Stuibenfall

Immer noch Ötztal. Es war nämlich auch Wandertag! Die Tour führt von Umhausen zum Stuibenfall, dem mit 159m höchsten Wasserfall Tirols. Für Statistiker hier die Rahmendaten: 10,40km in 2:05h (reine Gehzeit, ohne die zahllosen Photo-Pausen) mit 539 Höhenmetern.

Die Zahlen allein sagen aber nicht viel darüber aus, wie schön die Wanderung war. 

Startpunkt war wie gesagt Umhausen, das im hier recht breiten Tal inmitten von Wiesen liegt.

Vorbei am Ötzi-Dorf, einem Freilichtmuseum, geht es dann bald in den Anstieg. Der Wanderweg führt zunächst am Horlachbach entlang.

Dann steht (bzw. sitzt) man schon bald am Fuß des Wasserfalls. 

Entlang des Weges sind verschiedene Aussichtspunkte angelegt, die Blicke aus unterschiedlichen Perspektiven ermöglichen.

2007 wurde neben dem Wasserfall eine Brücken- und Treppenkonstruktion angebracht. 

Die Hängebrücke ist zwar nicht so hoch wie die Highline179, aber ich habe damit deutlich mehr Probleme. Warum auch immer, vielleicht wegen der Kombination mit einer Treppe. Auf der Brücke habe ich keine Bilder gemacht, weil ich komplett damit beschäftigt war, mich mit beiden Händen festzuklammern…

Auf den Treppen ging’s wieder besser. ? Hier ist man ganz nah dran am Geschehen.

Blick von der oben im Bild zu sehenden Plattform:

Man erreicht diese Plattform auch über einen Klettersteig. Das lasse ich aber schön bleiben.

Der Rückweg führt dann am Berghang entlang in einer weiten Schleife wieder zurück nach Umhausen.

Superbe, dit le lapin randonneur.

Vent

Bei Zwieselstein zweigt das Venter Tal ab; es ist deutlich enger und rauher als das Ötztal und endet nach 13 Kilometern in dem kleinen Gebirgsort Vent. Der liegt auf 1885m Höhe am Fuß der 3768m hohen Wildspitze, die nebenbei mal eben der zweithöchste Berg Österreichs ist. Der Berg im Bild ist es aber nicht; das müßte die Kreuzspitze (3457m) sein.

Hübsch ist die barocke Kirche am Ortseingang.

Um eine kleine Kapelle ist eine schöne Photo-Ausstellung mit Portaits von Bewohnern des Ötztals aufgestellt.

Von Vent aus kann man zur Fundstelle des Ötzi in etwa 3210m Höhe direkt an der Grenze zu Italien aufbrechen; das ist aber eher eine Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung. 

Sölden

Sölden ist der Haupttourismusort des Ötztals, was schon bei der langen Ortsdurchfahrt unübersehbar ist. 

Landschaftlich sehr schön gelegen, bietet der Ort selbst an Sehenswertem eigentlich nur die Pfarrkirche. Der Rest sind Hotels, Pensionen, Läden, Kneipen und Bars; ein hocheffektives Ensemble aus Beherbungs- und Bespaßungsbetrieben eben. Muß man mögen, sowas. Aber eine überraschende Erkenntnis ist das natürlich auch nicht, an einem der wichtigsten Touristenorte Österreichs.

Es gibt auch eine Hasenhütte. Seriöse Hasen verkehren dort aber definitiv nicht.

Von seiner schönen Seite präsentiert sich Sölden an der Ötztaler Ache, wo ein Pfad durch die Uferwiesen führt und Info-Würfel Details über den Ort erzählen. Zum Beispiel, welche James-Bond-Filme hier (bzw. an der Bergstation der Gaislachkogelbahn) gedreht wurden (die ich aber ohnehin alle nicht gesehen habe).

Ötztal

Etappe 5. 

Das Tal der Ötztaler Ache ist spätestens seit dem Fund der Gletschermumie “Ötzi” weltbekannt, mußte dann aber auch ertragen, daß sich irgendwelche Schlagerdisko-Heinis des Namens bemächtigten. Um den Herrn, der übrigens gar nicht aus dem Ötztal kommt, will ich mich aber nicht weiter kümmern.

Konzentrieren wir uns lieber auf die Landschaft. Die ist nämlich ausgesprochen schön. (Wie übrigens auch weiterhin das Wetter… ☀️?).

Das Ötztal verbindet das Inntal im Norden mit dem Passeiertal in Südtirol; die Straßenverbindung hinüber nach Italien, das 2509m hohe Timmelsjoch, ist aber jetzt noch gesperrt.

