Brandenburg an der Havel

Brandenburg war schon im 12. Jahrhundert Stadt, und daß die Mark und das heutige Bundesland genauso heißen, ist natürlich kein Zufall. Mit dem Dom und den beiden zunächst selbständigen Stadtkernen war Brandenburg ein wichtiges Zentrum innerhalb eines Territoriums, das später zum Kernland Preußens werden sollte.

Die heutige Innenstadt besteht aus Altstadt, Neustadt und Dominsel. Daher wirkt sie irgendwie deutlich größer als man es bei 72.000 Einwohnern vermuten würde. Für einen kompletten Stadtrundgang muß man schon eine ziemliche Strecke zurücklegen.

Die verschiedenen Stadtkerne, durch Arme der Havel voneinander getrennt, sind noch heute deutlich unterscheidbar.

Brandenburg ist daher auch eine Stadt am Wasser.

Die Altstadt ist die Keimzelle des Ortes: Hier bewachte eine Burg den Havel-Übergang. In deren Nähe entstand eine Kaufmannssiedlung.

Auch die Neustadt ist übrigens sehr alt: Sie wurde schon um 1200 angelegt, nur kurz nach der Altstadt.

Die Dominsel schließlich war der Bezirk des Bischofs, also des Hochstiftes. Der Dom ist eine mächtige Kirche in Backstein.

Und weil der Dom so zugebaut ist, daß man das Ensemble nicht richtig aufs Bild bekommt, macht es sich der Reisehase im Modell gemütlich.

Der Stadtrundgang ist also eine längere Wanderung, die sich aber lohnt. Die Stadt hat viele hübsche Ecken. Und man kann hier sogar ein Tier finden, das man in freier Wildbahn nur selten antrifft: Den sehr scheuen Waldmops.

Sein Schöpfer, der große, unerreichte Loriot, ist ein Sohn der Stadt. Die Waldmöpse sind eine gelungene Remineszenz und sind überall in der Stadt verteilt.

Man hat Loriot nach seinem Tod (der sich im August zum 10. Mal jährt) auch noch ein Denkmal gesetzt, das so dezent ist, daß er damit sicher einverstanden gewesen wäre.

Ebenfalls in Brandenburg geboren wurde Friedrich de la Motte Fouqué. Sein Stück “Undine” habe ich mal in Ludwigshafen gesehen, und zwar die französische Fassung, mit Laetittia Casta in der Titelrolle. Ja, deshalb. 😉 Auch im Stadtbild Brandenburgs taucht Undine auf:

Sehr hübsch ist auch, um hier auch mal wieder etwas Fußballkultur unterzubringen, das Stadion am Quenz, in dem Stahl Brandenburg in der DDR-Oberliga, im UEFA-Pokal und ein Jahr in der 2. Bundesliga spielte.

Später fiel der Club tief, und das Stadion verlor 2017 seine markanten Flutlichtmasten. Aber es steht noch und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Es liegt sehr weit außerhalb, gut vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, am Rand des Geländes des Stahl- und Walzwerks, das die Anlage auch ab 1952 errichten ließ. Und weil die Gegenwart nicht so prickelnd ist, erinnert man sich lieber an bessere Zeiten.

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