Sehr hübsch ist das kleine Städtchen Vianden, das nahe der deutschen Grenze im Tal der Our liegt. Die Stadt ist beliebtes Ausflugsziel, aber vom Massentourismus ist man hier noch weit entfernt. Immerhin kommen noch keine Kreuzfahrtschiffe über die Our hierher…
Autor: Lapin Voyageur
Clervaux und Luxemburgs Norden
Luxemburg ist ziemlich genau so groß wie das Saarland; die Umrechnung in Eisberge oder Fußballfelder fällt also hier besonders leicht. Eine weitere Ähnlichkeit mit dem Saarland: Während der Süden des Landes stark industriell geprägt ist, ist der Norden sehr ländlich. Spätestens hinter Ettelbrück und Diekirch gibt es nur noch wenige kleine Städtchen und Dörfer. Das Land ist manchmal eine nur leicht hügelige Hochebene,
Stade Josy Barthel
Auf den ersten Auftritt meiner Arminia im Europapokal warte ich ja schon ein paar Jahre (seit 1978… und ich werde auch noch ein paar Jahre weiter warten müssen). Aber heute spielt Arminia dann doch mal international: Gegen die luxemburgische Nationalmannschaft!
Vorankündigung / Préavis
Schon wieder? Ja klar! Es ist September, und das bedeutet für mich: Ab nach Frankreich! So veranstalte ich nun – wie in jedem Jahr seit 2002 – wieder meine Tour de France. Dieses Jahr startet sie aber, genau wie es die andere Tour de France auch manchmal macht, im Ausland: Die ersten Reisetage sind nämlich für Luxemburg reserviert. Anschließend geht es hinüber nach Lothringen und dort in Richtung Westen entlang der belgisch-französischen Grenze.
Kürnbach
Kürzlich wurde angemerkt, der Kraichgau wäre, obwohl ja so nah, hier deutlich unterrepräsentiert. Das läßt sich ändern. Zum Beispiel bei einer Tour dorthin, wo dieses vorzügliche Getränk herkommt:
Kürnbach ist nämlich bekannt als Schwarzriesling-Dorf. Im Französischen heißt die Rebsorte Pinot Meunier, im Deutschen wird sie auch Müllerrebe genannt.
In Kürnbach und um Kürnbach herum bietet sich also eine Wanderung durch die Weinberge an. Die offizielle Kürnbacher “Wandern mit Wein”-Veranstaltung findet zwar erst am 9. September statt, aber warum warten?
Von den Weinbergen aus sieht man aber nicht nur die Hügellandschaft des Kraichgaus, sondern hat auch immer wieder einen Blick ins Tal, in dem Kürnbach liegt.
Im hübschen Ortskern bietet Kürnbach typische Weindorf-Atmosphäre, mit engen Gassen und viel, viel Fachwerk.
Und die Weinlese hat auch schon begonnen.
Eine Besonderheit von Kürnbach: Das kleine Dorf gehörte über Jahrhunderte zu zwei verschiedenen Staaten: Zur Grafschaft Hessen und zum Herzogtum Württemberg. Kondominat nannte man sowas. Die territoriale Zersplitterung des Reiches wurde hier also auf die Spitze getrieben, denn Hessen und Württemberg unterhielten jeweils eigene Verwaltungen. Als 1810 die Länder neu geordnet wurden und zahlreiche Mikro-Fürstentümer von der Landkarte verschwanden, übersah man das kleine Kürnbach wohl, denn die Teilung blieb erhalten (nur daß der württembergische Teil – ausgerechnet – zum Großherzogtum Baden kam). Jedenfalls gab es im Ort mit seinen höchstens tausend Einwohnern weiterhin zwei Bürgermeister. Erst 1903 gab Hessen den Anspruch auf den Ort auf, und Kürnbach wurde komplett badisch, nach Unterzeichnung eines hochoffiziellen Staatsvertrages zwischen Baden und Hessen-Darmstadt. Ablesen kann man die Jahrhunderte der Teilung des Ortes heute noch daran, daß es zwei Kelterhäuser gibt: Eine Hessen-Kelter und eine Baden-Kelter.
Gefällt es hier in Baden-Hessen: Lapin Pinot Meunier.
Schleswig-Holstein: Résumé
Da Teile der hier mitlesenden schleswig-holsteinischen Eingeborenen vehement ein Fazit zur Reise fordern: Hier ist es.
