Berlin

Auf geht’s zur ersten ernstzunehmenden Tour des Jahres. Die Halbtagesfahrt ins 40km entfernte Karlsruhe letztes Wochenende geht nämlich nicht so recht als “Reise” durch. Aber drei Tage Berlin, das schon.

“Berlin, Berlin! Wir fahren nach Berlin!” So oft kann ich das als Arminia-Fan ja nicht singen. Aber heute paßt es mal: Ab in den ICE! Die zwischenzeitlichen 20 Minuten Verspätung (in Berlin sind’s schließlich nur noch zwölf) werden unter anderem mit einer Türstörung begründet, was ich so lange für etwas Besonderes halte, bis eine vielbahnfahrende Freundin mir die Illusion raubt (“das ist Standard-Ausrede Nr. 2”). Und dann hält der ICE auch noch ganz planmäßig in Wolfsburg, statt traditionell aus Versehen einfach durchzubrettern. Sehr enttäuschend. 😉

Ich kann also – zum wiederholten Male – nicht über die Bahn lästern. Die Fahrt war entspannt und eher ereignisarm; keine Freaks im Abteil und nichts, worüber man groß lästern, staunen oder meckern könnte. Und 5:30 Stunden für die Strecke Mannheim-Berlin; das möchte ich mit dem Auto gar nicht erst versuchen.

Das sieht man aber wohl nur als Gelegenheitsbahnfahrer so. Die o.g. Vielfahrerin hingegen hat vermutlich schon viel zu viel Zeit damit verbracht, bei unplanmäßigen Halten auf freier Strecke auf niedersächsische Hochmoore (oder schlimmer noch: auf Hannover!) zu starren… Gruß nach Blankenese! Stark bleiben!

Dit is also Berlin, wa? Allet jut?

Na, kieken wa mal.

Beim letzten Berlin-Besuch war der Reisehase übrigens zu faul zum  Bloggen. Ich mische aber die Bilder davon und die zugehörigen Beiträge einfach bei dieser Tour unter. Also nicht wundern, wenn es hin und wieder mal etwas herbstlich aussieht (es war da Ende Oktober).

Karlsruhe

Ich sende mal ein Lebenszeichen und erkläre die Winterpause für beendet. Die hätte eigentlich deutlich kürzer sein sollen, aber für echte Photo-Touren waren weder der vorherrschende Nieselregen noch der dauergraue Himmel geeignet.

Das Wetter ist zwar auch an diesem Wochenende mies, aber jetzt wurde der Reisehase dann doch zu zappelig. Das erste Tourenziel 2019 ist nur einen Hasensprung von meinem Haus im badischen Exil entfernt und dürfte zudem den meisten Lesern auch gut bekannt sein. Daher erzähle und zeige ich hier nun wirklich nichts spektakulär Neues, und die Tour wird auch dann nicht exotisch, wenn ich sie als Ausflug zu den Pyramiden deklariere. Aber egal.

Karlsruhe also. Falls jemand die Stadt noch nicht kennt: Ist schon ne Hübsche. Da lohnt sich ein Besuch.

Karlsruhe hat keine sehr lange Geschichte: 2015 feierte man hier den erst 300. Stadtgeburtstag. Markgraf Karl III. Wilhelm von Baden, dessen Residenz sich im heutigen Stadtteil Durlach befand, ließ ab 1715 in der flachen Landschaft des Rheintals ein neues Residenzschloß mit dazugehöriger Planstadt errichten.

Die neue Residenz entstand auf einem Grundriß, der das Selbstverständnis eines absolutistischen Herrschers der Barockzeit, wie es Karl war, perfekt widerspiegelte: Im Mittelpunkt eines großen Kreises steht wie eine Sonne das Residenzschloß, von dem 32 Wege in alle Richtungen abgehen wie Sonnenstrahlen. Vorbild Karl Wilhelms war zweifellos Ludwig XIV.

