Bei Sigmaringen bildet die Donau die südliche Begrenzung der Schwäbischen Alb. Am Donauufer, auf einem hohen Felsen, steht das Hohenzollernschloß.

In Sigmaringen sind wir, jedenfalls wenn wir uns kurz mal hundert Jahre zurückdenken, sozusagen nicht in Schwaben, sondern in Preußen. Genauer gesagt, in den Hohenzollerschen Landen, einem Teil des Königreichs Preußen, dessen Hauptstadt Sigmaringen war. Der Stammsitz der Hohenzollern ist ja gar nicht so weit weg von hier, in Hechingen. Daher begegnet man in Sigmaringen auch diversen Fürsten aus dem Hause Hohenzollern, zum Beispiel Karl Anton, dem letzten regierenden Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen, einem Fürstentum, das 1848 an Preußen fiel.

Am Heimatmuseum sieht man die Wappen von Territorien, die mit Sigmaringen in Verbindung stehen. Dazu gehören die Hohenzollern (das schwarz-weiße Wappen rechts; Schwarz-Weiß waren ja auch die preußischen Farben), aber zum Beispiel auch die Werdenberger aus dem heutigen Kanton St. Gallen oder die Habsburger, denen wir morgen nochmal begegnen werden.

Das Wappen der Hohenzollern findet sich auch im Tympanon des Prinzenbaus:

In den teils engen Gassen des sehr hübschen Stadtzentrums unterhalb des Schlosses stehen einige sehenswerte Häuser.

Reisehasen-Tip: Am besten fährt man nachmittags nach Sigmaringen. Dann hat man nämlich vom anderen Donauufer den schönsten Blick auf das Schloß. Das steht am Südufer des Flusses, und liegt daher vormittags im vollen Gegenlicht:

Das geht zwar einigermaßen, aber nachmittags, mit der Sonne (fast) im Rücken, sind die Farben dann deutlich leuchtender.

Das Schloß macht dann aus allen Blickwinkeln bella figura.

Zum Beispiel auch, wenn man ihm auf Augenhöhe begegnet, wie vom Aussichtspunkt auf dem Mühlberg.

Der Ausblick will aber erarbeitet sein; der Weg schlängelt sich den steilen Felsen hinauf. Ebenfalls nicht ohne Mühe, sondern unter anderem über eine Treppenanlage mit 111 Stufen, kommt man zu diesem Ausblick von der anderen Seite:

Südlich der Stadt steht auf einem Hügel die Josefskapelle, ein hübsches Achteck von 1629.

Gefällt es hier in Sigmaringen: Reisehase.