Die nackten Zahlen: 13 Reisetage, 3.249 Kilometer, 2.988 Photos (mit der Kamera; plus etwa 800 mit dem Handy). Von den 3.249 Kilometern entfallen allerdings knapp die Hälfte auf An- und Rückfahrt, und davon wiederum gefühlt knapp die Hälfte auf Baustellenabschnitte auf der A7. Und daß Italien offenbar noch maroder ist, macht’s auch nicht besser.
Aber lohnt sich denn die lange Fahrt? Ist es denn überhaupt schön dort?
Ich schreibe einfach mal als ungeordnete Liste auf, was mir besonders gut gefallen hat: Lübecks Altstadt, Schloß Glücksburg, die Rendsburger Hochbrücke, die Seen der Holsteinischen Schweiz, die alten Feldsteinkirchen wie z.B. die in Ratekau, der SC Kaköhl (natürlich!), die Insel Föhr, überhaupt das Wattenmeer (jedenfalls solange man in Richtung Meer blickt und daher die Windräder nicht sieht), Emil Noldes Haus und Garten in Seebüll, und – als Zugabe, da nicht mehr Schleswig-Holstein – die Schwebefähre Osten-Hemmoor.
Das Klischee von der Wortkargheit der Küstenbewohner kann ich nicht bestätigen, eine gewisse Schwierigkeit in der Kommunikation hingegen schon, was aber vor allem an den deutlich unterschiedlichen Sprachen (Saarländisch vs. Niederdeutsch) bzw. der daraus resultierenden Färbung des Hochdeutschen liegt. Im Stadion in Leck spreche ich zum Beispiel mit einem Einheimischen, also einem Lecker (hihi… jaja, ist ja gut, ich hör ja schon auf damit…), und der Akzent ist schon nicht ganz ohne. Oh Leck.
Die Lektüre hingegen klappt ganz gut. Da zahlt sich wieder mal aus, daß ich im Studium an einer Seminararbeit zu einem niederdeutschen Fastnachtsspiel (Burkard Waldis: “De parabell vam vorlorn Szohn”, Riga 1527) rümfurwarkt heb.
Nervig ist vor allem, ich habe mich darüber ja schon etwas echauffiert, das Bezahlenmüssen, um an den Strand zu kommen, selbst wenn man dort nur spazierengehen möchte und die Bade-Infrastruktur (die aber im wesentlichen auch bloß aus einem Strandkorb besteht) gar nicht nutzt. Ich habe nicht versucht, trotzdem ans Meer zu gehen, weil ich keine Lust hatte, mit irgendwelchen Strandwärtern zu diskutieren. Aber wenn ich als Gast eines Ortes die Wahl habe, entweder Eintritt zu zahlen oder an den ungepflegten Hundestrand irgendwo drei Kilometer außerhalb auszuweichen, wähle ich selbstverständlich… einen anderen Ort.
Das Besuchsprogramm war, wie man bei regelmäßiger Lektüre ja erahnen konnte, durchaus umfangreich. Und trotzdem reichte (wie eigentlich fast immer) die Zeit nicht aus, so daß ich auch hier wohl nochmal wiederkommen muß. Über die Grenze nach Dänemark habe ich es nicht mehr geschafft (da lägen dann zum Beispiel das Lügumkloster und die Insel Rømø). Eine Tour nach Pellworm oder auf eine Hallig, verbunden mit einer richtigen Wattwanderung, wäre auch interessant, und in Kiel würde mich das Olympiazentrum interessieren, allein schon, um vielleicht doch noch eine richtig hübsche Stelle in dieser Stadt zu finden (wenngleich dann ziemlich weit außerhalb). Wobei, einen hübschen Platz habe ich ja sogar schon gesehen, nämlich den Kilia-Platz des FC Kilia Kiel mit seiner 1919 errichteten Holztribüne, eine der ältesten erhaltenen Fußballtribünen Deutschlands.
Die sechs Zisterzienserklöster des Landes (sowie die grenznahen Klöster in Zarrentin und Himmelpforten) habe ich hingegen vollständig abgehakt. Die müssen jetzt aber noch auf meine Zisterzienser-Seite aufgenommen werden. Die Reisenachbereitung ist also noch lange nicht erledigt. Von der Photo-Auswahl, -Bearbeitung und -Präsentation ganz zu schweigen…
Und das, wo doch die Pause bis zur nächsten Tour ziemlich kurz wird, denn bald ist September, und das ist ja schließlich der Frankreich-Monat des Lapin Voyageur.
Kiek ut!
Osten-Hemmoor: Die Schwebefähre
Und dann klappt es endlich doch noch mit dem Schwebefähre-Fahren.