Dieser Grundriß ist noch immer im Karlsruher Straßenbild abzulesen. Der Kreis um das Schloß herum existiert noch (eigentlich sind es sogar zwei Kreise, ein innerer mit einem Durchmesser von etwa 900 Metern und ein äußerer, allerdings nicht ganz vollständiger mit einem Durchmesser von etwa 2,2 Kilometern), ebenso die strahlenförmig vom Schloß wegführenden Straßen und Wege. Und weil nur die untere, südliche Hälfte der Kreisfläche bebaut ist (die Nordhälfte wird zum großen Teil von Grünflächen wie dem Schloßpark, dem Wildpark und dem Hardtwald eingenommen), nennt sich Karlsruhe heute “Fächerstadt”, weil der Stadtplan nun mal so aussieht.

Die Bauarbeiten am Schloß begannen 1715, aber erst ab 1752 entstand, unter Mitwirkung auch von Balthasar Neumann, die heutige Dreiflügelanlage. Die Arbeiten zogen sich durch fast das gesamte 18. Jahrhundert; kein Wunder bei der Größe:

Im Zentrum der Stadt, auf der vom Schloß ausgehenden zentralen Nord-Süd-Achse, liegt der Marktplatz mit der knapp sieben Meter hohen Sandstein-Pyramide, die heute das Wahrzeichen Karlsruhes ist. Sie wurde 1825 über dem Grab des 1738 verstorbenen Stadtgründers errichtet.

Ein paar Jahre war die Pyramide hinter Gerüsten versteckt, weil der Marktplatz und überhaupt fast die gesamte Innenstadt eine einzige Baustelle waren. Karlsruhe ist seit 2010 dabei, die Straßenbahn teilweise unter die Erde zu verlegen. Durch die Kaiserstraße, die quer verlaufende Ost-West-Achse der Innenstadt, fahren die Bahnen weiterhin oberirdisch im Minutentakt.

Am Marktplatz stehen neben der Pyramide auch das Rathaus und die klassizistische Stadtkirche; beides Entwürfe von Friedrich Weinbrenner, der uns in Kehl schon begegnet ist.

Die Pyramide findet sich im Stadtbild übrigens noch häufiger: Am Rand des Schloßparks zum Beispiel als Lichtpyramide…

…und in diversen Schaufenstern als Schokoladenpyramide:

Im Schloßgarten ist übrigens auch die Institution untergebracht, dank der Karlsruhe regelmäßig in den Nachrichten auftaucht: Das Bundesverfassungsgericht residiert in einem funktionalen und schmucklos-strengen 60er-Jahre-Bau:

Wie man vor allem in den bei Tageslicht aufgenommenen Bildern sieht, war das Wetter heute wirklich schlecht. Aber wenigstens in der Dämmerung fällt das gar nicht mehr so auf.

Carreau Wendel

Petite-Rosselle (Kleinrosseln) ist eine Industriegemeinde mitten im lothringischen Kohlengebiet. Der Ort liegt direkt an der Grenze an der Rossel, die bis vor wenigen Jahren noch als schmutzigster Fluß Europas galt (ich erwähnte das vor kurzem schon mal). Petite-Rosselle wuchs nach Beginn der Ausbeutung der hiesigen Steinkohlevorkommen ab 1856 stark an (1821: 520 Einwohner / 1926: 10.500 Einwohner): Seit der Schließung der Kohlegruben sind die Einwohnerzahlen wieder deutlich rückläufig (aktuell: 6.000), aber einwohnermäßig ist Kleinrosseln dennoch weiterhin größer als das benachbarte saarländische Großrosseln. Im Zentrum von Petite-Rosselle stehen noch typische Reihenhaussiedlungen:

Hauptsehenswürdigkeit des Ortes ist aber etwas anderes: Das Carreau Wendel, eine stillgelegte Grubenanlage, die heute zu einem Bergbaumuseum ausgebaut ist. Das weitläufige Gelände hat man zu einer Parklandschaft mit Relikten aus der aktiven Zeit des Bergwerks umgestaltet.

Im Bereich der Grube Wendel begannen 1856 Probebohrungen, und 1865 wurden Schacht 1 und 2 der Grube abgeteuft (im Bild rechts):

1953 kam Schacht 3 hinzu (oben links und unten):

Alle drei Schächte wurden 1989 stillgelegt, aber im Gegensatz zu vielen anderen Anlagen des Reviers nicht abgerissen, sondern erhalten. Heute ist das Grubengelände als “Carreau Wendel” ein großes Bergbaumuseum, das auch eine Einfahrt unter Tage bietet.

