Saint-Avold

Am Sonntag geht es gleich wieder nach Lothringen, dieses Mal etwas weiter westlich, an den südlichen Rand des Warndt, einem großen Waldgebiet, das bis ins 18. Jahrhundert fürstliches Jagdrevier der Grafen von Nassau-Saarbrücken war. Das Bergbaugebiet im Saarland setzt sich jenseits der Grenze nahtlos fort. Eine der Städte im französischen Teil des Kohle- und Stahlreviers ist das etwa 15.000 Einwohner große Saint-Avold.

Die Stadt ist aber viel älter als die industrielle Geschichte: Eine Kirche errichtete hier schon im Jahr 509 der irische Missionar Fridolin, der später in Säckingen das erste rechtsrheinische Kloster gründete und heute noch das Wappen des Schweizer Kantons Glarus ziert. Am Standort der Kirche entstand später ein Benediktinerkloster, das sich dank der Reliquien des Heiligen Nabor zum Wallfahrtsziel entwickelte. Die frühklassizistische Abteikirche St-Nabor steht im Stadtzentrum.

Die Klosterkirche ist durch die Buntglasfenster, in denen die Blautöne dominieren, in ein eigenartiges, blauviolettes Licht getaucht.

Ebenfalls in der Kirche: Eine Grablegung aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Auch in Longeville-lès-Saint-Avold, einer Vorortgemeinde, kann man bis weit ins frühe Mittelalter zurückblicken, selbst wenn am Horizont immer noch die Industrie dominiert (hier die petrochemischen Anlagen von Carling).

In Longeville bestand schon zur Merowingerzeit ein Kloster, Saint-Martin-de-Glandières, gegründet 587.

Die heutigen Gebäude stammen allerdings aus der Barockzeit und sind nicht sonderlich spektakulär; von den frühen Bauten des Klosters hat sich nichts erhalten.

Und auch das liegt im Umland von St. Avold: Der eigentlich völlig harmlose deutsche Ortsname Buschborn wird bloß deswegen, weil der Ort heute im französischen Sprachraum liegt, zu… hmmmm…

 

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