Die 1909 erbaute Konstruktion führt in Niedersachsen über die Oste. Sie ist die ältere der beiden deutschen Schwebefähren (neben der kürzlich erwähnten und aktuell ja leider kaputten in Rendsburg) und eine von nur acht erhaltenen solchen Fähren weltweit. Eine dieser acht steht in Bilbao, daher die spanische Flagge im Bild oben – Frankreich, Großbritannien und Argentinien sind auch mit Flaggen vertreten)
Obwohl der Fluß nicht sonderlich breit ist…
…dauert die Fahrt acht Minuten. 1909 hatte man noch ein anderes Verhältnis zur Reisegeschwindigkeit als heute. Zwischenzeitlich, als die Fähre noch Teil der Bundesstraße war und viel genutzt wurde (und lange Staus produzierte; es ist Platz für acht Autos), konnte die Fahrtzeit durch Einbau eines zweiten Motors auf drei Minuten verkürzt werden. Seit dem Bau einer Brücke in den 70er Jahren nutzen die Schwebefähre nun vor allem Fußgänger und Radfahrer.
Leider ist das Wetter nicht dem Objekt angemessen. Blauer Himmel wäre nett gewesen. Allerdings sind die Bilder in Richtung Sonne aufgenommen, weshalb die Wolken deutlich dramatischer aussehen als sie in Wirklichkeit waren.
Und auch hier sind so viele Details zu entdecken.
Schwebefähre fahren ist spannend. Findet der Reisehase, auch wenn er hier etwas im Dunklen zu sitzen scheint.
In Osten schaue ich mir noch die Dorfkirche St. Peter an, erbaut von einem der Baumeister des Hamburger Michel (Johann Leonhard Prey), mit schönem hellem Rokoko-Innenraum…
…und einem sehr sehr extravaganten Taufengel eines lokalen Künstlers.
An der Unterelbe
Nicht nur die Eider, auch die Elbe hat ja bekanntlich einen Mündungstrichter. Kurz hinter Glückstadt, wo ich 2017 schon war und berichtete, mündet die Stör in die hier schon mächtig breite Elbe.
Von der Deichkrone hat man eine schöne Sicht auf die Unterelbe (im Hintergrund im Bild oben sieht man die Anlagen der chemischen und petrochemischen Industrie in Brunsbüttel sowie das KKW Brokdorf) und die Marschwiesen hinter dem Deich.
Über die Elbe ist auch die Stör abhängig von den Gezeiten; der Unterschied in der Wasserstandshöhe beträgt selbst im 34 Flußkilometer landeinwärts gelegenen Itzehoe noch über zwei Meter. Zur Abwehr von Sturmfluten wurde 1971-75 auch an der Störmündung ein Sperrwerk erbaut.
Noch einmal kann ich sie auf dieser Tour also genießen, die Deichlandschaft mit Schafen.
Und dann heißt es: Anstellen. Ich verlasse Schleswig-Holstein über die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen. Wir haben ja im Saarland auch Fähren, zum Beispiel den Welles in Dreisbach an der Saarschleife. Aber die Elbfähre ist zugegebenermaßen doch etwas größer.
Die Wartezeit ist mit 15 Minuten nicht übermäßig lang; später am Tag melden sie dann im Radio allerdings eine Stunde Wartezeit. Aber wer auf die andere Seite will, hat keine Wahl, denn hinter Hamburg gibt’s keine Brücken mehr über die zum Schluß gut 15 Kilometer breite Elbe (und keinen Tunnel drunter durch).
Fähre fahren ist spannend.
So ein Binnenlandhase kann sich da gar nicht sattsehen.
Holstein: Der Südwesten
Heute steht nichts sonderlich Spektakuläres auf dem Programm. Deshalb wird’s ausnahmsweise nicht ganz so ausufernd. Von Bordelum und dem richtig guten Hotel Landhaus Sterdebüll und den netten Menschen dort muß ich mich heute leider veabschieden. Es geht wieder in Richtung Süden, zunächst gute 110 Kilometer bis Itzehoe und dann von dort entlang der Stör nach Osten.
Itzehoe, die Kreisstadt des Landkreises Steinburg ist im Zentrum ziemlich uneinheitlich bebaut…
…und daher bestenfalls mäßig hübsch. Das weitgehende Fehlen historischer Bausubstanz ist den Schweden anzulasten, die die Stadt im 17. Jahrhundert zerstörten. Die Maxime scheint aber heute zu sein, daß jedem hübschen Haus ein weniger ansehnliches zur Seite gestellt werden muß, denn auch beim barocken Prinzeßhof guckt ein Wohnblock um die Ecke.
