Nahe der polnisch-tschechischen Grenze liegt Troppau (Opava), mit etwas mehr als 50.000 Einwohnern die größte Stadt der (näheren) Umgebung und zu Zeiten der Habsburger die Hauptstadt des damaligen Kronlandes Österreichisch-Schlesien.

Die auffällige Skulptur im Startbild steht auf dem Unteren Platz in Troppau. Sie heißt „Špion“, ist aus Bronze und bei den Einwohnern Troppaus nicht flächendeckend beliebt, weil die Meinungen stark auseinandergehen, von „ein häßliches Stück rostiges Eisen“ bis „wirklich toll“ (Quelle: Internet). Bei Google Maps kommt ein gewisser Adam R. der Sache am nächsten, wie ich finde: „Teils Ameisenbär, teils was weiß ich“. Dem Reisehasen gefällt der rostige Was-weiß-ich-Ameisenbär jedenfalls. Wie überhaupt Troppau ziemlich hübsch ist, mit vielen schönen und schön restaurierten Bürgerhäusern…

…und dem Rathaus mit 72 Meter hohem Turm.

Als Hauptstadt von Österreichisch-Schlesien war Troppau im Habsburgerreich nicht ganz unbedeutend, aber natürlich weit weg von den großen Hauptstädten Wien und Budapest und zudem eine Grenzstadt, denn Preußen war vom Stadtzentrum nur vier Kilometer weg (heute ist es die polnisch-tschechische Grenze). Den Beinamen „Klein-Wien“ bekam die Stadt trotzdem, aber damit war sie nicht allein: Auch Bielitz-Biala nannte man damals so, und noch ein paar andere Städte, zum Beispiel Czernowitz oder Mährisch Schönberg (Šumperk). Die stattlichen Bürgerhäuser in Troppaus Innenstadt verbreiten aber tatsächlich einen Hauch von Wiener Atmosphäre.

Im Zentrum von Troppau findet architektonisch auch die klassische Moderne statt: Das ehemalige Kaufhaus Breda, 1927-28 errichtet, war damals das größte Kaufhaus der Tschechoslowakei. Der Architekt Leopold Bauer zitierte mit seinem Entwurf die amerikanische Architektur der 20er Jahre.
