Disentis

Der rätoromanische Name von Disentis ist Mustér, was auf die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes hinweist: Das große Benediktinerkloster.

Es wurde schon um das Jahr 700 gegründet (durch die Wandermönche Placidus und Sigisbert) und war vor allem wegen seiner Lage bedeutend: Als nördlicher Fuß des Lukmanierpasses war Disentis eine wichtige Station auf dem Weg in den Süden. Viele Kaiser des Heiligen Römischen Reiches kamen so nach Disentis: Otto der Große, Friedrich II. Barbarossa, Sigismund von Luxemburg… Nur Heinrich IV. nicht, der auf seinem Gang nach Canossa einen weiten Umweg durchs Burgund und über den Col du Mont-Cenis machen mußte, weil er es sich nicht nur mit dem Papst, sondern auch mit den süddeutschen Fürsten verscherzt hatte. Aber ich komme vom Thema ab. Wir waren beim Kloster Disentis. Die Klosterkirche (1696-1712) ist barock und im Inneren schön hell.

Fürs Wetter draußen gilt das mit dem “schön hell” allerdings nicht. Immerhin gibt es zumindest mal eine kurze Regenpause, so daß ich nicht mehr nach jedem Photo das Objektiv reinigen muß.

In Disentis stehen noch einige alte Holzhäuser.

Das kleine Ortszentrum wird von der Pfarrkirche St. Johann Baptist markiert.

Direkt unterhalb liegt der Bahnhof, an dem unter anderem der Glacier Express (Zermatt – St. Moritz) hält.

Und auch wenn gerade kein Zug fährt: Die eine oder andere Lok im typischen Rot der Rhätischen Bahnen findet sich immer. Die Eisenbahn-Fans unter den Hasenblog-Lesern kriegen auf dieser Tour ja einiges geboten. Aber die Schweiz ist halt ein Bahn-Land – obwohl die Topographie eigentlich gar nicht so eisenbahn-freundlich ist. Wo ein Wille ist, ist halt manchmal auch ein Schienenweg.

Es gibt in Disentis aber auch noch andere Bahnen: Zum Beispiel die Seilbahn Caischavedra.

In Disentis verzweigt sich das Tal: Zum einen führt der Oberalppaß über Sedrun nach Andermatt, zum anderen beginnt hier der Lukmanierpaß, der nach Biasca im Tessin führt. Hier im Bild kann man hinter der Kirche das Tal erahnen, durch das der Lukmanier verläuft. Eventuell kommt der Ortsname Disentis von dieser Verzweigung.

Ich fahre den Oberalppaß noch ein Stück weit hinauf, aber nur bis Sedrun (Tavetsch) und nicht ganz bis zur Paßhöhe, weil ich stattdessen den Lukmanier fahren möchte, um ins Tessin zu kommen. Ansonsten müßte ich über Andermatt und den Gotthard fahren, was mir aber heute – vor allem bei dem Wetter – zu weit ist. Hier aber noch ein Blick auf Sedrun.

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