Interessant ist zumindest das Theater:
Für den nettesten Platz sorgen aber wieder mal die Zisterzienser. Die hatten hier im 13. Jahrhundert ein Kloster gegründet, das nach der Reformation in ein adeliges Damenstift umgewandelt wurde.
Etwas hübscher ist die Kleinstadt Kellinghusen, auch wenn es hier ebenfalls nur wenig historische Bauten gibt. Der Ort war bekannt für Töpferware und Keramik; ein Museum am Hauptplatz widmet sich diesem Thema.
Weiter geht’s in Richtung Osten. Das Bemerkenswerteste an Hasenmoor ist der Name.
Die kleine Gemeinde hat 730 Einwohner, die sich auf mehrere Ortschaften verteilen. Ein richtiges Zentrum gibt es nicht. Der namensgebende Ortsteil Hasenmoor besteht nur aus ein paar Gehöften entlang der stark befahrenen B 206.
Ebenfalls zu Hasenmoor gehört der Flugplatz Hartenholm, wo es dann doch noch etwas zu sehen gibt.
Ja gut, das ist jetzt nicht Frankfurt, aber mehr los als beim BER ist ja schon. Und demnächst wird hier nochmal deutlich mehr los sein:
Ein Literatur-Festival sozusagen. Es wird eine dritte Auflage des Rennens zwischen Werner auf seiner “Red Porsche Killer”-Maschine und Holgi im 911er geben. Schon das erste Rennen 1988 hatte hier stattgefunden und eine Riesenmenge Zuschauer angezogen, die ein gigantisches Verkehrschaos produzierten. Dieses Mal will man besser vorbereitet sein; aus dem nicht weit entfernten Wacken werden Erfahrungen und stapelweise Absperrgitter herangekarrt. Drei Tage Paadie. Fump. Öttel. Gröhl.
Da werden die Hasen in Hasenmoor ein unruhiges Wochenende haben.
Noch ein Stück weiter liegt Todesfelde, und spätestens jetzt ist man auf dem Land. In Deathfield.
Der SV Todesfelde hat sich seit vielen Jahren unter den besten Amateurvereinen Schleswig-Holsteins etabliert, spielt in der Oberliga eine gute Rolle und macht aus dem nach tiefster ländlicher Einöde klingenden Ortsnamen das Beste: Er setzt voll auf das Image des Dorfvereins. Das funktioniert, denn auf dem Sportplatz geht es doch recht lebendig zu; es gibt für Oberliga-Verhältnisse gute Zuschauerzahlen und sogar eine eigene Fantribüne.
Kurzer Gang durch den Ort: 1.100 Einwohner. Kirche, Backstein-Gehöfte, Hauptstraße. Fertig.
Für die Statistiker: Todesfelde-Eichede 1:1 (0:0).
Hamburger Hallig
An der Küste bei Bordelum liegt die Hamburger Hallig, die ihren Namen von zwei hier im 17. Jahrhundert ansässigen Hamburger Kaufleuten erhielt. Die Hallig ist einer der Reste, die von der Insel Alt-Nordstrand übrigblieben, als diese in der Burchardiflut 1634 unterging. Sie ist über einen Damm mit dem Festland (dem Sönke-Nissen-Koog) verbunden.
Der Damm, etwa vier Kilometer lang, kann (gegen Gebühr) per Auto befahren werden. Man kann aber auch zu Fuß hinübergehen oder ein Fahrrad leihen.
Der Weg zur Hallig führt vom Amsinck-Haus hinter dem Deich…
…schnurgerade durch die Salzwiesen dieser einzigartigen Landschaft mit ihren ganz speziellen Farbschattierungen.
Auch hier sind zahlreiche Schafe mit der Deichpflege beschäftigt.
Im Bild ist rechts am Horizont die Hauptwarft der Hamburger Hallig mit ihren drei Gebäuden zu erahnen.
Etwa auf halber Strecke des Dammes steht auf einer weiteren Warft, dem sogenannten Schafberg, das Jürgen-Reitmann-Haus des NABU.
Hier findet man Infomaterial und hat die Möglichkeit zur Beobachtung der Seevögel (und der Schafe).
Fasziniert von der Landschaft: Reisehase.






































































