Dune du Pilat

On a marché sur la dune. ?

Bevor ich gleich meiner Begeisterung über diesen Höhepunkt Ausdruck verleihe, sagt uns die Düne selbst die Fakten:

Die größte und höchste Wanderdüne Europas ist ein gigantischer Berg aus feinstem Sand (der sich später in allen Ritzen wiederfindet), zwischen dem Meer und den Küstenwäldern gelegen. 

Der Aufstieg ist steil…

…ist aber ein großer Spaß, der mit einem grandiosen Ausblick belohnt wird.

Arcachon

Der namensgebende Ort liegt an der Südseite der Bucht und ist ein Badeort, der ab der Mitte des 19. Jh. entstanden ist.

Die Fahnen sind keine französischen, sondern die der Stadt (schwarz-weiß-gelb); ich habe also nicht am Farbregler gedreht. Ist auch nicht nötig. 

Es gibt hier viele Hotels und Strandvillen aus der Belle-Époque, und natürlich hat Arcachon, wie jedes Seebad, das etwas auf sich hält, auch eine Strandpromenade mit Seebrücke, die Jetée Thiers.

2004 eröffnet, war die Brücke noch brandneu als ich in Arcachon war. Weil das verbaute Hartholz damals noch ausdünstete, hatte die Stadt Erklärtafeln aufgestellt, warum es auf der Brücke nach Hundekacke roch. Wie damals versprochen ist der Geruch inzwischen aber verflogen. ?

Von hier starten Bootstouren durch das Bassin und zu der Vogelinsel, und es gibt auch Linienverkehr zu den anderen Orten der Bucht.

Hier kann man’s gut aushalten.

Bassin d’Arcachon (2)

Das Bassin d’Arcachon ist eine große Meeresbucht in der sandigen Ebene, die sich von der Gironde-Mündung bis hinunter nach Bayonne erstreckt. Die Bucht hat nur einen schmalen Zugang zum offenen Meer, in dem zusätzlich auch noch Sandbänke liegen. Kein Spaß also für die Schiffahrt, die außerdem auf die Gezeiten achten muß. Bei Flur ist die Wasserfläche des Bassin nämlich viermal so groß wie bei Ebbe, wenn weite Teile der Bucht sich in eine Wattlandschaft verwandeln. Der Tourist hingegen (und auch der Reisehase) findet schönste Sandstrände.

Außer vom Tourismus lebt man hier traditionell von Fischerei und Austernzucht (das Thema stelle ich aber mal zurück – in ein paar Tagen mehr).

Im Osten gibt es ausgedehnte Sumpfgebiete; hier ist ein Hotspot für Ornithologen, auch weil viele Zugvögel vorbeikommen oder überwintern, vermutlich auch ein paar meiner Störche aus Bad Schönborn. Beobachtungsstellen sind eingerichtet, und der renommierte vogelkundliche Park ist vielbesucht.

Die größte Insel der Bucht ist ebenfalls Vogelschutzgebiet, heißt Île aux Oiseaux und läßt sich also nur unter größten Schwierigkeiten korrekt aussprechen. Ich find’s jedenfalls schwieriger als „Je cherche Serge“, was wir in der Sprachschule in Montpellier mal hatten. Die Aussprache „Ilososo“ ginge zwar, genügt aber meinen Ansprüchen nicht.

Nun denn. Vom Vogelpark aus führen Wege durch die Landschaft des Bassin.

Den lübschen Lesern (bin lernfähig) sei also ein Besuch dringend angeraten. Ich habe für Vogel-Photographie nicht das richtige Equipment. Bei mir sieht das dann so aus:

Bläßhuhn.

Bassin d’Arcachon

Aujourd’hui c’est le lapin cycliste.

Heute steht eine Fahrrad-Etappe auf dem Programm. Das Leihrad (natürlich kein E-Bike!) ist grundsätzlich gut, aber die Sattelhalterung ist nicht sehr fest – oder meinem Gewicht nicht gewachsen (oha… wenn ich jetzt schon zu fett bin… die Gegend, in der ich mich mit Gänseleber stopfen lassen möchte, kommt doch erst…). Jedenfalls muß ich alle drei, vier Kilometer den Sattel nachjustieren bzw. 20cm höherstellen. Mit der Zeit nervt das etwas. Auf 47,06 Kilometer bringe ich es dennoch; kein Radmarathon also, aber ok.

Die Strecke geht von Le Teich nach Pyla-sur-Mer und über Arcachon wieder zurück. Ein Großteil davon auf schönen Radwegen.

Wie man sieht, spielt auch das Wetter mit. Die für heute angekündigte Regenfront jedenfalls ist angenehmerweise nachts durchgezogen.

Bordelais

Einen hab ich noch zur gestrigen Etappe. Die Gegend um Bordeaux hat noch mehr zu bieten, auch einiges, was nur bedingt oder gar nicht mit Wein zu tun hat.

In Châtillon-la-Bataille fand 1453 das letzte Gefecht des 100jährigen Krieges statt. Der französische Sieg über die Engländer war gleichzeitig der erste Sieg der Artillerie in der Geschichte. 

Das kleine Städtchen liegt hübsch am Ufer der Dordogne (diesen Fluß habe ich noch an keiner einzigen Stelle häßlich gesehen. Echt nicht.).

Die Ruinen der Abtei Saint Maurice in Blasimon, ein im 10. Jh. gegründetes Benediktinerkloster:

Marmande besitzt die Kirche Notre-Dame und einen „Jardin Remarquable“.

Hier haben wir uns mit dieser jungen Dame angefreundet.

