Mies (Stříbro)

Mies ist der Auftakt dieser Tour.

Mies, weil die Stadt nun mal auf Deutsch so heißt. Damit wäre das Kontingent mäßig gelungener Wortspiele für heute auch direkt schon verbraucht. Der Name leitet sich vom gleichnamigen Fluß ab, der auf Tschechisch Mže heißt. Die Tschechen, das werden wir noch öfter merken, gehen sehr sparsam mit Vokalen um. Die scheinen, als das Tschechische entstanden ist, Mangelware gewesen zu sein, so wie heute in Deutschland das Sonnenblumenöl. Der tschechische Name der Stadt klingt schöner und ist auch passender: Stříbro heißt nämlich Silber. Das wurde schon im Mittelalter hier abgebaut. Die Geschichte als wohlhabende Bergstadt kann man am großzügigen Marktplatz noch ablesen.

Und am schönen Renaissance-Rathaus mit der bemalten Fassade.

Ok, genauer gesagt ist das nicht gemalt, sondern in Sgraffito-Technik, also in den nassen Putz gekratzt.

Auf Bergbausymbolik trifft man auch beim örtlichen Fußballverein. Der heißt Baník (= Bergmann), genau wie der Club in Ostrau, und führt sogar Hammer und Schlägel im Wappen.

Nur wenige Schritte vom Hauptplatz liegt der große Stadtpark, der eher eine Schlucht im Wald ist, mit dem tief eingeschnittenen Flußtal und den moosbewachsenen Felsen.

Kein mieser, sondern ein schöner Auftakt dieser Tour, findet der Reisehase.

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