Deshalb dreht sich hin und wieder sogar noch eines der Räder in den Fördertürmen.

Zum Gelände gehörten noch zwei weitere Schächte, Puits Vuillemin 1 und 2. Insgesamt arbeiteten hier, auf dem Höhepunkt im Jahr 1960, etwa 5.000 Menschen, die täglich bis zu 10.000 Tonnen Steinkohle förderten. Schacht Vuillemin 2 hat sich ebenfalls erhalten:

Schön hier. Findet der Reisehase, und merkt sich das Carreau Wendel für eine weitere Tour vor, die dann auch mit einem Museumsbesuch verbunden sein wird.

Forbach

Es gibt zwar auch ein Forbach im Schwarzwald, aber das Forbach, um das es hier gehen soll, befindet sich im lothringischen Steinkohlengebiet direkt an der saarländischen Grenze. Die Innenstadt Forbachs, das mit seinen knapp 22.000 Einwohnern das Zentrum des französischen Teils des Saarkohlengebietes darstellt, liegt am Fuß eines bewaldeten Berges mit der Ruine des Château du Schlossberg.

Burg Schlossberg übrigens als Eigenname mit Doppel-s, denn das Französische kennt ja kein ß. Die Schreibung ist also nicht der Rechtschreib-Deform geschuldet. Nicht daß hier jemand denkt, ich würde meinen Prinzipien untreu werden.

Das Château du Schlossberg, im 12. Jahrhundert von den Grafen von Werd an der wichtigen Handelsstraße von Metz nach Worms erbaut, war seit der Zerstörung im Jahr 1634 Ruine. Als Lothringen nach 1871 Teil des deutschen Kaiserreiches geworden war, erwarb der Industrielle Gustav Jacob Adt den gesamten Berg und damit auch die Reste der Burg. Adt, mit einer Pappmachéfabrik im saarländischen Ensheim zu Reichtum gekommen, ließ sich am Schloßberg einen Gutshof im neogotischen Stil erbauen und erwirkte 1891 auch eine Rekonstruktion des Burgturms. Dafür nutzte man zwar die Fundamente des alten (runden) Turmes; der neue (achteckige) Turm war aber eine freie Erfindung im zeittypischen Geschmack des Kaiserreiches. In den Sommermonaten kann man hinaufsteigen.

Rund um das Burgplateau sind noch zahlreiche Mauerreste zu sehen.

Eine Bronzetafel erinnert (in deutscher Sprache) an die Restaurierungsmaßnahmen während der Kaiserzeit und an die früheren, häufig wechselnden Burgbesitzer, darunter die Herren von Sierck und die Grafen zu Leiningen.

Um die Burg liegt der hübsche Schloßpark.

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe findet man übrigens auch das Stadion der Stadt, das Stade du Schlossberg, ein großes Mehrzweckstadion, das schon 1923 eröffnet wurde. US Forbach spielte von 1957 bis 1966 hier in der zweiten französischen Liga.

Lapin du Schlossberg:

Tauberfranken

Ein sonniger Novembersonntag – da fällt die Entscheidung nicht schwer: En route! Und wieder geht es hinüber nach Franken, dieses Mal aber an die Tauber, also – im Vergleich zu Mittelfranken – weiter nordwestlich. Tauberfranken gehört sprachlich und historisch zwar zu Franken (was angesichts des Namens nicht überraschen sollte), liegt aber zum großen Teil im heutigen Baden-Württemberg.

Und so sieht es da aus:

In Uissigheim (den Anlaut spricht man als Ü aus), einem kleinen Dorf auf einem Höhenrücken südlich des Taubertals, stehen am Ortsrand noch alte Grünkern-Darren, in denen das für die Region typische Getreide (Dinkel) getrocknet wurde.

Uissigheim ist aber nicht nur für den Grünkern bekannt, sondern auch ein Weinort, woran dieses Faß erinnert.

Im Herbst ist der Reisehase besonders gut getarnt.

An der Tauber liegt die Kleinstadt Tauberbischofsheim, was ich jetzt mal mit TBB abkürze, damit der Text keine Überlänge bekommt. TBB hat im Zentrum viel Fachwerk zu bieten (jaja, schon wieder Fachwerk…), so wie hier am Marktplatz mit dem Marktbrunnen.

