Asch (Aš)

Asch liegt unmittelbar an der tschechisch-deutschen Grenze, im sogenannten Ascher Ländchen, wo Tschechien weit ins deutsche Vogtland hineinragt, weil die Gegend recht früh schon an Böhmen gefallen war. Die Stadt liegt sehr nett in der bergigen Landschaft, ist selbst allerdings bestenfalls mäßig hübsch. Blickfang ist das ehemalige Schloß in dem heute das Stadtmuseum untergebracht ist.

Mit zehn, elf Jahren fanden wir’s witzig, im Diercke-Atlas ein r zwischen das A und das s zu pfriemeln. Nun ja… Der Ortsname leitet sich aber wohl von einem Fisch ab: Der Äsche. Zum Glück, denn daher gibt’s drei Fische im Stadtwappen und einen Fischbrunnen im Zentrum.

Immerhin liefert die Lage des Ortes in einem Zipfel an der Grenze dem Stadtmarketing einen prima Werbeslogan: Asch liegt nun mal an der Spitze.

PS: Ich habe bisher und werde auch weiter in erster Linie die deutschsprachigen Ortsbezeichnungen verwenden. Das ist kein Revanchismus, sondern pure Bequemlichkeit. Weil ich sonst einfach zu lange damit beschäftigt bin, die ganzen Sonderzeichen zusammenzusuchen. Bei Aš geht’s ja noch, aber “Tetschen” schreibt sich mit einer normalen Tastatur nun mal deutlich schneller als “Děčín”. Die deutschen und tschechischen Bezeichnungen sind auch in der Regel ohnehin bloße Sprachvarianten desselben Ortsnamens (Leitmeritz / Litoměřice oder eben Asch / Aš) bzw. wörtliche Übersetzungen (Most / Brüx oder Sokolov / Falkenau). Mies / Stříbro oder Eger / Cheb sind da eher die Ausnahmen. Und da die überwiegende Anzahl der Ortsnamen in der Gegend ohnehin ihre Wurzeln im slawischen Sprachraum hat, wie übrigens auch auf der deutschen Seite der Grenze (als Beispiele seien nur Chemnitz, Dresden, Zwickau genannt), ist hier sprachlich sowieso alles bunt slawisch-germanisch gemischt. Also kann ich, wie ich finde, auch Kaaden schreiben statt Kadaň, ohne deswegen gleich Angst zu haben, daß mich der Blitz oder die ewige Verdammnis treffen.

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