeld ausgestellt. Angesichts der fast 50.000 Opfer, die das Gemetzel forderte, war es vermutlich nicht schwer, da etwas zu finden.

Die schön gelegene Eckartsburg übrigens animierte angeblich Goethe, der natürlich auch hier war (ok, der war eh fast überall), zu einem Gedicht: Der getreue Eckart. Das ist aber ein Themenkreis, der schon aus dem Mittelalter stammt: Es gibt ein Versdrama von Jörg Wickram (“der trew Eckart”) aus der Reformationszeit; Ludwig Tieck verband das Sujet dann in der Zeit der Romantik mit der Tannhäuser-Sage.

Ich hatte ja angekündigt, daß es literarisch wird (als alter Germanist kann ich nicht anders). Mitteldeutschland bietet diesbezüglich aber wirklich viel, und Weimar ist ja auch um die Ecke.

Der Reisehase spielt, obwohl das nun wiederum literarisch überhaupt nicht in die Gegend paßt, derweil lieber Münchhausen:

Auch bei Kapellendorf fand 1806 eine preußisch-französische Schlacht statt, und auch hier steht ein Schloß: Diese hübsche Wasserburg.

Kapellendorf war auch Standort eines Zisterzienserklosters. Eins mehr auf der Liste. ✔? Dazu aber gleich noch mehr.

Saale-Unstrut

Ein langes Wochenende: Da kann ich einfach nicht zuhause bleiben… Letztes Jahr war ich am Fronleichnams-Wochenende in Vorarlberg, dieses Jahr geht’s in eine andere Richtung: Ins nördliche Thüringen und ins südliche Sachsen-Anhalt, “an der Saale hellem Strande”. 

Der übrigens gar nicht überall so hell ist, wie er in dem bekannten Volkslied besungen wird. Hier bei Naumburg (s.o.) jedenfalls nicht.

Nochmal in die Berge, das wollte ich den Lesern mit Abneigung gegen Hochgebirge nicht schon wieder zumuten. ? Abneigungen gegen Literatur oder moderne Architektur sollte man als Leser dieses Blogs bei dem Reiseplan für die kommenden fünf Tage allerdings auch nicht haben, so viel kann ich schon mal vorausschicken. 

Und kulinarisch? Naja, da bietet sich an Saale und Unstrut ja das hier an:

Ein Grauburgunder aus Freyburg (Unstrut). Santé. ? On y va!

Info

Redaktionelle Information:

Die Benachrichtigung per E-Mail, daß es hier im Blog einen neuen Beitrag gibt, hat bisher ein Plugin sichergestellt, das allerdings gewisse Probleme mit der neuen Datenschutz-Richtline hat (oder angeblich haben soll – wer weiß das schon so genau). Deshalb ist das Plugin aktuell deaktiviert, was unter anderem auch bedeutet, daß die Mailbenachrichtigung momentan nicht funktioniert. Ich habe in der letzten Woche mehrere der schönen Frühsommerabende sinnlos dafür verbraten, diese eigentlich primitive Funktion wiederherzustellen, die Abonnenten des Blogs per Mail über einen neuen Beitrag zu informieren. Es ist mir aber noch nicht gelungen.

Kurz: Wenn ich momentan etwas schreibe (diesen Beitrag zum Beispiel), werdet Ihr darüber nicht informiert.  Ich habe jetzt die folgenden Möglichkeiten:

a) Ich verbrate noch ein paar laue Sommerabende mit der Suche, statt comme il faut mit einem Glas Rotwein auf dem Balkon zu sitzen.

b) Ich schicke jedes Mal, wenn ich einen neuen Beitrag schreibe, hinterher eine Mail an eine Verteilerliste. Geht natürlich, ist aber irgendwie auch wieder Internet-Steinzeit.

c) Ich aktiviere das eventuell böse Plugin wieder. Da will ich mich aber erst einmal noch ein wenig informieren (und ich vermute, daß mich das auch ein paar Abende kosten wird).

Eigentlich würde ich mich lieber um das Sortieren der Tirol-Photos und der Erstellung einer Auswahl der besten Bilder kümmern…

Für die Beiträge, die fürs kommende (lange) Wochenende geplant sind (Donnerstag bis Montag), an dem ich nach momentanem Stand der Planung wieder unterwegs sein werde, wähle ich aber wohl Variante b).

