In den nördlichen Ausläufern der Beskiden, etwa 20 Straßenkilometer von der Grenze (und vom Dreiländereck PL-CZ-SVK entfernt) liegt Wisła, ein Erholungsort, der vor allem als Wintersportort viele Besucher anzieht. An diesem Juni-Samstag ist also nicht gerade die Hauptsaison, aber es ist dennoch viel los in der geschäftigen Hauptstraße durch Wisła, die auf weiten Strecken Fußgängerzone ist und in der man alle möglichen Dinge kaufen kann, die sich wie überall, wo es etwas touristischer wird, irgendwo im Bereich zwischen mäßig sinnvoll und komplett unnütz ansiedeln lassen.


Wisła, deutscher Name Weichsel O.S., war lange Zeit nur ein kleiner Gebirgsort an der oberen Weichsel, die ein paar Kilometer oberhalb der Stadt in den Beskiden entspringt und dann mehr als tausend Kilometer quer durch Polen bis nach Danzig fließt.

Direkt am Ufer der Weichsel steht das Amphitheater, das für Konzerte und Kulturveranstaltungen dient und als bemerkenswerter Bau auch schöne Photo-Perspektiven bietet. Im benachbarten Ustron, das morgen auf dem Etappenplan steht, hat man einen ganz ähnlichen Bau errichtet.


Richtig viel los ist in Wisła, wenn hier das Weltcup-Skispringen auf der Malinka stattfindet, der großen Skisprungschanze, die etwa zehn Kilometer außerhalb steht.

Sie animierte auch einen Sohn der Stadt, mit dem Skispringen anzufangen. Er gewann drei Olympia-Silbermedaillen, vier Weltmeistertitel, 39 Weltcupspringen und einmal die Vierschanzentournee (2000/01) und gehört damit zu den erfolgreichsten polnischen Sportlern überhaupt. Heute ist die Sprungschanze nach ihm benannt, und auch im Ort erinnert man an ihn: Adam Małysz.

Er hat noch heute insbesondere in Polen viele Fans und ist eines der Sportidole des Landes. Ich mochte ihn eigentlich auch, sehe aber kritisch, daß er sich den falschen Helm-Sponsor ausgesucht hat, diesen Dosenplörre-Hersteller. Und wer einmal seine Seele verkauft hat, kriegt sie ja bekanntlich nicht wieder, wie wir u.a. seit Adelbert von Chamissos „Peter Schlemihl“ wissen.