Bordeaux: Girondins

Von außen habe ich das Stadion ja gestern schon bewundert, heute folgte dann auch der Innenraum. Der sieht so aus:

Auch innen dominiert also die Farbe Weiß, auch in den Umgängen unter den Tribünen. Alles wirkt noch etwas klinisch, aber immerhin sehr hell. Das Dunkelblau, die Girondins-Vereinsfarben, taucht hingegen gar nicht auf, und so hat man das Gefühl, daß es ein zwar funktionaler und ästhetisch gelungener Bau ist, der aber nichts mit Bordeaux zu tun hat und genauso überall anders stehen könnte.

Girondins de Bordeaux, mehrfacher französischer Meister, ist schon mindestens seit meiner Tour 2004 einer meiner Lieblingsvereine. Hier wurde Zinédine Zidane (1992-96) zum Star, und mein zweiter WM-Held von 1998, Laurent Blanc, holte als Trainer den bisher letzten Meistertitel 2009 nach Bordeaux. Weltmeistertrainer Aimé Jacquet schaffte als Girondins-Trainer in den 80er Jahren auch drei Meisterschaften.

Als ich 2004 in Bordeaux war, war die Spielstätte von Girondins aber noch das städtische Stadion Chaban-Delmas. Hier spielt heute Union Bordeaux Bègles, ein Rugby-Erstligist:

Girondins trifft heute Abend auf die Bretonen von En Avant Guingamp und gewinnt mit 3:1. Hoch die Fackeln (ok, war nur eine einzige).

Bei der nächtlichen Beleuchtung kommt die Außenhülle um die Stadionränge besonders gut zur Geltung.

Bordeaux

T’es belle avec tes nouveaux quais / Le soleil fait des aquarelles / Sur les vitres de tes troquets…

…singt der in Bordeaux geborene Chansonnier Serge Lama in seinem Lied über seine Heimatstadt.

Bordeaux ist tatsächlich großartig: Elegant, majestätisch, charmant. Eine unglaublich schöne Stadt. <3

Hier mal ein erster Überblick. 

Bordeaux Le Lac

980km in 10 Stunden. Das klingt viel anstrengender als es ist, denn viel los ist nicht auf den französischen Autobahnen. Ich konnte gut 3/4 der Zeit mit Tempomat fahren. 200km deutsche A5 von Heidelberg nach Homberg/Ohm sind anstrengender. Sogar auf der Rocade, dem Autobahnring um Bordeaux, ging es recht gesittet zu. Das habe ich von der 2004er Tour noch ganz anders in Erinnerung…

Ebenfalls geändert hat sich übrigens die Autobahngebühr: Die schlägt nämlich jetzt mit satten 95 Euro Péage zu Buche (St-Avold -> Bordeaux). Das war anno 2004 definitiv noch um einiges günstiger.

Jedenfalls blieb sogar noch Zeit für eine Runde durchs Messe-Areal, in dem das Hotel liegt. Hier ist ein vollständig neues Viertel mit Messehallen, Hotels und einem Kongreßzentrum entstanden, das um einen großen künstlichen See angelegt ist und daher konsequenterweise auch Le Lac heißt.

Hier steht dann völlig überraschend und rein zufällig (*hüstel*) auch das hier:

Das Stade Bordeaux-Atlantique, das neue Stadion von Girondins de Bordeaux. Es wurde für die EM 2016 in den Jahren 2013-15 nach Plänen von Herzog/de Meuron (die auch das Olympiastadion in Peking, das „Vogelnest“, entworfen haben), errichtet. 

Ich komme noch darauf zurück. ?

Frankreich 2017

22. September – es wird höchste Zeit für meine jährliche Tour de France, die ja seit 2002 traditionell im September stattfindet. Die letzten Austragungen waren in den Cevennen (2015) und im Limousin (2016), also im Landesinneren. Dieses Jahr geht es über 17 Reisetage an die Atlantikküste: Gironde, Charente, Saintonge, Vendée – wo ich auch schon 2004 war; damals bin ich aber in Bourges gestartet, so daß für die Küstenregion schließlich nur eine Woche blieb. Daher gibt es hier noch ein paar kleinere weiße Flecken auf meiner Frankreich-Karte. Und die sollen jetzt weg.

Die erste Etappe ist gleich die längste: Bous – Bordeaux, 978km. Wird ein langer Tag. 

Das Auto ist startklar, der Hase auch. On y va!

Luxemburg

Für die Rückfahrt wähle ich die etwas weitere Strecke über Luxemburg, aus Gründen. 🙂 Die Stadt, heute bei bestem Sommerwetter, bildet einen tollen Abschluß der Tour. Zunächst gibt’s aber ein schönes Mittagessen beim Mexikaner.

Pour le retour, j’ai choisi une petite détour, parce que je spécule sur une invitation au déjeuner… ben, non, pas vrai ça ! Merci beaucoup pour l’invitation et que ça a bien foncionné même à court terme ! C’était une agréable point final pour ce voyage. 🙂

Nach dem Mittagessen dann noch ein kleiner Rundgang durch die Hauptstadt. Kathedrale Notre-Dame:

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Zierikzee

Größter Ort auf Schouwen-Duiveland ist mit etwa 11.000 Einwonern ( 😉 ) das Städtchen Zierikzee. Mit den Backsteinhäuschen um den alten Hafen, den typischen Klappbrücken und den ebenso typischen Windmühlen ist Zierikzee quasi Holland wie im Bilderbuch (gehört aber zur Provinz Zeeland).