Stimmungsbarometer: ???

Tirol: Résumé

Lapin im Wanderland (Les aventures du Lapin Voyageur au pays des randonnées)

Das war nun also die große Hasenblog-Österreich-Tour 2018 durch Tirol. Mit 20 Reisetagen, an denen ich 3.249 Kilometer gefahren und etwa 100 Kilometer gewandert bin (83,05 Kilometer laut Tracking, das ich aber speziell für kürzere Wanderungen im Bereich 5-10 Kilometer in der Regel nicht eingeschaltet habe). 55 57 Blogbeiträge habe ich Euch um die Ohren gehauen und dabei längst nicht alles gezeigt, was auf meiner Reiseroute lag.

Dank einer mehr als zweiwöchigen Schönwetter-Phase brauchte erst am drittletzten Reisetag erstmals den Regenschirm. Der Reisehase hatte also wieder einmal ein glückliches Händchen bei der Terminwahl (auch wenn die Reisezeit eher so gelegt war, um die Pfingstferien zu umgehen). Das permanent gute Wetter sorgte aber auch dafür, daß die Anzahl der Photos insgesamt etwas durch die Decke gegangen ist, weil ich ja bei Regen die Kamera sogar mal in der Tasche lasse.

Da ich zu exakt derselben Zeit und fast genauso lang wie letztes Jahr unterwegs war, bietet sich der Vergleich mit der Steiermark-Tour 2017 an. Den aber, so mein momentaner Eindruck, gewinnt die Steiermark recht deutlich gegen Tirol.

Das große Plus Tirols (und ja letztlich auch verantwortlich dafür, daß das Land ein so beliebtes Reiseziel ist) ist natürlich die Landschaft. Speziell als Wanderland ist Tirol tatsächlich erstklassig.

Wobei es Ende April / Anfang Mai natürlich noch so früh ist, daß Wanderungen in den Regionen oberhalb von etwa 2000 Metern schwierig sind. Die Wege sind noch schneebedeckt, und die höhergelegenen Almen oder Hütten sind um diese Jahreszeit noch geschlossen. Schöne Wanderungen bot die Tour aber natürlich trotzdem, zum Beispiel im Stubaital von Neustift zu den Kartnallhöfen (wo man in der dortigen Jausenstation übrigens nicht nur sehr gut essen kann, sondern auch sehr freundlich bedient wird).

Die Steiermark ist aber zum Beispiel, was die Orte und ihre Architektur angeht, deutlich vielseitiger als Tirol, wo sich die Orte dann doch ähneln. Es gibt aber sehr hübsche Städte und Dörfer in Tirol (Imst, Hall, Rattenberg, Nauders oder Serfaus zum Beispiel). An anderen Stellen, wie in Sölden, hat die Tourismusindustrie allerdings vom traditionellen Ort kaum etwas übriggelassen.

Architektonisch bietet die Region daher keine allzu große Vielfalt. Der recht ausführliche Knaur Kulturführer beschreibt konsequent alle einigermaßen sehenswerten Pfarrkirchen, aber kaum andere Gebäude, und in vielen kleineren Dörfern ist die Kirche (meist gotisch oder barock) tatsächlich auch das einzig erwähnenswerte Einzelbauwerk. 

Vielleicht ist auch deshalb die Auswahl an aktuell verfügbaren Reiseführern so erstaunlich klein (den Knaur gibt es nur noch antiquarisch). Der Dumont Tirol von Ducke/Thoma (2017) konzentriert sich stark auf Hotel- und Restauranttips, bleibt aber speziell was Architektur und Geschichte angeht sehr oberflächlich. Mancher Ort fehlt ganz, andere Gegenden (speziell Osttirol) sind nur sehr knapp abgehandelt; mir fehlten da an zu vielen Stellen die Informationen.

Moderne Architektur ist in Tirol außerhalb Innsbrucks vergleichsweise spärlich vertreten; einige wenige erwähnenswerte Bauten stehen im Inntal, z.B. das Schigymnasium in Schwaz, die Völser Emmauskirche (Josef Lackner, 1965-67) oder das neue Gemeindezentrum in Haiming. 

In Mayrhofen steht das neue Kulturzentrum:

Hin und wieder bietet die Tal- oder Bergstation einer Bergbahn einen außergewöhnlicheren Entwurf; ein Beispiel ist die Penkenbahn, ebenfalls in Mayrhofen. 

