Frankfurt (2)

In Frankfurt, der einzigen deutschen Stadt mit echter Hochhaus-Skyline, schauen die Bankentürme und die anderen Hochhäuser natürlich überall heraus, so wie hier an der Hauptwache.

Der (am Ende etwa zwölf Kilometer lange) Rundgang durch Frankfurt beginnt aber etwas außerhalb, an der Deutschen Nationalbibliothek, wo ich zunächst mal sehen möchte, ob meine gesammelten Werke (also die “Fußballheimat Saarland” und die ganzen Album-Bände aus den Éditions Voyages du Lapin) denn auch angemessen präsentiert werden. Der Reisehase fände mindestens einen eigenen Saal schön. 😉

Naja, oder vielleicht auch nicht. Die “Fußballheimat” dürfte allerdings tatsächlich irgendwo hier liegen, denn die DNB hat das Recht auf zwei Pflichtexemplare. Deutsche Nationalbibliothek heißt die Bibliothek übrigens erst seit 2006; vorher war der Name “Die Deutsche Bibliothek”, mit dem Artikel als Teil des Namens, weshalb ich in meiner Magisterarbeit über Bibliotheksverbundsysteme eigentlich immer “die Die Deutsche Bibliothek” hätte schreiben müssen. Dieses etwas seltsame Konstrukt haben sie mit der Umbenennung 2006 verschwinden lassen.

Weiter geht’s in Richtung Zentrum: Von großer historischer Bedeutung ist die Paulskirche, 1848 Sitz des ersten frei gewählten deutschen Parlamentes.

Direkt nebenan steht der Nordbau des Neuen Rathauses. Wo ich mich auf Fassadendetails konzentriere. Hübsch, hübsch.

Wenige Schritte weiter liegt das Herz der Frankfurter Altstadt: Der Römerberg mit der gotischen Nikolaikirche und dem Gerechtigkeitsbrunnen mit der Justitia-Figur.

Auf der Westseite des Platzes steht der Römer, das Rathaus der alten Reichsstadt.

Der Adler ist in Frankfurt sehr häufig vertreten, zum Beispiel auch am Brunnen auf dem Römerberg. Er ziert das Stadtwappen und steht hier für die Reichsfreiheit der Stadt. Er taucht auch im Logo der örtlichen Binding-Brauerei auf – und natürlich im Wappen der SG Eintracht, die ja vor kurzem erst auf dem Römerberg den Sieg im Europapokal feiern konnte.

Am Markt, direkt gegenüber dem Kaiserdom, steht das Kaffeehaus Goldene Waage, ein schön geschmücktes Fachwerkhaus – errichtet allerdings erst 2014-19, als Rekonstruktion des historischen, im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudes von 1619. Die Goldene Waage war Teil des umstrittenen Dom-Römer-Projektes, dem Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt, der von heftigen Diskussionen begleitet war. Aber ohne Streit kriegt man ja heute ohnehin kein Großprojekt mehr durch. Und ein bißchen Fachwerk zwischen all dem Beton, Glas und Stahl in Frankfurt kann ja eigentlich nicht schaden.

An der Alten Oper steht als Inschrift “Dem Wahren Schoenen Guten”. Das ist, wider Erwarten in der Goethe-Geburtsstadt Frankfurt, nicht von Goethe, sondern verweist auf Platon.

Hübsch, oder? Aber auch die Alte Oper ist eine Rekonstruktion, denn das Gebäude wurde im Krieg ebenfalls zerstört und erst 1976-81 wieder aufgebaut. Darüber meckert heute nun niemand mehr, und ebenso wird die Neue Altstadt vermutlich in ein paar Jahren allgemein akzeptiert sein, und die Meckerer sind vergessen.

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