Einiges, was sehenswert ist, lagere ich in eigene Beiträge aus. Hier ein paar Ötztal-Impressionen, von Nord nach Süd sortiert. Der erste größere Ort nach der Taleinfahrt ist Oetz. 

Am Berghang steht die hübsche Kirche St. Georg und Nikolaus, mit barockem Inneren.

Mit den Straßennamen gibt man sich viel Mühe in Oetz. Da lacht das Arminenherz.

Weiter oberhalb im Tal, etwa auf halbem Weg zwischen Oetz und Sölden, liegt Längenfeld:

In Zwieselstein fließen die Gurgler Ache und die Venter Ache zusammen und bilden die Ötztaler Ache.

Kurz vor dem eigentlichen Beginn der Timmelsjochstraße und somit am südlichen Ende des Ötztals liegt auf etwa 1900m Höhe das ganz auf Wintersport ausgerichtete Obergurgl. 

Landeck

Ähnlich wie Reutte ist auch Landeck ein Verkehrsknotenpunkt: Nach Westen führt die Arlbergpaßstraße, nach Osten die Inntalautobahn und nach Süden der Reschenpaß hinüber nach Italien (sowie durch das Unterengadin nach Sankt Moritz in der Schweiz), und ein paar Kilometer westlich führt das Paznauntal hinauf zur Silvretta. 

Blick in das Inntal mit der Burg Schrofenstein (links) und Zams (rechts im Tal) mit dem markanten eiszeitlichen Hügel der Kronburg.

Wegen der Lage an der Kreuzung dieser zahlreichen Wege kam es in Landeck immer wieder zu langen Staus. Das ist auch meine einzige Erinnerung an den Ort: Wir standen hier nämlich auf einer Tour in den Vintschgau im Jahr 2002 ziemlich lange herum, im Oktober, als die Hauptreisezeit ja nun lange vorüber war. Die Situation für das Stadtzentrum hat sich aber deutlich gebessert, seit zwei Tunnels gebaut wurden, die den Durchgangsverkehr am Zentrum vorbeileiten.

Landeck besitzt zwar einige schöne Gebäude wie die gleichnamige Burg oberhalb des Ortes oder die hübsche Pfarrkirche. Trotz der seit kurzem verkehrsberuhigten Altstadt ist Landeck aber aus der Nähe betrachtet, nun ja, keine wirkliche Schönheit.

Die Hauptstraße allerdings wird dominiert von diesem Alpensteinbock auf einem Vordach eines Hotels (der Alpensteinbock zählt übrigens seit Kindheitstagen zu meinen Lieblingstieren – ich komme später noch darauf zurück).

Lohnenswert, aber anstrengend ist auf jeden Fall die Wanderung von Landeck zur hoch am Berghang gelegenen Burg Schrofenstein. Auf dem (steilen) Weg dorthin finden sich nicht nur hübsche Photo-Motive…

…sondern vor allem auch schöne Aussichtspunkte mit Blick auf das im Talgrund liegende Landeck sowie die Gebirgsmassive rundum (Arlberg, Verwall, Samnaun).

Arlbergpaßstraße

Aus dem Klostertal kommend, beginnt die Paßstraße bei Stuben gleich mit einem starken und kurvigen Anstieg. 
Links sieht man den Flexenpaß, der vom Arlbergpaß abzweigt und durch die Flexen-Galerie nach Zürs und Lech führt. Rechts im Bild die Arlbergstraße, die sich oberhalb des Ortes den steilen Berghang hinaufschraubt.

Nach den Serpentinen geht es an den Albona-Bahnen vorbei zur Paßhöhe, die auch die Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol bildet. Der kleine Ort Sankt Christoph, der direkt unterhalb der Paßhöhe liegt, war früher ein Hospiz für diejenigen, die den Arlbergpaß zu Fuß überquerten. Heute steht hier eine Handvoll Hotels und Restaurants. 

Vor ein paar Jahren sind wir von hier aus mal zu den Albona-Seen gewandert. Das war aber im August. Jetzt liegt hier oben noch mächtig viel Schnee, so daß an Wandern nicht zu denken ist. 

Erster Ort an der Ostseite ist Sankt Anton am Arlberg, ein vor allem touristisch geprägter Ort. In der momentanen Atempause zwischen Winter- und Sommersaison ist im Ort ähnlich viel los wie an der Ostsee im November oder in Paderborn ganzjährig. ? 

Talabwärts folgen dann Orte wie Pettneu…

…und Flirsch (mit hübschem Gemeindeamt).

In Flirsch äußert sich übrigens auch erstmals die Tiroler Vorliebe für einsilbige Ortsnamen: Flirsch, Stams, Schwaz, Stanz, Imst, Grins (!), Oetz, Wenns, Zams, Mils, Fiss, Silz, Fließ, Telfs und und und. Die Liste laut und schnell zu lesen ist eine prima Sprechübung.

