Furth im Wald

Östlich von Cham liegt die Kleinstadt Furth im Wald.

In der ganzen Stadt sind Drachen sehr präsent:

Es gibt auch ein (momentan allerdings geschlossenes) Drachenmuseum, eine Drachenhöhle und den Drachensee. 

Grund hierfür ist der sogenannte Drachenstich, ein schon für das 16. Jahrhundert bezeugtes Volksschauspiel, das somit als ältestes  dieser Art in Deutschland gilt. Noch heute wird der Drachenstich jedes Jahr im Sommer aufgeführt. Und noch ein Rekord: Der bei den Aufführungen eingesetzte Drache ist der größte Schreitroboter weltweit. 

Die Tatsache, daß es Drachen*stich* heißt, läßt allerdings nicht unbedingt auf ein gutes Ende schließen – jedenfalls nicht für den Drachen… Das Relief am Alten Rathaus deutet das auch an…

Etwas außerhalb liegt der vor etwa zehn Jahren zum Hochwasserschutz angestaute Drachensee…

…mit einem Uferweg, der in der Nordhälfte sogar über schwimmende Inseln den See quert und in der Nähe der Staumauer einen markanten Startpunkt hat.

Am Ufer steht auch eine begehbare Skulptur, deren Spitze eine kleine Aussichtsplattform ist, von der man eine Aussicht auf den See hat – wenn man da durchpaßt…

Zwiesel

Zwiesel liegt landschaftlich schön am Zusammenfluß von Großem und Kleinem Regen.

Der Name Zwiesel bedeutet übrigens Gabel(ung) und bezieht sich entweder auf die beiden Regen-Quellflüsse  (flußaufwärts betrachtet) oder – etwas wahrscheinlicher – auf eine Weggabelung. Von hier führten schon im Mittelalter zwei wichtige Handelswege hinüber nach Böhmen.

Der Stadtplatz im Zentrum ist eher eine langgestreckte Hauptstraße.

Hier steht auch das hübsche klassizistische Rathaus.

Etwas oberhalb steht die kleine Bergkirche Maria Namen.

Sie bietet eine recht einmalige Chance:

Ah, Mist. Knapp verpaßt! Dafür sitzt ein paar Schritte weiter aber immerhin er hier (oder sie hier) im Fenster:

Zwiesel war und ist ein Zentrum der Glasindustrie. Das sieht man nicht nur in den Vitrinen im Stadtzentrum…

…sondern z.B. auch darab, daß hier ganze Kapellen aus Glas gemacht werden.

Am Rand der Innenstadt stehen die Fabrikanlagen der Zwiesel Kristallglas AG.

In den von diversen Fabrikverkaufsläden gesäumten Innenhof hat man die höchste Kristallglaspyramide der Erde gesetzt, bestehend aus 93.665 aufeinandergestapelten Kristallgläsern. 

Gut, daß der Bayerische Wald kein überregional bekanntes Erdbebengebiet ist…

Zweites industrielles Standbein der Stadt ist das Bierbrauen. Die Lagerbierbrauerei Adam Janka, kurz Janka Bräu, wurde allerdings 2006 geschlossen , die Gebäude stehen leer.

Es gibt aber noch andere Brauereien in Zwiesel; dazu später noch mehr, in einem anderen Beitrag.

Bayerisch Eisenstein

Der höchste Berg des Bayerischen Waldes ist bekanntlich der 1456m hohe Arber (genauer: der Große Arber). Auf der gesamten Strecke vom Arbersee bis Eisenstein gibt es zwar viele schöne Blicke auf den Berg, aber (bis auf den Parkplatz der Bergbahn) keine einzige Haltemöglichkeit. Schade. Immerhin bieten sich aber von Bayerisch Eisenstein auch Ausblicke, wenn auch aus deutlicher Entfernung.

Der kleine Ort liegt unmittelbar an der tschechischen Grenze.

