Heuneburg

Auf einem Berg über dem Donautal liegt die Heuneburg, die zwar Burg heißt, aber keine mittelalterliche Wehranlage ist.

Sie ist viel älter und stammt noch aus der Keltenzeit. Die frühesten Spuren, die man hier gefunden hat, gehen sogar bis in die Bronzezeit zurück, also ins 12. Jahrhundert vor Christus. Die Kelten errichteten eine große Festungsanlage, deren Zugang ein Steintor war, das für seine Entstehungszeit im gesamten Raum nördlich der Alpen einmalig ist. Heute wird der Eingang zum Gelände auch wieder bewacht, und zwar von einem Milan.

Die Heuneburg liegt auf einem markanten Bergplateau über dem Donautal. Daher hat man von oben, von den Wällen, die die Anlage umgeben, eine richtig schöne Sicht aufs Donautal und weit in die Umgebung (was wohl auch einer der Gründe war, hier oben die Festung anzulegen). Der markante Berg im Hintergrund ist der 766m hohe Bussen, der als “Heiliger Berg Oberschwabens” gilt.

Herodot, der griechische Historiker (wir haben im Griechisch-LK einiges von ihm übersetzt), nennt eine Siedlung namens Pyrene, bei der es sich durchaus um die Heuneburg gehandelt haben könnte, die dann der älteste namentlich überlieferte Ort des heutigen Deutschland wäre. Grund genug, sich die Heuneburg aus der Nähe anzuschauen. Der Innenbereich der Festungsanlage ist ein Freilichtmuseum mit mehreren rekonstruierten Gebäuden. Im sogenannten Herrenhaus ist eine Ausstellung untergebracht.

An einer Ecke wurde eine Lehmziegelmauer aufgebaut. Unterhalb stehen mehrere ebenfalls rekonstruierte Hütten: Wohngebäude, ein Speicher, Werkstätten.

Im Gelände ist auch ein Grillplatz eingerichtet, mit Blick ins Donautal und mit einem Rückgriff auf saarländische Kulturtechniken. Oder ist das schon kulturelle Aneignung, wenn man in Schwaben einen Schwenkgrill aufstellt? Der Reisehase, der vom Kampfbegriff der “kulturellen Aneignung” und der dahinterstehenden Denkweise ohnehin nichts hält, freut sich einfach nur. 😊

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