Aber herausragende Bauten, wie sie die Steiermark (oder auch das – zu Unrecht – völlig unterschätzte Vorarlberg) bieten, sind in Tirol, auf die Fläche gesehen, eher selten.

Auch kulinarisch kann Tirol nicht mit der Steiermark mithalten, was aber zugegebenermaßen auch schwierig ist, weil es dort ja an allen Ecken und Enden etwas zum Hineinbeißen gab, von Kernöl über Obst und Wein bis hin zu Käse, Schinken und Schokolade. Regionale Produkte, die man in Tirol häufig direkt beim Erzeuger kaufen kann, sind z.B. der Graukäse oder die in zahlreichen Varianten hergestellten Obstbrände. In Heinfels in Osttirol produziert Loacker Eiswaffeln und Schokoladenprodukte und hat auch einen Firmenverkauf. Einzelne Konditoreien bieten handgeschöpfte Schokolade. In vielen Restaurants finden sich explizit regionale Gerichte auf der Karte; vielfach gibt es z.B. die berühmten Tiroler Speckknödel.

Leider stellte sich bei mir im Laufe der Reise, insbesondere in Innsbruck, aber vereinzelt auch im Rest Tirols, der Eindruck ein, daß nicht allzu viel Wert auf Höflichkeit und Freundlichkeit Wert gelegt zu werden scheint. Zumindest habe ich es so erlebt (und formuliere deshalb auch recht vorsichtig – nach zwei, drei Erlebnissen in Innsbruck könnte ich das durchaus auch schärfer ausdrücken).

Man gewinnt bald den Eindruck, daß man nur das Beste des Reisenden will: Sein Geld. Es ist ja nun so, daß ich durchaus bereit bin, den Geldbeutel aufzumachen, wenn ich auf Reisen bin. Aber das ständige Handaufhalten sorgte jedenfalls bei mir zunehmend für gereizte Stimmung, zumal man sich dem auch außerhalb der ohnehin als Touristen-Hochburgen bekannten Orte wie Sölden, Seefeld oder Kitzbühel fast nicht entziehen konnte.

Bei mehr als 47 Millionen Übernachtungen in Tirol im Jahr 2017 (davon 26,5 Mio. im Winter) ist man natürlich überhaupt nicht mehr darauf angewiesen, jeden Einzelreisenden zu umgarnen, selbst wenn derjenige in Begleitung des Reisehasen unterwegs ist. Wobei ich eigentlich als Reisender gar nicht großartig umgarnt werden möchte. Nur will ich mich eben auch nicht geschröpft fühlen. Daß der gefühlte Tiefpunkt der Tour nicht in Tirol lag, sondern auf deutscher Seite in Ettal (vom Besuch des Ortes sei hiermit vehement abgeraten), möchte ich aber auch nicht unerwähnt lassen.

Mit Überquerung der Felbertauern fühlte ich mich jedenfalls sofort deutlich wohler, also in Osttirol und im westlichen Kärnten (Mölltal, Gailtail, Pustertal). Das heißt aber natürlich nicht, daß es im eigentlichen Tirol (in Österreich auch als Nordtirol bezeichnet) nicht auch Sehenswertes gegeben hätte. Auch dort gab es natürlich viele Stellen zum Wohlfühlen, und die Tour war insgesamt auch sehr schön. Sonst wäre auch die (chronologisch sortierte) Liste der Höhepunkte nicht so lange geworden:

– Highline179 bei Reutte
– Dalaas und das Klostertal
– Stuibenfall im Ötztal
– Grainau
– Zisterzienserstift Stams
– Altstadt von Hall in Tirol
– Alpenzoo Innsbruck
– Silberbergwerk Schwaz
– Rattenberg
– Felbertauernstraße
– Lienz
– Römermuseum Aguntum
– Hotel Tauernstern in Winklern <3

Die Orte, die ich auf dieser Tour nicht mehr geschafft habe (speziell die Silvrettastraße, die Gegend um Saalfelden am Steinernen Meer und das Gebiet am Hochkönig) lege ich mir mal für den Spätsommer auf Wiedervorlage. Das könnten ein paar schöne verlängerte Wochenenden werden; wer möchte, kann dann gerne mitkommen. ?