Ebenfalls in der Innenstadt steht das alte Kurmainzische Schloß, das im 16. Jahrhundert an der Stelle einer mittelalterlichen Stadtburg errichtet wurde. Der Brunnen am Schloßplatz wurde vor kurzem neu gestaltet und mit mehreren Bronzefiguren ausgestattet. Da fühlt sich der Reisehase aber mal ausgesprochen wohl. ?

Es sind aber nicht die Baudenkmäler, die TBB deutschlandweit bekannt gemacht haben. Der von Emil Beck gegründete Fecht-Club TBB gehört zu den weltweit erfolgreichsten Fechtvereinen. Die Fechter aus TBB gewannen zahlreiche Titel bei internationalen Wettkämpfen, darunter zum Beispiel 114 Medaillen bei Weltmeisterschaften und 40 bei Olympischen Spielen. 1988 in Seoul belegten die deutschen Florett-Damen Anja Fichtel, Sabine Bau und Zita Funkenhauser die Plätze eins, zwei und drei, und alle drei kamen vom Fecht-Club aus TBB. Heute ist TBB Olympiastützpunkt (bzw. nennt sich seit 2018 “Bundesstützpunkt Fechten”); die Emil-Beck-Halle, benannt nach dem 2006 verstorbenen Vereinsgründer und Förderer, steht am Stadtrand.

Südlich von TBB steht das Prämonstratenserkloster Gerlachsheim.

Und nördlich das Zisterzienserkloster Bronnbach. Das fehlte mir noch in meiner Liste, und es war allerhöchste Zeit, diese Lücke endlich zu schließen.

Die Klosteranlage ist weitgehend erhalten, wenn auch bedingt durch spätere Wirtschaftsbauten der eigentliche Grundriß des Klosters nicht mehr direkt erkennbar ist. Eine barocke Parkanlage mit Brunnen und Figurengruppen ist ebenfalls auf dem Gelände angelegt.

Leider bin ich ein, zwei Wochen zu spät; von November bis März ist die Klosterkirche nämlich für Besucher geschlossen. Durch das einen Spalt weit offene Hauptportal kann man aber zumindest einen Blick ins Kirchenschiff werfen.

Tauberabwärts liegt Wertheim, die nördlichste Stadt Baden-Württembergs, eine Burgsiedlung am Fuß der hoch über den Flußtälern thronenden Burg Wertheim aus der Stauferzeit. Seit einer Pulverexplosion im Dreißigjährigen Krieg ist sie Ruine (die Burg, nicht die Stadt), aber dennoch das Wahrzeichen Wertheims.

Hier mündet die Tauber (links) in den Main (rechts), der hier die Grenze zwischen Baden-Württemberg (links) und Bayern (rechts) markiert.

Aischgrund

Ich bin nicht in Seligenporten hängengeblieben, sondern habe nur das Schreiben der Beiträge verbummelt. Aber die aktuelle Reisepause läßt sich ja ganz prima mit auf Halde gelegten Tourenbeschreibungen füllen.

Also hüpft der Reisehase jetzt nochmal zurück nach Mittelfranken und in den November, der an diesem Sonntag ziemlich grau-trüb daherkam. Die letzte Tagesetappe der Mittelfranken-Tour führte in den Aischgrund, also die Gegend entlang des Regnitz-Nebenflusses Aisch, westlich von Nürnberg und nördlich der A6.

Erster Halt: Heilsbronn. Das gehört zwar noch nicht zum Aischgrund, besitzt aber ein großes Zisterzienserkloster, das ich natürlich nicht links liegen lasse, obwohl ich hier selbstverständlich schon war. Von dem 1132 gegründeten (und im 16. Jahrhundert aufgelösten) Zisterzienserkloster in der Nähe von Ansbach steht, neben dem gotischen Refektorium, vor allem noch die große Abteikirche. Sie war bis ins 17. Jahrhundert Grablege der fränkischen Hohenzollern.

Wo sich der Kreuzgang des Klosters befand, ist heute ein kleiner Garten angelegt.

In dem etwas weiter nördlich gelegenen Dörfchen Gutenstetten ist man dann aber im Aischgrund angekommen und trifft gleich auf eines der Charakteristika dieser Gegend: Die Felsenkeller, die meist im 19. Jahrhundert angelegt wurden und von denen es heute noch an die Tausend geben soll.