Zisterzienser gibt’s hier auch, zum Beispiel ein noch bestehendes Frauenkloster, Sainte-Marie-du-Rivet.

Und zum Abschluß eines sehr schönen Tages: Abendstimmung an der Garonne in Langoiron.

Saint-Émilion 

Der alte Winzerort liegt am rechten Ufer der Dordogne, etwas vom Fluß entfernt auf einem Hügel. 

In den Untergrund aus weichem Tuffstein wurden schon im Mittelalter Weinkeller gegraben – und eine komplette Kirche, die „Église Monolithe“, deren Vorplatz heute leider von ziemlich nervtötendem Dudel-Jazz beschallt wird.

Der alte Ortskern besteht ansonsten heute weitgehend aus Weinhandlungen.

Im Bild oben haben sich aber auch Médoc-Weine eingeschlichen. Die Preisvorstellungen für einen Cru Classé aus Saint-Émilion oder Pomerol unterscheiden sich aber auch nicht wesentlich von denen aus z.B. Margaux. Es werden aber auch andere lokale Spezialitäten angeboten.

Le Vignoble Bordelais

Aujourd’hui c’est le Lapin Vigneron.

Wenn ich jetzt erzähle, daß Bordeaux eine Weinregion ist, verrate ich nicht unbedingt eine sensationelle Neuigkeit.

Abgesehen vom Médoc liegen die großen Anbaugebiete östlich von Bordeaux. Da ist zunächst Saint-Émilion, ein kleines Städtchen, das von den Stadtmauern bis zum Horizont von Weinbergen umgeben ist. Das kriegt aber später noch ein eigenes Kapitel. Hier schon mal eine Vorabveröffentlichung:

Südlich schließt sich um Sauveterre-de-Guyenne das Anbaugebiet Entre-Deux-Mers an. Es liegt zwischen zwei… na?… einmal raten?… genau: *Flüssen*, nämlich der Dordogne und der Garonne. Hier gibt’s neben dem üblichen Rotwein auch hervorragende trockene Weißweine.

In Sauveterre ist gerade ein kleiner Markt lokaler Produzenten, Handwerker und Künstler. Nett.

Etwas weiter südwestlich liegt Sauternes: Das ist vor allem eine Weißweinregion, speziell für edelsüße, schön goldgelbe Dessertweine. Alles sehr erlesen, und dementsprechend liegen Sauternes und das benachbarte Barsac auch in diesem ohnehin schon nicht gerade günstigen Gebiet in der gehobenen Preisklasse: Unter 12 Euro pro Flasche geht hier gar nichts.

Eine Weinprobe in der Maison du Sauternes ist Pflicht und ergibt folgendes Resultat:

Bordeaux: Moderne Architektur

Die Stadt hat außer an den Quais auch anderswo eine Menge moderner Architektur zu bieten. Zum Beispiel das neue Gerichtsgebäude (Tribunal de Grande Instance) von Richard Rogers (1998). Auffallend sind diese riesigen kolbenartigen Trakte, bei denen ich nicht genau weiß, ob das Kunst ist oder ob sie eine Funktion haben.

Am Garonne-Ufer wird mit neuen Hotelkonzepten in Form von mobiler Architektur experimentiert:

Ebenfalls an der Garonne: Alte Hangars und Lagergebäude haben moderne Anbauten erhalten.

Unverkennbar aus der Zeit um 1980 ist das Geschäfts- und Büroviertel Mériadeck, mit sehr gelungener Trennung von Fußgängern und Autoverkehr, denn die Bürgersteige sind quasi in den ersten Stock verlegt.

Dieser Baustil ist zwar aktuell nicht gerade in Mode und hat vermutlich nur sehr wenig Fans, aber in ca. 20 Jahren wird sowas wiederentdeckt werden (wenn der Beton so lange durchhält ?). Bin ich mir sicher.

Ganz neu und gerade erst eröffnet ist das Centre du Vin, das Weinmuseum, das in Bordeaux natürlich nicht fehlen darf.

Und das ist dann eine prima Überleitung zum nächsten Posting.

Bordeaux: Miroir d’eau

Im Zuge der Umgestaltung der Garonne-Quais entstand 2006 der Miroir-d’eau, ein über 3.000qm großer begehbarer Brunnen. Er bildet eine große, meist etwa 1-2cm tiefe Wasserfläche (die Wassertiefe variiert), in der sich die Gebäude der Place de la Bourse spiegeln.

Das ist ein großer Spaß, nicht nur für Kinder, auch wenn die etwas weniger Hemmungen haben, sich flach ins Wasser zu legen. Vor allem, wenn ab und zu aus Wasserdüsen auch ein feiner Nebel erzeugt wird.

Bordeaux: Monument aux Girondins

Anderen Girondisten ist das Monument des Girondins gewidmet. Es steht auf der riesigen (12ha großen – bitte selbst in Fußballfelder umrechnen) Place des Quinconces, einem der größten Plätze Europas. Hier stand bis zur Französischen Revolution das Château Trompette.

Die Girondisten waren eine der wesentlichen Gruppen während der Revolution und kamen vor allem aus Bordeaux und Umgebung. Aus dem großbürgerlichen Lager stammend und eher gemäßigt, wurde ein Großteil der Abgeordneten 1793 nach der Machtübernahme durch die Sansculotten und Jakobiner hingerichtet.

Das Denkmal entstand 100 Jahre später. Auf einer Säule steht die Siegesgöttin. Flankiert wird sie von zwei monumentalen Brunnenanlagen, die die Garonne und die Dordogne symbolisieren.

Die Figuren, die den Sockel des Denkmals und die Brunnen bevölkern, stammen von Achille Dumilâtre. Hübsch, hübsch.