Gleiwitz (Gliwice)

Von Kattowitz nehme ich den Zug nach Gleiwitz, das am westlichen Rand des Industriereviers liegt und einen kleinen Abstand zum eigentlichen Ballungsraum hält. Bergbau gab es hier freilich auch, aber Gleiwitz war schon im 14. Jahrhundert eine Residenzstadt und bietet daher sehr viel mehr als “nur” Industriegeschichte.

Für den heutigen Tag habe ich ein 24-Stunden-Ticket für das gesamte Revier, das in Bussen, Straßenbahnen und sogar Regionalzügen gültig ist. Es kostet 24 Zloty, also etwa sechs Euro. Dafür komme ich nicht mal mit der S-Bahn von Bad S. nach Heidelberg oder die 15 Kilometer von Bous nach Saarbrücken. Jeweils einfache Fahrt, wohlgemerkt.

Der Zug ist modern und, natürlich,  pünktlich.

Vom Bahnhof (Bild oben) führt die breite Zwycięstwa (etwa: Siegesstraße) geradeaus ins historische Zentrum, vorbei an Häuserblöcken aus der Gründerzeit…

…und an moderneren Kunstwerken. Wenn das ein Kommentar zu Gleiwitz ist, dann schließe ich mich an: Daumen hoch!

Gleiwitz ist nämlich eine echte Perle. Im Krieg kaum zerstört, hat es eine große ovale Innenstadt mit zentralem Ringplatz. Hier steht das helle Rathaus mit elegantem, 41m hohem Turm.

Davor: Der Neptunbrunnen.

Drumherum: Cafés und Restaurants mit Außenterrassen. Ein Klavier steht auch da, und ab und zu setzt sich jemand hin und spielt ein wenig. Tolle Atmosphäre!

Südlich steht das Gleiwitzer Schloß aus dem 16. Jahrhundert.

Auch in Gleiwitz (wie schon in Königshütte) haben sie sich mit dem Hauptpostamt ganz besonders viel Mühe gegeben.

Dieses Café in einem Pavillon sieht auch sehr nett aus. Wie schon geschrieben: Ich muß nochmal wiederkommen; die Zeit reicht nicht aus.

Zum Schluß noch ein Blick auf die diversen Partnerstädte: Gleiwitz hat sich vor allem andere Bergbaustädte gesucht; ob das für alle gilt, weiß ich gerade nicht, für Dessau wohl weniger, aber auf Bottrop, Doncaster, Salgótarján und Valenciennes trifft das auf jeden Fall zu.

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