Und zwar so dicht an der Grenze, daß das langgestreckte Bahnhofsgebäude in zwei Staaten steht: Die Grenze verläuft mitten durch das Gebäude, das somit Bahnhof von Bayerisch Eisenstein und von Železnà Ruda-Alžbětín ist.

Grenzüberschreitenden Zugverkehr gibt es aber erst seit dem Zerfall des Ostblocks. An den Eisernen Vorhang erinnert noch ein Stück Stacheldraht auf der Grenze (links im Bild der Grenzstein), die man heute ohne Kontrolle passieren kann.

Zum Bahnhofsgelände gehört auch das Eisenbahnmuseum des Ortes.

Bodenmais und der Silberberg

Wandertag!

Von Bodenmais führt der “Silbersteig” genannte Rundweg hinauf zum Silberberg.

Wie der Name schon vermuten läßt, wurde hier Silber abgebaut, aber auch andere Erze wie Eisen.

Und das schon seit dem Mittelalter; unterhalb des Gipfels kann man die in den Fels geschlagenen Stollen noch sehen.

Reste des Erzabbaus findet man am Berg ganz häufig.

Der Weg führt auch vorbei an den Ruinen einer Vitriolhütte: Hier wurde ab 1772 aus schwefelhaltigem Gestein  Vitriolöl hergestellt, also Schwefelsäure. Die Hütte ist einer der frühesten Orte der Industrialisierung in Bayern.

Zur Spitze und zum Gipfelkreuz des 955m hohen Silberberges sollte man unbedingt hinaufklettern.

Die Aussicht von dort ist großartig. Man sieht Bodenmais und die Berge des Bayerischen Waldes.

Daß man hier nicht allein ist, liegt weniger an allgemeiner Wanderlust, sondern hauptsächlich daran, daß auch ein Sessellift bis fast auf den Gipfel des Berges fährt… 300m abseits der Bergstation herrscht aber schon wieder die Stille des Waldes.

Bodenmais selbst ist ein kleiner Erholungs- und Kurort mit gemütlichem Marktplatz.

Die trockenen Rahmendaten zu einer landschaftlich herausragend schönen Wanderung: 13,65km in 2:40h (netto). Ca. 340hm. 

Lapin du Sommet:

Bad Kötzting 

Von Cham aus in Richtung Bad Kötzting dringt man dann schon tiefer in den Bayerischen Wald ein. Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist die schöne Kirchenburg. Das ist mehr als eine Église fortifiée, wie ich sie in der Thiérache vorgestellt hatte, nämlich ein Ensemble aus Kirche, Schloß und Befestigungsanlagen.

Im Schloß gibt es ein kleines Museum zum Kötztinger Pfingstritt, einer seit 1412 abgehaltene Bittprozession, die sich auch in den Deckenfresken der Kirche finden läßt. 

Sehenswert ist auch das Ortszentrum der kleinen Stadt, zum Beispiel das Rathaus. 

Und dieses Motiv verlangt geradezu nach einer Schwarz-Weiß-Aufnahme:

Lapin Nostalgie:

Da die Stadt BAD Kötzting heißt, gibt es natürlich auch einen Kurpark mit allem, was dazugehört: Viel Wasser, Blumen, Pavillons etc.

Am Rand der hübschen Parkanlage und direkt am Ufer des Regen liegt das Stadion am Roten Steg mit seinem Schmuckstück: Einer Holztribüne.

Die ist zwar etwas dunkel und auf den Bildern wohl (auch wegen des Gegenlichtes) kaum zu erkennen, aber Holztribünen sind ja grundsätzlich und immer großartig. 

Cham

In Cham ist man dann schon im Bayerischen Wald angekommen. Die Stadt breitet sich auf einem Bergrücken oberhalb des Regen aus, der hier in einer breiten Talsenke einen großen Bogen macht. Das eröffnet viele Möglichkeiten für Wortspiele, die das Stadtmarketing auch kräftig ausnutzt (“Stadt am/im Regenbogen”).