Sie dienten vor allem als gut gekühlte Lagerräume für Lebensmittel. Heute werden sie kaum noch genutzt, aber viele der in die Felsen gegrabenen Höhlengänge sind erhalten. In der Kreisstadt Neustadt an der Aisch kann man auf geführten Touren auch in die Keller hinabsteigen.

In Neustadt ist außerdem das schloß-ähnliche barocke Rathaus sehenswert…

…und es gibt ganz, ganz viele Fachwerkhäuser. Es sind ja nun nicht alle meine Blog-Leser begeistert von Fachwerk-Romantik, wie ich weiß. Trotzdem.

Hübsch ist auch die evangelische Stadtkirche mit dem zweifarbigen rot-weißen Innenraum.

Am Stadtrand, im Alten Schloß, ist dem zweiten Charakteristikum der Region gleich ein ganzes Museum gewidmet: Das Aischgründer Karpfenmuseum verweist darauf, daß der Aischgrund mit seinen zahlreichen Karpfenteichen ein Zentrum der Teichwirtschaft und der Fischzucht ist.

 

Seligenporten

Seligenporten ist einer der seltenen Orte, an denen sowohl mein Faible für Zisterzienserklöster bedient wird als auch höherklassiger Fußball zu sehen ist. Der SV Seligenporten spielte nämlich bis letzte Saison in der Regionalliga (aktuell Bayernliga, also fünfte Liga). Und bei ihrer Teilnahme am DFB-Pokal in der Saison 2007/08 zogen die “Klosterer”, wie sie sich nennen, dann auch noch ein Traumlos: Arminia kam nach Seligenporten und gewann 2:0. Die Bielefelder scheinen sich damals in Seligenporten benommen zu haben, denn es entstand eine lose Fanfreundschaft, mit Besuchen und Gegenbesuchen. Das ist mittlerweile aber wieder eingeschlafen, soweit ich das aus der Entfernung beurteilen kann.

Daß der Verein aus dem 1600-Seelen-Dorf so hochklassig antritt, ist natürlich kein Zufall, sondern dem recht gut gefüllten Geldbeutel eines Stahl- und Recycling-Unternehmers zu verdanken, der seit Jahren als Förderer auftritt. Er spendierte vor ein paar Jahren auch einen komplett neuen Sportplatz und ein großes modernes Vereinsheim. 

Der alte Platz mit der winzigen Tribüne existiert auch noch; die Tribüne zumindest hat aber schon bessere Tage gesehen.

Und vor dem Fußballspiel statte ich natürlich noch dem Kloster einen Besuch ab. Ich war hier aber vor etwa zehn, zwölf Jahren schon mal. Vom 1242 gegründeten Zisterzienser-Nonnenkloster Seligenporten (schon der Name verrät den monastischen Ursprung des Ortes) steht vor allem noch die Kirche.

Im Inneren: Eine alte Holzempore mit laut knarzenden Balken und dem ältesten Chorgestühl Deutschlands; es stammt noch aus dem 13. Jahrhundert, also aus der Gründungszeit des Klosters.

Von der Nonnenempore blickt man hinunter in den gotischen Chor.

Ans Kloster erinnern auch noch einige alte Grabsteine.

Um die Kirche liegt der ehemalige Klosterbezirk mit einigen Wirtschaftsgebäuden und einem Klostergebäude, das heute als Hotel/Gasthof genutzt wird. Es gab auch, jedenfalls als ich damals hier war, einen richtig schönen Biergarten im Innenhof. Die Biergarten-Saison ist für dieses Jahr aber vorbei.

Zum Klosterbezirk gehören auch einige alte Fachwerkhäuser und  ein Torturm.

Und dann gehen hinter der Klosterkirche die Flutlichter an. Also auf in die sog. MAR Arena. Die Klosterer spielen unter Flutlicht gegen Jahn Forchheim und gewinnt mit 4:0.

