Simplonpaß

Heute steht die längste und wohl auch anstrengendste Tagesetappe auf dem Programm: Von Brig (bzw. Naters, wo das Hotel ist) über den Simplonpaß nach Domodossola und von dort durchs Centovalli zum Lago Maggiore. Und nachmittags denselben Weg wieder zurück. Alternative Routen wären weite Umwege.

Brig liegt am nördlichen Fuß des Simplon, einem der wichtigsten Alpenpässe, der bis auf 2005m hinaufführt und dann zur langen, langen Abfahrt bis nach Domodossola im Val Ossolane (Ossola-Tal) wird. Die heutige Straße ist hervorragend ausgebaut, einfach zu fahren und wird auch im Winter schneefrei gehalten. Es gibt aber auch die Möglichkeit, in Brig die Autoverladung zu nutzen und per Bahn durch den Simplontunnel zu fahren. Man kommt dann in Iselle di Trasquera direkt an der Grenze Schweiz-Italien heraus.

Der Simplontunnel wurde schon 1898-1905 gebaut und erhielt 1912-21 eine zweite Tunnelröhre. Sie sind fast 20 Kilometer lang und waren bei ihrer Eröffnung die längsten Tunnels weltweit. Hier fuhr ab 1920 auch der berühmte Simplon-Orient-Express auf der Strecke Paris-Venedig-Istanbul. Das muß damals ein einmaliges Erlebnis gewesen sein, wenn auch sicher kein preiswertes.

Der Reisehase nimmt aber heute die Paßstraße, die auch schon einige Jahre alt ist: Einen schon in der Antike genutzten Saumpfad ließ Kaspar Stockalper (der uns im Beitrag zu Brig wieder begegnen wird) zu einem Fahrweg ausbauen. Der Simplon diente damals dem Warentransport (mit Maultieren) über die Alpen. Napoleon ließ schließlich 1801-05 eine befestigte Straße anlegen, natürlich aus militärischen Gründen.

Er ließ auch das Simplon-Hospiz errichten, das aber erst später durch die Augustiner-Chorherren fertiggestellt wurde.

Hier an der Paßhöhe sind die Farben schon herbstlich, obwohl ja noch Spätsommer ist.

Über der Paßhöhe ragt das Fletschhorn (3985m) heraus. Auf seiner – in Blickrichtung – Rückseite fällt es zum Saastal hin ab; man käme dann in Saas-Balen heraus.

Das moderne Wahrzeichen des Simplon ist der große Simplon-Adler an der Paßhöhe, 1944 als Ehrenmal für die Soldaten der Gebirgsbrigade errichtet, die hier im Zweiten Weltkrieg die Schweizer Südgrenze sichern mußten. Der Adler schaut daher auch recht grimmig in Richtung Italien.

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