Zuidhavenpoort:

Museum Haven:

Im Westen steht der 62m hohe Turm Monstertoren, was übersetzt ganz profan Münsterturm (des ehemaligen Münsters Sint-Lieven) heißt und also zum Glück nichts mit Pokemon et al. zu tun hat. Die ursprüngliche Planung sah wohl eine Höhe von mehr als 130m vor. Ob das wirklich funktioniert hätte, wo der Boden doch im wesentlichen aus Sand, Schlamm und Wasser besteht, bezweifle ich. Probiert haben es die Baumeister des 14. Jh. nicht, denn nach 62m war schlicht das Geld alle.

Auf den Turm kann man hinauf (knapp 280 Stufen) und hat von oben eine Sicht über Zierikzee, die Insel und die Sperrwerke des Deltaprojekts.

Nach Süden sieht man außerdem die Zeelandbrug, die Zierikzee mit der Nachbarinsel Noord-Beveland verbindet.

Deltawerk

1953 kam es bei einer schweren Sturmflut zu verheerenden Überschwemmungen in den südwestlichen Niederlanden; es gab fast 2.000 Todesopfer und große Zerstörungen. Der niederländische Staat beschloß daraufhin eine großangelegte Schutzmaßnahme: Das Deltawerk.

Durch Dämme zum Meer hin sollten die tief gelegenen Gebiete des Rhein-Maas-Deltas zukünftig vor solchen Katastrophen geschützt werden.

In den folgenden 40 Jahren entstanden in einer gigantischen Baumaßnahme zahlreiche Dämme und zwölf große Sperrwerke. Diese sind normalerweise geöffnet, damit die Binnengewässer nicht von den Gezeiten abgeschnitten werden und das Flußwasser ungehindert abfließen kann. Nur bei angedrohter Sturmflut werden die Sperren des Deltawerks geschlossen.

Das Oosterschelde-Sperrwerk besteht aus 62 Stahltoren, die etwa 40 Meter breit sind und jeweils etwa 500 Tonnen wiegen.

Heute, bei sonnigem Wetter, sind die Tore natürlich geöffnet (sie müssen ohnehin im Schnitt nur einmal pro Jahr geschlossen werden). Die Strömung der Gezeiten ist trotz des eigentlich ruhig wirkenden Meeres beeindruckend stark.

Aan Zee

Vandaag: Een Zeehaas.

Ich habe zwar im Vorfeld 25° Wassertemperatur angefordert, aber es sind dann doch nur 19° geworden. Die skandinavischen (= lübischen) Leserinnen werden jetzt zwar sagen: Boah. Voll warm. Ich bin aber nicht abgehärtet und bleibe also nur für knapp drei Minuten im Wasser. Bei 24° Lufttemperatur ist es aber auch so sehr angenehm, an einem schönen und laaaangen Sandstrand, zunächst am Brouwersdam, später dann auf Schouwen-Duiveland bei Renesse.

Auch wenn es auf den Bildern sehr einsam wirkt: Ich bin nicht allein an den Stränden um Renesse. Vor allem scheint mindestens halb NRW hier zu sein; da sind wohl noch Ferien.

Rotterdam: Kubuswoningen

Zu den architektonischen Highlights Rotterdams zählt zweifellos die würfelförmige Wohnanlage, die der Architekt Piet Blom entwarf und die 1984 über eine starkbefahrene Hauptstraße am Rand eines Hafenbeckens erbaut wurde.

Neben der Promenade unterhalb der Wohnungen ist auch einer der Kuben als Museum und Schauwohnung öffentlich zugänglich, die anderen sind bewohnt. Drei Etagen und etwa 100qm Wohnfläche bietet ein Kubus, sowie überraschenderweise tatsächlich flache Böden ohne Neigungen ;-).

Rotterdam (2)

Rhein, Maas und Schelde bilden das große Flußdelta aus zahlreichen Mündungsarmen. An einem davon, der Nieuwe Maas, liegt Rotterdam. Flußabwärts beginnt dann der Nieuwe Waterweg, an dem sich bis an die Küste bei Hoek van Holland der riesige Hafen erstreckt. Er ist nicht nur zentrale Anlaufstelle für Öltanker, sondern u.a. auch Einfallstor für den ganzen chinesischen Plastikmüll, der hier in Containern ankommt und dann über Europa verteilt wird.

Mit den vielen Hafenbecken und Kanälen ist Rotterdam – typisch holländisch – auch im Zentrum eine Stadt am und im Wasser. Dies alleine schon, weil die Stadt unter dem Meeresspiegel liegt und das Grundwasser zwei Meter hoch in den Straßen stehen würde, wenn man es nicht permanent abpumpte.

Mitten in der Stadt liegt auch das Maritiem Museum mit einem großen Museumshafen.

Neben Schiffen sind auch andere Gerätschaften mit Bezug zum Hafen und zur Seefahrt ausgestellt, unter anderem Kräne.

Fühlt sich auch hier wohl: Hafenhase.