So, und nun wird es erst einmal ein kleine Pause hier geben, denn vor mir liegen etwa 3.600 Photos, die sortiert, gesichtet und (zu einem kleinen Teil) bearbeitet werden müssen, damit demnächst ein neuer Photo-Bildband in den Éditions du Lapin erscheinen kann.

Pfüats Eich,
Servus,
Euer Lapin Voyageur

Stams

Und noch ein Nachtrag: Stams im Inntal. 

Was die Vervollständigung meiner Besuchsliste österreichischer Zisterzienserklöster angeht, wird mich Tirol nicht allzu sehr weiterbringen. Das einzige Kloster des Ordens in weitem Umkreis (und auch das einzige auf dieser Tour) ist das Stift Stams.

Das gehört aber auf jeden Fall zum Pflichtprogramm eines Tirolbesuchs. Das Kloster wurde 1273 als Tochterkloster von Kaisheim in Schwaben gegründet und besteht noch immer. Die heutige Anlage stammt aber vollständig aus der Barockzeit.

Der Innenraum der Klosterkirche ist ein Meisterwerk des Hochbarock.

Zeitgleich mit mir ist hier auch eine Reisegruppe aus Lyon, und ich belausche ein bißchen die Gespräche während der Schnapsprobe im Klosterladen. ? Die Verkäuferin spricht prima französisch, was daran liegt, daß sie aus Cannes stammt. Auf Konversation auf Französisch war ich hier mitten in Tirol gar nicht vorbereitet (komme damit aber besser zurecht als wenn jemand den echten Tiroler Dialekt auspackt).

Und apropos Schnapsprobe…

Stams lohnt einen Besuch. Fahrt hin!

Lavant

Oh, da ist ja noch ein Beitrag im Entwurfsstadium hängengeblieben.  Datum: Montag, 14.05.

Zum Abschluß nochmal eine Wanderung. Eine kleine allerdings; ohne Tracking. Es geht hinauf zur Kirche oberhalb von Lavant.

Der kleine Ort liegt nicht weit von Lienz zwischen der Drau und den Bergen der Lienzer Dolomiten. Heute deutet im Ort wenig darauf hin, aber in der Spätantike war Lavant eine bedeutende Siedlung, die sogar Sitz eines Bischofs war. Für die Bewohner der unten im Tal gelegenen Römerstadt Aguntum war Lavant immer ein Zufluchtsort.

Die Reste der frühchristlichen  Bischofskirche wurden ausgegraben und werden auch aktuell noch archäologisch untersucht. 

Die Mauerreste liegen am Kirchbichl, einem Hügel oberhalb von Lavant. Dieser ist noch immer Standort eines Kirchengebäudes, nämlich der barocken Wallfahrtskirche St. Ulrich.

Vom Friedhof, der die Kirche umgibt, überblickt man das gesamte Lienzer Becken und das Drautal sowie die umliegenden Gebirgsgruppen.

Am Fuß der Berge liegt im Nachbarort der kleine Tristacher See. 

Auf den Bildern sieht er recht idyllisch aus, aber ein Hotel, Strandbäder und ein Campingplatz am Ufer sowie ein großer Parkplatz lassen darauf schließen, daß hier im Sommer bei schönem Wetter einiges los ist.

Rückfahrt

Der 20. Reisetag ist auch der letzte Tag dieser Tour durch Tirol, den Pinzgau und Osttirol. Zum Abschluß wäre ein Frühstück auf der Hotelterrasse schön, aber das ist heute wegen des Regens nicht drin.

Vorteil: Man sieht dann nicht, daß ich beim Losfahren aus Winklern doch wieder ein, zwei Tränen zerdrücken muß.

Die Rückfahrt über etwa 570 Kilometer geht über die Felbertauern (wo am Nordportal des Tunnels in den letzten Tagen tatsächlich wieder ein wenig Schnee gefallen ist; die Straße ist aber frei), Kitzbühel und Kufstein, und dann über die Autobahn, bis die A8 mit ihrem traditionellen Stau bei Pforzheim ein zügiges Weiterkommen unmöglich macht. Also über die Käffer gurken. Geht aber auch, und kurz vor 5 kann ich das ganze Gerümpel aus dem Volvo räumen.

Ein ausführliches Résumé zur Tour folgt noch, aber vermutlich nicht mehr heute. ? Bonne nuit à tous!