Burg Wolfstein

In Neumarkt in der Oberpfalz war ich Anfang Oktober schon zum Start der Tour in den Bayerischen Wald. Bei damals grauem Himmel und Nieselregen hatte ich mir aber den Aufstieg zur Burg Wolfstein gespart. Heute ist es zwar auch grau, aber wenigstens trocken. Aber grau. Nun ja. So kann man wenigstens ganz bequem Schwarzweißbilder machen, ohne die Bildbearbeitung zu bemühen…

Wolfstein liegt etwas außerhalb von Neumarkt auf einem Bergsporn über dem Talkessel; man hat von hier das gesamte Stadtgebiet im Blick.

Die Burg wurde im 12. Jahrhundert errichtet und im 17. Jahrhundert aufgegeben. Dazwischen war sie Sitz des adeligen Geschlechtes der Wolfsteiner.

Von Wolfstein hat sich, im Gegensatz zu vielen anderen Burgen, deutlich mehr als bloß ein paar Mauereste erhalten.

Neben den Türmen, den Wehrmauern und dem Burggraben steht auch noch die Ruine des Palas, des ritterlichen Wohngebäudes.

Chevalier Lapin de Wolfstein:

Beilngries

Auch heute ist der Himmel wieder bedeckt und grau; nicht gerade perfektes Licht zum Photographieren. Aber ein Tagesprogramm hat der Reisehase natürlich dennoch; das Ziel der heutigen Tour ist Beilngries. Die alte Stadt, die schon im 11. Jahrhundert die Marktrechte erhielt, liegt im Naturpark Altmühltal an der Sulz kurz vor deren Mündung in die Altmühl.

Die fast runde, teils noch von Mauern umgebene Altstadt besteht vor allem aus der Hauptstraße, die tatsächlich so heißt, und den von ihr wie Gräten zu beiden Seiten abzweigenden Nebenstraßen, die bis zu den Stadtmauern führen. Hier an der Hauptstraße und am Schrannenplatz stehen die Hauptsehenswürdigkeiten und einige schöne Häuser, teils auch mit Fachwerk.

Charakteristisch sind die zahlreichen Häuser mit Treppengiebeln, so wie das Haus Neumüller von 1528 in markantem Blau.

Die Stadtpfarrkirche St. Walburga mit ihrer Doppelturmfassade mit Spitzen, die mit farbig glasierten Ziegeln gedeckt sind, stammt hingegen erst aus den Jahren 1911 bis 1913.

Am Rand der Altstadt fließt die kürzlich renaturierte Sulz.

Beilngries liegt außerdem am Main-Donau-Kanal, der hier durch das Altmühltal in Richtung Donau geführt wird.

Am Kanal ist auch ein kleiner Freizeithafen angelegt.

Fünf Kilometer entfernt liegt das Benediktinerkloster Plankstetten, eine große barocke Anlage.

Auch die Klosterkirche stammt aus der Barockzeit.

Wie der Außenbau ist auch das Kircheninnere nicht so barock-verspielt, wie man das sonst häufig von bayerischen Klosterkirchen des 18. Jahrhunderts kennt; der Raum mit den wuchtigen Mittelschiffpfeilern und der flachen Decke wirkt eher streng.

Rothsee

Der Rothsee ist einer der großen Speicherseen, die im Zuge des Baus des Main-Donau-Kanals angelegt wurden (wie der Brombachsee und die  Altmühlseen). 1993 wurde er geflutet.

Er ist vor allem bekannt für den hier Anfang Juli ausgetragenen Triathlon über die Ironman-Distanz, wird im Sommer aber auch von Freizeitsportlern genutzt, vor allem natürlich für Wassersport. Es gibt aber auch ein dichtes Netz von Wander- und Radwegen. Jetzt, Anfang November, hat man den See fast für sich allein und könnte gemütlich eine Runde schwimmen gehen, wenn man kein Problem mit niedrigen Wassertemperaturen hätte. Der Reisehase hat aber und guckt sich den See daher lieber vom Ufer aus an.

Nicht weit entfernt verläuft der 1992 eröffnete Main-Donau-Kanal.

Hier liegt auch eine der zwölf Schleusenanlagen des Kanals, die Schleuse Eckersmühlen. Sie überwindet einen Höhenunterschied von fast 25 Metern und ist damit die größte Schleuse Deutschlands.

Und obwohl der Reisehase heute gar nicht per Rad unterwegs ist, erhält er (auf der Straße vor der Schleuse) Unterstützung durch die Fans.

Ich war’s nicht. Gefällt mir aber. 😉