Bielitz-Biala (Bielsko-Biała)

Die Doppelstadt Bielsko-Biała liegt südlich des Oberschlesischen Reviers und in den nördlichen Ausläufern der Beskiden zu beiden Seiten (Bielsko westlich, Biała östlich) eines kleineren Weichsel-Nebenflusses, der Bialka.

In dieser Region der vielen Grenzen bildete auch die Bialka längere Zeit eine Trennlinie, und zwar erst zwischen Schlesien und Kleinpolen, dann nach einer der polnischen Teilungen zwischen zwei Ländern innerhalb Österreich-Ungarns: Westlich lag das Kronland Österreichisch-Schlesien, östlich das Kronland Galizien. Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs gehört alles zu Polen, und seit 1951 bilden das einst schlesische Bielitz und das einst galizische Biala eine gemeinsame Stadt mit heute immerhin 165.000 Einwohnern. Im Zentrum von Biala trifft der Reisehase auf dem Plac Wojska Polskiego diesen Frosch, der heute eigentlich gar keinen Schirm bräuchte.

Weil es zwar zwischendurch etwas bedeckt ist, aber kein Regen fällt, bleiben auch diese beiden Gestalten trocken: Balthazar Gąbka und der Wawel-Drache. Sie stammen aus einer Zeichentrickserie der frühen 70er, die noch heute vermutlich jeder Pole kennt, weshalb man sich für ein Photo des Denkmals auf dem großen Platz in Biala ein wenig in die Warteschlange einreihen muß. Die beiden und ihr Auto stehen hier in Biała, weil die Serie in den Trickfilmstudios in Bielsko-Biala produziert worden ist.

Aus der Stadt und ihrem Filmstudio stammen aber noch weitere Filmfiguren, die man auch in Deutschland kennen dürfte. Nämlich diese beiden:

Aktuelle Episode: Lolek (links) und Bolek (rechts) treffen den Reisehasen.

Der macht einen größeren Stadtrundgang durch die Stadt, die einst den Ruf als „Klein-Wien“ besaß, und sieht zum Beispiel das monumentale Rathaus von Biala.

Und überhaupt sehr viel repräsentative Architektur; Bielsko und Biala hatten sich im 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der Textilindustrie entwickelt und waren entsprechend wohlhabend. Das zeigte man damals.

Straße in Biala:

Wie es hier in der Zwischenkriegszeit aussah, sieht man auf einem großen Wandgemälde, das stilistisch auch von Hergé stammen könnte (der seinen Reporter Tintin zwar nach Osteuropa geschickt hat, nach Syldavien und Bordurien, aber nie nach Polen).

Auch Bielitz hat seinen zentralen Platz: Der fast quadratische Rynek liegt im mittelalterlichen Stadtzentrum auf einem Hügel und hat hübsche Bürgerhäuser außen herum und einen Neptunbrunnen in der Mitte.

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