Kurz vor Landeck zweigt rechts das Paznauntal ab, das mit Galtür und vor allem Ischgl für bestimmte Wintersportarten (=Komasaufen) bekannt ist. Am Talausgang bei Tobadill überquert eine Bahnstrecke die Trisanna in großer Höhe.

Tobadill selbst ist ein kleiner Ort oberhalb des Sanna-Tals und des Paznauntals, mit schöner Pfarrkirche….

…in deren Inneren man  Reliquienschreine vorfindet, die für den heutigen Betrachter doch eine etwas makabre Wirkung entfalten.

Klostertal

Tag 4: Bludenz -> Imst.

Von Bludenz aus geht es heute nach Osten, weg aus Vorarlberg und hinüber nach Tirol. Die Fahrt dorthin führt zunächst durch das Klostertal in Richtung Arlberg.

Abseits der recht stark befahrenen Arlbergstraße und direkt am Ufer des Gebirgsbaches Alfenz liegen kleine Dörfer, wie z.B. Dalaas,…

Klösterle…

…und Langen am Arlberg mit seiner Expositurkirche von 1929.

Das Klostertal endet dann recht abrupt bei Stuben am Arlberg, wo der Arlbergpaß beginnt. Das schauen wir uns aber erstmal von unten an.

Montielmaisäß

Zum Akklimatisieren steht an Reisetag Nr. 3 eine erste Wanderung auf dem Programm: Nicht allzu lang, aber mit einem spürbaren Anstieg und schönen Ausblicken, wie hier auf St. Gallenkirch und die Berge des Rätikon:

Rahmendaten: 7,77km, 540 Höhenmeter, 1:50h.

Vom Start an der Kirche in Sankt Gallenkirch auf etwa 900m…

…geht es gleich steil hinauf, an Höfen vorbei und durch die Wälder am Berghang.

Immer wieder bietet sich eine schöne Aussicht ins Montafon und die Bergmassive.

Zielpunkt ist der Montielmaisäß auf 1395m. 

Ein Maisäß ist eine Art Zwischenstation beim Almauftrieb. Im Mai werden die Kühe zunächst auf etwa 1200-1600m Höhe gebracht, ehe dann im Sommer der eigentliche Aufstieg zur Alm erfolgt. Ein Maisäß ist somit der Mittelteil der u.a. hier im Montafon verbreiteten Dreizonen-Viehwirtschaft (Tal, Maisäß, Alm).

Der Maisäß Montiel ist seit dem 15. Jahrhundert bekannt; die ältesten Hütten, Ställe und Scheunen stammen noch aus dem 17. Jahrhundert. Ständig bewohnt ist Montiel nicht mehr, wohl aber noch bewirtschaftet.

Am steilen Berghang entlang geht’s dann über Außergant und Ziggam zurück nach St. Gallenkirch mit der Pfarrkirche St. Gallus. 

Schöne Tour! Zufrieden: Wanderhase.

Gargellen

In einem Nebental des Montafon liegt auf 1423m Höhe der kleine Ort Gargellen, umgeben von über 2500m hohen Bergen wie der Madrisa und den westlichen Ausläufern der Silvretta.

Das Gargellental ist besonders im unteren Bereich sehr eng und wild, und 2005 war der Ort auch nach einem Felssturz, der die einzige Zufahrtsstraße zerstörte, von der Außenwelt abgeschnitten. Heute, bei schönem Wetter und 16 Grad sogar in dieser Höhe, ist alles ruhig, und das kleine Bergdorf lädt zu einer kurzen Wanderung ein.

Dabei kommt man unter anderem auch an der hübschen Fideliskapelle vorbei.

Lech, Zürs, Flexenpaß

Vom Lechtal geht die Tour nun erst einmal hinüber nach Vorarlberg. Bei Warth zweigt der Flexenpaß nach Süden ab. Es geht recht steil bergauf.  

Trotz der aktuell sommerlichen Temperaturen wird es – zumindest rechts und links der Paßstraße – ziemlich winterlich. 

Das touristische geprägte Lech liegt schon auf einer Höhe von 1444m. 

Kurz vor der Paßhöhe (1773m) kommt man in den Wintersportort Zürs, wo der Schnee auch jetzt noch mehr als einen Meter hoch liegt.

Nach der etwas unspektakulären Paßhöhe…

…und der langen Flexen-Galerie trifft man auf den Arlbergpaß. Die Strecke bis hinunter nach Stuben am Arlberg ist dann nochmal richtig schön kurvig.