Heiligenbrunn

Im südlichen Burgenland ist er das prägende Getränk: Der Uhudler, der aus diversen Rebsorten hergestellt wird und den es als Rotwein, Rosé und Weißwein gibt. Der Reisehase erzählte bereits davon. Das Besondere: Die Rebsorten sind sehr alt und wachsen auf eigenen Rebstöcken, weil diese resistent gegen die Reblaus sind. In Europa gibt es heute fast nur noch veredelte Reben, also resistente (amerikanische) Rebstöcke, auf die die Reben aufgepfropft werden.

Das ist beim Uhudler nicht nötig. Dennoch war er jahrelang verboten, weil er im Ruf stand, Blindheit zu verursachen. Gleiche Geschichte wie beim Absinth. Als das mit dem Blindmachen zu Beginn der 90er Jahre widerlegt werden konnte, durfte der Uhudler wieder offiziell angebaut und vertrieben werden (unter der Hand und unter Freunden gab es ihn immer, ebenfalls wie beim Absinth). Der Reisehase, der auch den intensiven Absinth-Konsum in den langen dunklen Lockdown-Monaten ohne gravierende Sehschäden überstanden hat, braucht sich also keine Sorgen zu machen, wenn er sich dem Uhudler-Konsum hingibt.

Eines der Zentren des Uhudler-Anbaus ist Heiligenbrunn (nebenbei: Früher ein Besitztum der Zisterzienser von Szentgotthárd). Hier gibt es mit dem Kellerviertel eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Burgenlandes. Die mehr als hundert Weinkeller sind teilweise viele Jahre alt, werden aber noch immer genutzt. Das Kellerviertel ist also kein Freilichtmuseum.

In einigen der Keller bieten die Winzer ihre Produkte an. Ich kaufe eine angemessene Menge Uhudler bei einem deutlich über 80 Jahre alten Herrn in der Kellergasse. Wer also möchte und den Uhudler noch nicht kennt: Ich kann eine Degustation anbieten und kann nur sagen: Es lohnt sich!

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