Im Zentrum liegt, wie so oft, der Marktplatz mit Rathaus und Stadtkirche. Allerdings in etwas seltsamem Format, das irgendwie nicht so recht als Ensemble aufs Photo passen will. Bzw. an günstigen Photo-Standorten parkt immer irgenein häßlicher SUV und verschandelt die Aussicht. 

In Cham wurde übrigens Nikolaus von Luckner geboren. Kennt man nicht unbedingt, aber: Er war Marschall von Frankreich und ab 1792 Oberbefehlshaber der französischen Rheinarmee. Ihm zu Ehren komponierte Claude Rouget de Lisle den “Chant de guerre pour l’armée du Rhin” – die Marseillaise. Das hielt aber offenbar niemanden davon ab, ihn 1794 auf die Guillotine zu schicken…

Von Paris und Straßburg aber wieder zurück nach Cham. Die neue Stadthalle erstrahlt in allen Goldtönen, als die Sonne dann gegen Nachmittag herauskommt.

Direkt daneben: Das Stadion des ASV Cham, der in den 50er Jahren zu den stärksten Fußballvereinen Bayerns zählte und lange in der 2. Liga Süd spielte.

In Chammünster, einem Stadtteil, steht die romanisch-gotische Kirche eines im 8. Jahrhundert gegründeten Klosters.

Im Inneren gibt es zahlreiche Grabmäler, viel sogar noch deutluch älter als dieses hier aus dem 17. Jahrhundert.

Und am Altar sieht man: Das Erntedankfest ist noch nicht lange vorbei.

Neumarkt in der Oberpfalz

Fünf Tage frei? Die mag ich nicht zuhause absitzen (obwohl es genug zu tun gäbe, weil ich z.B. die Schleswig-Holstein-Bilder immer noch nicht bearbeitet habe…). Die recht spontane Wahl fiel auf den Bayerischen Wald.  Auf dem Weg dorthin: Zwischenstop in Neumarkt.

Trotz des miesen Wetters macht die Stadt einen sehr hübschen Eindruck. Das Zentrum bildet der langgestreckte Hauptplatz mit Rathaus und Bürgerhäusern.

Dem Künstler Lothar Fischer, in Germersheim geboren, aber in Neumarkt aufgewachsen, ist ein ganzes Museum gewidmet. Vor dem Schloß steht seine Skulptur “Drei Reiter”.

Und auch das ist Kunst. Vermute ich. 

Sang et Or

Über den Racing Club Lens hatte ich ja schon im April geschrieben, als ich ein Spiel besuchen wollte, aber an einer kurzfristigen Verlegung gescheitert bin. Jetzt bin ich – total zufällig natürlich ? – wieder in der Nähe (von Cambrai sind es etwa 40 Kilometer), und dieses Mal klappt es.

Zu Gast ist der FC Sochaux, und Lens gewinnt mit 2:0. Daß der RC Lens kein normaler Verein ist, zeigt sich an den über 29.000 Zuschauern, die dieses Zweitligaspiel sehen wollen. In der französischen Ligue 2 kommen sonst je nach Verein auch mal bloß 2.000…

Vor dem Spiel bietet die Haupttribüne eine große Choreographie:

Und zu Beginn der zweiten Halbzeit singt das Stadion die Hymne des Nordens: “Au Nord, c’étaient les corons…”

Cambrai

Ich hätte nicht damit gerechnet, daß er ausgerechnet in Cambrai residiert.

Und das Gebäude ist auch nicht sehr feudal. Der Roi des Lapins Voyageurs jedenfalls ist das nicht.

Cambrai gehört schon zu den Städten des Ballungsraumes im Bassin Minier im französischen Norden. Zentrum der Stadt ist die Grand’Place mit dem wuchtigen Rathaus.

Ein paar Schritte weiter steht die Kathedrale Notre-Dame-de-Grâce:

Und auch sonst bietet Cambrai eine Menge beeindruckender Gebäude; die Stadt war im 19. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie und entsprechend wohlhabend, ist aber deutlich älter. Das bezeugt zum Beispiel die Porte de Paris aus dem 14. Jahrhundert.